Günther Fischer zum 80. Geburtstag
Hätte ich Ahnung von Musik, könnte ich über seine schreiben. Hab' ich aber nicht.
Ich kann sie nur hören und großartig finden. Immer kurz davor, mitsingen zu wollen, kurz vor dem fliegenden Glücksgefühl, schlägt seine Musik eine Volte und ich verhalte. So viel Anderes im eben noch ausgeleuchteten Wohlgefühl.
Ich kann nur hören. Und bin von den Texten und der Krugschen Interpretation berührt. "Der Tag beginnt" - Ich fahre mit in der besungenen Straßenbahn und sehe den Roman. Diesen dicken, nicht zu bezwingenden Berg. "Sie sieht mich gar nicht an. Sie liest ein Buch, es ist ein Liebesroman."
"Es war nur ein Moment". Krug singt, Fischer lieferte die Komposition.
Momente eben.
Jazz.
Herausragend, für mich, seine Filmmusik zu "Solo Sunny". So sehr wahr. Berührend kraftvoll. Wie der Film.
Und alles andere? - der Mensch und das Werk? -
Ein Komponist und sein mehrgleisiges Tun.
Wie auch immer, es ist nachzulesen. Im "Spiegel", ja;
Direkter. Lebensdeutlicher.
Eine Täuschung.
Davon sagt seine Musik nichts.
(Text&Objektgestaltung: R.Schmal)
1965 - 70 Klaus-Lenz-Band; ab 1967 eigenes Quartett; 1969 Doppel-Quartett (mit vier Streichern); 1970 Quintett; Zusammenarbeit mit Manfred Krug; LP »Uschi Brüning u. das Günther-Fischer-Quintett«; Nov. 1976 Mitunterzeichner der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns; 1977 1. Jazzbühne Berlin; »Jazz in der Kammer«; Musik zum Film »Schöner Gigolo - Armer Gigolo« (u. a. mit Marlene Dietrich);
1979 LP »Günther Fischer« (Sextett); Filmmusik »Solo Sunny«; 1980 Nationalpreis Preis der DDR II. Klasse für Kunst und Literatur; 1981 Dirigent der Staatskapelle beim X. Parteitag der SED; zahlreiche Musiken für Ballett, Revue, Fernseh-, Spiel-, Kinder- u. Dokumentar-Filme sowie Theaterinszenierungen im In- u. Ausland; 1977 - 89 als IM des MfS erfasst (aus: Wer war wer in der DDR?; Ch. Links Verlag)
Günther Fischer zum 80. Geburtstag (*23.6.1944)
Das besondere Objekt
Single "Solo Sunny" mit Autogrammen von Alexander Lang, Renate Krößner, Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase
Aus den Sammlungen des Filmmuseums Potsdam