In Howard Hawks' schrillem Musical spielen Marilyn Monroe und Jane Russell befreundete Sängerinnen. Lorelei und Dorothy sind auf der Suche nach einträglichen Männerbekanntschaften. Monroes Figur Lorelei ist zudem besessen von Diamanten, die sie in dem berühmten Song als »a girl's best friend« besingt.
Für Monroe bedeutete der Film einen ersten großen Erfolg. Sie hatte ihn sich mit Schauspielunterricht, Tanz- und Gesangsstunden hart erarbeitet. Zudem besteht
Blondinen bevorzugt,
wie Jenni Zylka schreibt, fast als einziger von Monroes Filmen den nach der Autorin (Alison) Bechdel benannten Test: Es gibt zwei Frauenfiguren, die einen Namen haben, und sie sprechen miteinander - und zwar (auch) über etwas anderes als Männer. Zylka hebt außerdem queere Komponenten im Film hervor: Die Freundinnen sind fast nur gemeinsam zu sehen, ihr Outfit ähnelt sich meist sehr, und sie teilen sich auf dem Schiff eine Kabine. Durch ihr Spiel als >naive Blonde< karikiert und unterstützt Marilyn Monroe ihre Rolle zugleich.
Filmreihe im Juli und August
Am 1.Juni wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden. Ihre 13 Hauptrollen und die darin verkörperten Frauenfiguren sind eng mit den Rollen verbunden, die Frauen in der Gesellschaft zugestanden wurden und werden. Die Filmjournalistin Jenni Zylka wirft in ihrem im März erschienen Buch »Marilyn Monroe. 100 Seiten« einen neuen, filmjournalistischen und feministischen Blick auf Monroes Werk - und untersucht Phänomene wie das »Upskirting« in der legendärsten Szene aus »The Seven Year Itch«. Über ein Close Reading der Filme arbeitet Zylka heraus, wie Monroe im sexistischen Hollywood darauf verbucht wird, gleichzeitig verletzliche und verführerische Blondinen mit hauchender Stimme zu verkörpern.Wir zeigen sieben Filme der unsterblichen Künstlerin, die äußerst hart an ihrer Karriere arbeitete, immer darum kämpfte, komplexere Rollen zu bekommen und 1962 mit nur 36 Jahren endgültig an den misogynen Machtstrukturen Hollywoods scheiterte.
Am 9. Juli mit einer Einführung von Jenni Zylka