Im gesellschaftlichen Umfeld der späten 1980er Jahre suchten Filmemacher*innen in der DDR nach künstlerischen Formen, die unabhängig von der DEFA, dem Deutschen Fernsehfunk und anderen offiziellen Kultureinrichtungen waren. Inspiration fanden sie in den verschiedenen Subkulturen wie Punk und der Umweltbewegung bis hin zur Avantgarde und dem Genrekino. Gemein ist den kurzen experimentellen Filmen ein Sinn für verschiedene Lebenswirklichkeiten und der Mut zum Experimentieren.
Das Programm erkundet die aufregende, noch immer zu wenig bekannte Epoche des subkulturellen Films der späten 1980er Jahre und der Wendezeit in Ostdeutschland und den von ihr hervorgebrachten Gegenbildern.
Mit Gästen
Kuratiert von Studierenden des Studiengangs Medienwissenschaften der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Kurzfilmprogramm:
Guten Tag, Berlin
R: Thomas Werner, DDR 1987
Der andalusische Hund II
R: Stefan Schilling, Matthias Schneider, DDR 1988
Strukturen und Film (Strukturen I)
R: Christine Schlegel, DDR 1984
doublage fantastique
R: Yana Milev, Via Lewandowsky, DDR 1988
Nekrolog
R: Claus Löser, DDR 1985
"...hab ich euch nicht glänzend amüsiert?"
R: Gabriele Stötzer, DDR 1989
Aber wenn man so leben will wie ich
R: Bernd Sahling, DDR 1989
Die Archäologen
R: Sven Boeck, D 1991
Ausstellung und Begleitveranstaltungen ab 24.7.
Für das Filmmuseum Potsdam ist es ein besonderes Anliegen, das 80. Gründungsjubiläum der DEFA zu feiern und die Bestände der museumseigenen Sammlungen unter einem neuen Fokus zu präsentieren. Die DEFA war der einzige Studiobetrieb, der in der DDR Spielfilme herstellte. Die Produktionen waren bei weitem nicht nur Ausdruck der ideologischen Linie der Staatsführung, sondern oft eigensinnig und widerständig. Die Filmschaffenden formulierten die Sehnsüchte, Gefühle und Bedürfnisse der Bevölkerung, deren Teil sie waren. Einer Auswahl von Themen werden in der Ausstellung jeweils drei bis vier DEFA-Filme zugeordnet. Es sind Themen, die die Menschen auch heute noch umtreiben. Der Abgleich mit gegenwärtigen Bedingungen und Gegebenheiten kann ein differenzierteres Bild vom Leben in der DDR und auf den Kinoleinwänden ergeben. Die Ausstellung lädt ein zum Staunen und zum Lachen, zu negativen wie auch positiven Erinnerungen und zu neuen Perspektiven.
Ausstellungseröffnung am 23.7. um 18 Uhr in Anwesenheit vieler ehemaliger DEFA-Filmschaffender
Musikalische Begleitung: Pascal von Wroblewsky und Band
Mit freundlicher Unterstützung durch die DEFA-Stiftung und den Freundeskreis des Filmmuseums Potsdam.
Gefördert durch:
Ostdeutsche Sparkassenstiftung
Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam
Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH
Landeshauptstadt Potsdam
Medienpartner: Antenne Brandenburg