Internationale Stummfilmtage Bonn zu Gast

Internationale Stummfilmtage Bonn zu Gast

Wir freuen uns, Höhepunkte des jährlich stattfindenden Stummfilmfestivals, des Bonner Sommerkinos, zeigen zu können. Das publikumsstärkste Festival seiner Art in Europa ging im August 2025 in seine 41. Runde - mit frisch restaurierten Klassikern, Wiederentdeckungen und filmischen Raritäten. Alle Filme werden von renommierten Musiker*innen live begleitet.

In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Filmkultur Bonn e.V.
Eintritt: 10,- Euro, ermäßigt 8,- Euro

SA. 14. März 2026

Forgotten Faces
R: Victor Schertzinger, D: Clive Brook, Olga Baclanova, Mary Brian, USA 1928, 90′
Fassung mit engl. Zwischentitel

Preserved by the Library of Congress

Gentleman-Dieb Harry Adams hat den Geliebten seiner Frau umgebracht und will sich der Polizei stellen. Vorher bringt er aber noch seine kleine Tochter bei einem wohlhabenden, kinderlosen Paar unter, um sie vor der intriganten Mutter zu schützen. Diese hat auch nach Ende seiner Haftzeit die Suche nach der Tochter nicht aufgegeben. Harry gibt alles, damit sie sie nicht findet.
»Das spannende Krimi-Melodrama zeichnet sich durch expressionistische Beleuchtung, raffinierte Übergänge und fluide Kameraarbeit aus.« (Stummfilmtage Bonn) - Trotz dieser Qualitäten bedient der Film stereotype Frauenrollen. Diese werden mit einem einführenden Vortrag beleuchtet.

Live-Musik: Maud Nelissen (Klavier)
Einführung: Petra Constantinescu (M.A., Professur für Kunstgeschichte, Universität Potsdam)
Begrüßung: Oliver Hanley (Ko-Kurator, Internationale Stummfilmtage Bonn)

Mit freundlicher Unterstützung durch das Brandenburgische Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM)

SA, 18. April 2026

Sensation im Wintergarten
R: Gennaro Righelli, D: Paul Richter, Claire Rommer, Gaston Jacquet, D 1929, 102'

Graf Paul Mensdorf verließ als Kind sein Elternhaus, um sich einem Wanderzirkus anzuschließen. Als weltberühmter Trapezkünstler "Frattani" kehrt er nach vielen Jahren in seine Heimatstadt Berlin zurück. Doch sein hinterhältiger Stiefvater, Baron von Mallock, der Pauls wohlhabende Mutter für seinen verschwenderischen Lebensstil ausnutzt, sieht sich durch die Rückkehr des rechtmäßigen Erben bedroht... Das vom Regisseur Gennaro Righelli und Kameramann Mutz Greenbaum raffiniert inszenierte Artistendrama kombiniert eine packende melodramatische Story (nach einer Vorlage vom späteren Hitchcock-Drehbuchautor Angus MacPhail) mit spannenden Varieté-Szenen, die im echten Wintergarten-Theater in Berlin gedreht wurden. Vom Film ist nur eine unvollständige 35mm-Nitrokopie einer schwedischen Verleihfassung erhalten, die im Filmarchiv des DFF konserviert wird. Im Zuge der digitalen Restaurierung in 4K durch die Firma PHAROS in den Jahren 2024/2025 wurden die deutschen Zwischentitel rekonstruiert und die fehlende Handlung durch erklärende Texttafeln erläutert.

Live-Musik: Günter A. Buchwald (Klavier, Violine), Frank Bockius (Schlagzeug, Percussion)
Einführung: Oliver Hanley




FR, 19. Juni 2026

Erotikon
R: Gustav Machatý, D: Olaf Fjord, Ita Rina, Karel Schleichert, ČSR 1929, 90'
Fassung mit tschechischen Zwischentitel und englischen Untertiteln

Die junge Andrea begegnet einem eleganten Fremden, mit dem sie eine leidenschaftliche Nacht verbringt. Nach seinem Verschwinden bleibt sie allein zurück und heiratet einen älteren Mann, der ihr Sicherheit, aber keine Liebe bietet. Jahre später trifft sie den ehemaligen Liebhaber wieder ... Die Darstellung der Andrea als sinnlich-emanzipierte Frau machte Ita Rina zum Star. "Erotikon" gilt als seltenes Beispiel für einen international erfolgreichen Spielfilm, der in seiner Kombination von avantgardistischer Bildsprache mit traditioneller Erzählform überzeugt.

Live-Musik: Richard Siedhoff (Klavier), Mykyta Sierov (Oboe)