Orlacs Hände

Bei einem Unfall werden die Finger des berühmten Pianisten Orlac schwer verletzt. Kurzerhand werden ihm neue Hände eines zuvor hingerichteten Raubmörders transplantiert. Doch Orlacs Spielkunst will einfach nicht zurückkehren. Zunehmend verfällt er der Wahnvorstellung, durch die Hände des Mörders auch dessen Neigungen erhalten zu haben. Als Orlacs reicher Vater stirbt, gerät der Musiker unter Mordverdacht.
In Robert Wienes spätexpressionistischem Werk, dem letzten Film des sogenannten »Caligarismus«, spielt Conrad Veidt erneut eine Figur unter dem Einfluss finsterer Mächte. Wie Robert Wiene kehrte auch Veidt dem nationalsozialistischen Deutschland 1934 den Rücken.
Am Klavier: Peter Gotthardt

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Filmgeschichte im Doppelpack

Von heute bis gestern, von den 2010ern zurück bis in die ersten Kino-Dekaden betrachtet die Reihe internationale Filmgeschichte im Doppelpack. Historische Referenzen werden aufgemacht - von inhaltlichen und formalen Analogien und Bezugnahmen über Hommagen, Kontinuitäten, Neuinterpretationen und Remakes zu mehr oder weniger eindeutigen Zitaten. Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg wird die Filmgeschichte durchleuchtet, um deutlich zu machen, wie immens wichtig die Cinephilie und die Auseinandersetzung mit Filmgeschichte nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch und gerade für (angehende) Filmschaffende sind. Mit Jean-Luc-Godards »Die Verachtung« kommt die Rückschau in den 1960ern an. Zusammen mit Godards Hommage an Fritz Lang ist dessen ausgewiesenes Meisterwerk »M - Eine Stadt sucht einen Mörder« zu sehen. Von der französischen Filmzeitschrift »Cahiers du Cinéma«, zu deren Redaktionsteam Godard in den 1950ern gehörte, wurde »M« 2008 in die Liste der 100 besten Filme aller Zeiten aufgenommen.