Marion Keller - Der Augenzeuge

Marion Keller
6.8.1910 - 28.1.1998


Die neue Publikation der DEFA-Stiftung "Sie. Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme" ist uns Anlass, einen Filmabend für Marion Keller zu veranstalten. Zusammen mit Kurt Maetzig war sie Mitbegründerin der DEFA-Wochenschau und Erfinderin des Titels Der Augenzeuge, Texterin und schließlich Chefredakteurin. Marion Keller ging es um die Schaffung einer öffentlichen Meinung als Voraussetzung für Demokratie. Hierfür stand der berühmte Augenzeuge-Slogan: "Sie sehen selbst . Sie hören selbst. Urteilen Sie selbst!"
Wichtig und erfolgreich war in den ersten Jahren die Serie "Kinder suchen ihre Eltern", die Keller für die Wochenschau mitentwickelte und in deren Folge 400 Kinder ihre durch den Krieg verlorenen Eltern wiederfanden. Als der "Augenzeuge" zunehmend zum Sprachrohr der Partei wurde, führte Kellers programmatisches Festhalten an der "Schärfung des kritischen Geistes durch Kritik an den Mißständen" zur Kritik an ihrer Leitung. Die SED bestimmte nun über die Personalentscheidungen. Keller wurde 1950 entlassen, 1955 verließ sie die DDR, in der von ihr kaum mehr die Rede war.

2018 übernahm das Filmmuseum Kellers Nachlass. Wir danken der Tochter Claudia Koepke für die Überlassung und stellen im Rahmen des "besonderen Objekts" das Bordtagebuch des Segelschiffes vor, das Marion Keller und ihr Partner Kurt Maetzig führten.



Das besondere Objekt
Bordtagebuch "Wende II", 1941 - 1945
Aus den Sammlungen des Filmmuseums Potsdam