Im Westen nichts Neues

Um 1930 beschrieben einige große Tonfilme das grausame und sinnlose Massensterben im Ersten Weltkrieg. Es waren technisch-ästhetische Pionierleistungen, darunter der amerikanische Antikriegsfilm Im Westen nichts Neues nach dem Roman von Erich Maria Remarque, der die Schrecken des Kriegs aus der Sicht eines jungen Soldaten schildert.
Nach der Berliner Premiere der deutschen Synchronfassung am 4. Dezember 1930 organisierte die NSDAP Krawalle, denen tätliche Angriffe auf das Publikum und eine antisemitische Hetzkampagne gegen den aus Deutschland stammenden jüdischen Produzenten Carl Laemmle folgten. Am 11. Dezember 1930 wurde der Film wegen »Gefährdung des deutschen Ansehens« verboten und erst Monate später wieder zugelassen.

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Plakativ. Filmwerbung und Propaganda in Demokratie und Diktatur

Am Beispiel der Filmwerbung und ihrer vielfältigen Gestaltungsformen wirft die Ausstellung »Plakativ. Filmwerbung und Propaganda in Demokratie und Diktatur« neues Licht auf jenen Teil der deutschen Filmgeschichte, der mit der größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Im Zentrum steht die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur: Filmpolitik und Werbung werden hier parallel gesetzt mit einer ideologischen Radikalisierung, die bereits 1933 im Ausschluss von Juden aus der deutschen Filmindustrie erkennbar ist und während des Zweiten Weltkriegs in den Holocaust mündete.Neben Plakaten zu Kriegs- und Propagandafilmen, Melodramen und Biografien heroischer Männer sind rare Plakate für deutsche Filme aus Belgien, Frankreich, Finnland und Schweden zu sehen.Gerahmt wird dieser Schwerpunkt auf der NS-Zeit durch Plakate aus den Krisenjahren der Weimarer Republik und einen Ausblick auf die frühen Nachkriegsjahre, in denen die Weichen für eine geteilte Filmgeschichte in Ost und West gestellt wurden. Die Ausstellung präsentiert einen Querschnitt aus der Sammlung von William Gillespie (Sydney, Australien).