Filmgeschichte und Filme entdecken

Zu diesem Themenschwerpunkt bieten wir folgende Workshops an.

Sekundarstufe I / Sekundarstufe II:

Im Schattenreich des frühen Kinos: wie der Stummfilm das Gruseln erfand
Kaum war es möglich, Filme zu drehen, bildete sich eine Vielzahl von Genres, Erzählmustern und Stilen aus. Da gab es schon Dokumentar- und Spielfilme, zuerst kurze, dann längere und man verfilmte Komödien, Tragödien, inszenierte historische Ereignisse und vieles mehr.
Das Geisterhafte der schwarz-weißen Figuren im abgedunkelten Vorführraum inspirierte schnell auch zur Verfilmung von Grusel- und Horrorgeschichten. Der Workshop gibt einen Einblick in die Ästhetik von allerhand unheimlichen Gestalten des Stummfilmkinos und thematisiert zudem die technischen und künstlerischen Möglichkeiten des Filmemachens Anfang des 20. Jahrhunderts.
Dauer: ca. 90 min.

Frohsinn, Kitsch und Propaganda - Filme im Nationalsozialismus
Filme spielten im Dritten Reich eine wichtige Rolle: Man sah in ihnen das Potential eines wirkungsvollen Werbemittels für die nationalsozialistische Ideologie. Die Filmproduktion wurde maßgeblich von Joseph Goebbels, dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, kontrolliert und gesteuert. Dennoch waren die propagandistischen Inhalte nicht immer offensichtlich.
Der Workshop präsentiert Filmausschnitte, die einen Eindruck vom perfiden und faszinierenden Wirken der nationalsozialistischen "Traumfabrik" vermitteln. Dabei werden die Intentionen der Filmschaffenden, der historische Kontext und die heutige Perspektive auf jenes Kapitel der Filmgeschichte in den Vordergrund gerückt.
Dauer: ca. 90 min.

»Ausgezeichnet!« - Studio Babelsberg heute
Der Workshop gibt einen Überblick über die neuere Filmgeschichte des Traditionsstudios - mit Wissenswertem und überraschenden "Blicken hinter die Kulissen" zu Entwicklungen in der Medienstadt Babelsberg, sowie Produktionen aus Film und Fernsehen made in Babelsberg. Ob Deutscher und Europäischer Filmpreis oder Oscar - Filme aus Babelsberg wurden und werden häufig ausgezeichnet. Im Studio Babelsberg entstehen große und kleine nationale und internationale Filmproduktionen, denn auch die Gewerke des ältesten Großatelier-Filmstudios der Welt arbeiten ausgezeichnet.
Dauer: ca. 90 min.

"Wie klingt der Golem?" - Film und Musik. Mit Live-Begleitung an der Welte-Kinoorgel
Der Film DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM (D 1920, R: Paul Wegener) erzählt von Existenzkampf, Verzweiflung und Hoffnung. Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges und der Nachkriegsjahre spiegelt er eine zerrissene, verkehrte Welt. Einmal zum Leben erweckt, irrt der Golem wie ein Zombie durch die perspektivisch verzerrten Gassen des alten Prag. Das Konzept des Films ist so einfach wie modern: Die leblosen Dinge schreien auf, wo die Menschen machtlos schweigen.
Zu diesem Stummfilmklassiker gibt es keine Originalpartitur, dafür sehr verschiedene musikalische Herangehensweisen. Mal eher Jazz, mal elektronisch, mal klassisch orchestriert - Ensembles und Musiker*innen verschiedener Genres interpretierten das Filmgeschehen immer wieder anders.
In diesem Workshop geht es um die Funktion von Filmmusik. Nach einer Einleitung ins Thema hören und besprechen wir zunächst verschiedene musikalische Versionen eines Ausschnitts aus dem Film. Anschließend begleitet unsere Organistin Susanne Schaak diesen Ausschnitt live.
Wie wirkt die jeweilige musikalische Gestaltung auf uns? Kann Musik den Film verändern?
Dauer: 90 min.
Eintritt: 5,-

Grundschule:

Stummfilmspaß mit Kinoorgel
Stummfilme erzählen ihre Geschichten in eindrücklichen, schwarz-weißen Bildern. Damit das Publikum in Stimmung kommt und mit seinen Hauptfiguren mitfiebern kann, werden Filme von Musik begleitet. Unsere Organistin Susanne Schaak zeigt, was die historische Welte-Kinoorgel kann. Wir sehen einen kurzen Filmausschnitt und überlegen gemeinsam: welche Musik könnte dazu passen? Dann begleitet sie einen kurzen Film z.B. von Buster Keaton, den Kleinen Strolchen oder Charly Chaplin mit Herz für Chaos und kleine Missgeschicke. Passt die Musik, die sie spielt, zum Film?
Dauer: ca. 45 min.
Vom Märchen zum Film: ARD-Märchenverfilmungen im Gespräch mit Sabine Preuschhof
Wie wird aus einem Märchenklassiker ein aktueller Film? Was ist im Märchenfilm anders als in der literarischen Vorlage und warum? Wie lange dauert es, bis ein Märchenfilm fertig ist? Sabine Preuschhof betreute als Redakteurin in der Familienredaktion des RBB die Produktion von über 40 Märchenfilmen von der Themenfindung bis zur Ausstrahlung. Als Mitglied des Freundeskreises des Filmmuseums Potsdam e.V. lädt sie ins Kino des Filmmuseums ein um Märchenfilme zu sehen. Ausgehend von den Fragen der Kinder berichtet sie anschließend sehr lebendig vom Geschehen hinter den Kulissen.
Ablauf: Einführung zum Film - Filmvorführung - Gespräch mit Sabine Preuschhof
Diese Filme stehen zur Auswahl:
1./2. Kl.: Frau Holle, Das tapfere Schneiderlein, Tischlein deck dich
3./4. Kl.: Die zertanzten Schuhe, Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Rapunzel,
König Drosselbart, Der gestiefelte Kater, Die Prinzessin auf der Erbse
5./6. Kl.: Die Sterntaler, Sechse kommen durch die ganze Welt

Das fliegende Klassenzimmer - Spielfilme als Zeitkapseln
Erich Kästners Klassiker über Freundschaft und den Alltag in einem Jungeninternat ist ganze viermal verfilmt worden: 1954, 1973, 2003 und 2023. Jedes Mal werden die Hauptfiguren und der Ort des Geschehens ein wenig abgewandelt und der jeweiligen Gegenwart angepasst. Was verraten die Filme über die Zeit, in der sie entstanden sind? Wir werden die Verfilmungen von Das fliegende Klassenzimmer mithilfe von Ausschnitten als historische Zeitkapseln miteinander vergleichen.
Dauer: 90 min.
Preise bei Workshops:
bis 90 min. 3,- pro Person
über 90 min. 5,- pro Person

Kontakt:
Beate Rabe
T +49-331-27 181-34
b.rabe(at)filmmuseum-potsdam.de