Umzug der Sammlungen

05.07.2022
Umzug der Sammlungen

Von Bornstedt nach Babelsberg: Heute sind die Sammlungen des Filmmuseums Potsdam, Institut der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, mit einem offiziellen Festakt in den Archiv-Neubau an der Marlene-Dietrich-Allee in der Medienstadt Babelsberg umgezogen.

Wissenschafts- und Kulturministerin Dr. Manja Schüle: "Drehbücher, Requisiten, Kostüme, Filmtechnik, Werbeplakate, Fotos sowie 200 Nachlässe von Hans Albers bis Tom Zickler - alles, was das Cineastenherz begehrt, bewahrt das Filmmuseum Potsdam auf. Mehr als 25 Jahre lagerten diese teils sensiblen Artefakte in einer viel zu kleinen Baracke in der Pappelallee - unter wenig idealen Bedingungen. Umso schöner, dass wir heute die Eröffnung des großzügigen und technisch bestens ausgestatteten Archiv-Neubaus am traditionsreichen Babelsberger Filmstandort feiern können! Ein leicht verspätetes Geschenk zum 40. Geburtstag des Filmmuseums, den wir im vergangenen Jahr begangen haben. Kein deutsches Filmmuseum kann auf eine so lange Geschichte blicken. Und kein anderes deutsches Filmmuseum nennt ein Kino, eine Ausstellung und mehr als eine Million Sammlungsobjekte sein eigen. Ziel ist es, Nachlässe und filmbezogene Materialien für die Wissenschaft und für künftige Generationen als kulturgeschichtliche Zeugnisse zu sammeln, zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln. Dank des Neubaus kann das Filmmuseum seine Archive und Sammlungen deutlich komfortabler als bisher für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und dieses Kulturgut für zukünftige Generationen bewahren."

Christine Handke, künstlerisch-organisatorische Leiterin und Direktorin Filmmuseum Potsdam: "Durch die Verortung unserer Sammlungen direkt neben dem Studio Babelsberg, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, dem Deutschen Rundfunkarchiv, dem MediaTechHub und weiteren wichtigen Medieninstitutionen werden sich ganz neue, wertvolle Synergien und Perspektiven für unsere wachsenden Bestände ergeben. Neben unserem bekannten und gut besuchten Museum mit seinen Ausstellungen und dem Kino in der Potsdamer Innenstadt werden wir auch durch die unmittelbare Nähe zu unserem Bauherrn, dem Filmpark Babelsberg, mit dem geplanten Schaudepot ab 2024 unsere Sammlungen für ein neues, auch internationales Zielpublikum öffnen können."

Dr. Ilka Brombach, wissenschaftlich-kuratorische Leiterin & Direktorin Filmmuseum: "Mit dem Sammlungsneubau können Filmmuseum Potsdam und Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF in Zukunft noch besser kooperieren und zusammenwachsen. Seit 2011 gehört das Filmmuseum institutionell zur Filmuniversität; nun ziehen die Sammlungen - und mit ihnen die Zeugnisse aus einhundert Jahren Filmgeschichte - in den Neubau gegenüber. Damit entsteht ein einzigartiger Rechercheort zum Thema Film: Die universitäre Fachbibliothek und die museale Sammlung befinden sich Tür an Tür. Außerdem können Studierende, Lehrende und Forschende zukünftig - digital und hands-on - direkt mit dem Material der Filmgeschichte arbeiten. Ein Seminarraum, Forschungsarbeitsplätze und ein Workshopraum stehen ihnen zur Verfügung."

Prof. Dr. Susanne Stürmer, Präsidentin Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF: "Mit dem Sammlungsbau wächst unser Campus um eine weitere Perle - nach dem neuen Haus 6, das wir im letzten Jahr eröffnen konnten. Ich freue mich auf die noch engere Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum und auch, dass uns der Neubau Raum für eine Innovationsetage bietet: Das Erich Pommer Institut, der Meda Tech Hub Accelerator, das Startbüro Babelsberg und das neue cX Studio, unser im Aufbau befindliches Experimentierlabor zu neuen Medientechnologien, haben eine neue gemeinsame Heimat gefunden."

Die seit 1990 wachsenden Sammlungen des Filmmuseums Potsdam, Institut der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, bewahren umfangreiche Bestände zur Film- und Kinogeschichte sowie zur Filmtechnik Deutschlands. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Babelsberger Filmstudios seit 1912, der Film- und Kinokultur der DDR (DEFA-Betriebe) und deren Künstler*innen sowie der jüngsten Geschichte des Filmstandortes Babelsberg. Zu den Sammlungen gehören Materialien aller für die Filmproduktion notwendigen Gewerke: von der Stoffentwicklung (Drehbücher), über Szenen- und Kostümbild-Entwürfe, Kostüme, Requisiten, Foto und Tonträger bis hin zu Plakaten und anderen Werbemitteln. Einen Großteil nehmen Vor- und Nachlässe ein. Der Bestand an historischer Film- und Kinotechnik ist einer der größten in Deutschland.

Dank des Zusammenwirkens des Landes Brandenburg mit dem privaten Bauherrn Friedhelm Schatz, Filmpark Babelsberg, konnte für die Sammlungen, die beengt auf 3000m² in Potsdam-Bornstedt untergebracht waren, ein moderner Archiv-Neubau mit einer verdoppelten Nutzfläche auf 6300m² vis-à-vis der Filmuniversität, am Medienstandort Babelsberg errichtet werden.
Im Rahmen der Grundsteinlegung am 17. August 2020 wurde das Nutzungskonzept für den Neubau vorgestellt. Im März 2022 konnte das Sammlungsgebäude vom Bauherrn an die Mieter und Nutzer, den Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen des Landes Brandenburg/ die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF/Filmmuseum Potsdam, übergeben werden. Mit dem Archiv-Neubau erhalten die Sammlungen die dringend benötigten klimatisierten Magazine sowie Werkstätten und Bearbeitungsräume nach gültigen konservatorischen Standards, um die Objekte als Teil des nationalen Kulturerbes zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hinzu kommen Seminarräume und ein Vermittlungsraum. Neben dem Museum mit seinen Ausstellungen und dem Kino in der Innenstadt soll bis 2024 im Sammlungsneubau ein öffentlich zugängliches Schaudepot eingerichtet werden.
Die Flächen im Neubau umfassen insgesamt 10.000m². Als weitere Nutzer haben eine Reihe innovativer Teams der Hochschule zum 1. März 2022 Büros bezogen. Dazu gehören der MediaTechHub Accelerator, die gemeinsame Start Up Förderung mit der Universität Potsdam und dem HPI, das Startbüro Babelsberg, eine Ansiedlungsinitiative für junge Kreativteams der Hochschule, gefördert von Medienboard, Studio Babelsberg und ILB, das Erich Pommer Institut als Weiterbildungsinstitut der Hochschule und ab September das cX Studio, ein Experimentierlabor der Hochschule zu neuen Medientechnologien.