Zum Gedenken an Erika Richter

24.08.2020
Leitung und Mitarbeiterinnen der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und des Filmmuseums Potsdam trauern um Erika Richter (6.1.1938 - 24.8.2020).

Die in Aachen gebürtige Dramaturgin absolvierte ihr Studium für Filmdramaturgie von 1956 bis 1960 an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. 1975 promovierte sie zum Thema "Frauen in DEFA-Filmen der 70er Jahre" wie "Der Dritte" (1972) von Egon Günther oder "Die Legende von Paul und Paula" (1973) von Heiner Carow. Ihre Handschrift und ihren warmherzigen, klugen Blick auf die Figuren tragen Filme wie "Das Fahrrad" (1982) von Evelyn Schmidt, "Jadup und Boel" (1982/83) von Rainer Simon oder "Coming Out" (1989) von Heiner Carow. Als Mitglied des Auswahlkomitees des Internationalen Forums des Jungen Films der Berlinale hat sie von 1991 bis 2004 maßgeblich am Programm mitgewirkt.
Gemeinsam mit ihrem Mann, Filmautor und Filmwissenschaftler Rolf Richter (1932-1992), der u.a. Initiator der Wiederentdeckung von DEFA-Verbotsfilmen auf der Berlinale 1990 war, brachte sie die Zeitschrift "Film und Fernsehen" heraus. Nach seinem Tod war sie allein Herausgeberin. Rolf Richter begann schon in den 80er Jahren intensiv zu zeichnen. 1994 widmete das Filmmuseum Potsdam ihm die Ausstellung "Tödliche Spiele - Bilder und Collagen", die von Erika Richter kuratiert wurde. Ihre Materialien hat sie schon zu Lebzeiten dem Museum überlassen. Ein Leben lang galt ihre Liebe dem Kino. 2003 wurde sie für ihr Lebenswerk von der Berlinale mit der Goldenen Kamera geehrt. Für ihr unermüdliches Schaffen erhielt sie 2012 den Programmpreis der DEFA-Stiftung. Wir werden sie sehr vermissen und sind in Gedanken bei ihren Angehörigen.



Prof. Dr. Susanne Stürmer
Präsidentin
Filmuniversität Babelsberg Filmmuseum Potsdam

Christine Handke
Amtierende Direktorin
Filmmuseum Potsdam