Tigrero - Ein Film, der nie gemacht wurde

Mit Zigarren und Whisky, Pistole und einer 16mm-Kamera bewaffnet brach Samuel Fuller in den 1950er Jahren für ein Filmprojekt in den Amazonas auf, freundete sich mit den Karaja-Indianern an und filmte deren Lebenswelt. Sein vorgesehener Spielfilm scheiterte, da sich in Hollywood keine Versicherung fand, die für den Schaden hätte aufkommen wollen, wenn dem designierten Filmstar Ava Gardner etwas zugestoßen wäre. Kaurismäkis einfühlsame Dokumentation begleitet Sam Fuller und Jim Jarmusch 40 Jahre später beim Revisiting der Schauplätze und Protagonist*innen. Ein Road Movie voll Empathie für die Karaja-Indianer, aber auch für die Regielegenden Fuller und Jarmusch.
Einführung: Thembi Linn Hahn (Filmuniversität Babelsberg)

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Meisterwerke non finito

Was wäre, wenn sich Romy Schneider durch ihre verführerisch-sinnliche Rolle in »Die Hölle« schlagartig vom Sissi-Image gelöst hätte? Oder wenn Henry-Georges Clouzot mit seinen flirrenden Bildern die Nouvelle Vague in den Schatten gestellt hätte? Hätte George Lucas »Star Wars« überhaupt noch gedreht, wenn er Alejandro Jodorowskys »Dune« hätte sehen können?Einige große Wunden der Filmgeschichte würden heute nicht existieren, wenn man doch Erich von Stroheim die entsprechende künstlerische Freiheit, Sergej Eisenstein von Stalins Leine und Orson Welles das nötige Geld gelassen hätte.Flankierend zum UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes (27.10.) würdigen wir den geheimnisvollen, unsichtbaren Kanon der unvollendeten Meisterwerke. Mit Hilfe von Dokumentationen, die eine Rekonstruktion wagen, mit Neuauflagen und rekonstruierten Fragmenten sowie in Gesprächen und Einführungen werfen wir einen Blick auf eine andere Filmgeschichte und deren Autoren. Wir spüren Filmen nach, die es gar nicht gibt.In Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg. Mit Unterstützung des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften - ZeM