Orson Welles' Don Quixote

Die hier gezeigten Bilder sind ein Teil des Vermächtnisses von Orson Welles' nie beendetem Traumprojekt »Don Quixote«. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Produktion und Regisseur beschloss Welles, den Film selbst zu finanzieren. Er arbeitete dabei ohne fertiges Drehbuch, ließ Szenen von den Schauspieler*innen improvisieren und benutzte 16mm-Stummfilm-Equipment - bis ihm das Kapital ausging. Dennoch ließ Welles nicht von seinem Projekt ab. Als er 1985 starb, hinterließ er unzählige Drehbuchseiten, allerdings nur rohes Filmmaterial. Sein Hauptdarsteller war bereits 1969 verstorben.
Einführung: Josefine Knuth-Pollok (Filmuniversität Babelsberg)

Termine

02 November 2018 | 19:00

Meisterwerke non finito

Was wäre, wenn sich Romy Schneider durch ihre verführerisch-sinnliche Rolle in »Die Hölle« schlagartig vom Sissi-Image gelöst hätte? Oder wenn Henry-Georges Clouzot mit seinen flirrenden Bildern die Nouvelle Vague in den Schatten gestellt hätte? Hätte George Lucas »Star Wars« überhaupt noch gedreht, wenn er Alejandro Jodorowskys »Dune« hätte sehen können?Einige große Wunden der Filmgeschichte würden heute nicht existieren, wenn man doch Erich von Stroheim die entsprechende künstlerische Freiheit, Sergej Eisenstein von Stalins Leine und Orson Welles das nötige Geld gelassen hätte.Flankierend zum UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes (27.10.) würdigen wir den geheimnisvollen, unsichtbaren Kanon der unvollendeten Meisterwerke. Mit Hilfe von Dokumentationen, die eine Rekonstruktion wagen, mit Neuauflagen und rekonstruierten Fragmenten sowie in Gesprächen und Einführungen werfen wir einen Blick auf eine andere Filmgeschichte und deren Autoren. Wir spüren Filmen nach, die es gar nicht gibt.In Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg. Mit Unterstützung des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften - ZeM