Ludwig II.

Foto: DFF - Deutschen Filminstitut  Filmmuseum

Von der Krönung bis zum Tod Ludwig II. - Luchino Visconti »inszeniert, ja zelebriert die hinlänglich bekannten Lebensstationen seines Helden mit unverhohlener Sympathie in schwelgerischen und dekadent schönen Szenenfolgen, deren Rhythmus mehr von musikalischen als erzählerisch-dramaturgischen Erwägungen diktiert scheint.« (Filmdienst)
Diesen Sog brechen quasi-dokumentarische Kommentarsequenzen, in denen die Schauspieler*innen vor einem schwarzen Hintergrund direkt in die Kamera sprechen, und erzeugen eine kritsch-kühle Gegenposition zur einfühlsamen Erzählebene.
Wenn auch penibel recherchiert und weitestgehend auf historischen Fakten beruhend, richtet Visconti seinen Fokus nicht auf die großen historischen Momente, sondern auf die Privatperson Ludwig. Dessen Homosexualität spart der homosexuelle Künstler Visconti im Unterschied zu Helmut Käutner in »Ludwig II. - Glanz und Ende eines Königs« nicht aus. In der BRD, wo eine gekürzte, dreistündige Fassung des ursprünglich vierstündigen Films im Januar 1973 zur Uraufführung kam, wurde Viscontis Meisterwerk wegen der »perversen Stellen« um weitere 55 Minuten gekürzt. - Zu sehen ist bei uns die rekonstruierte, vierstündige Fassung.

Dates

Filmgeschichte im Doppelpack

Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg durchleuchtet die Reihe Filmgeschichte auf der Suche nach historischen Referenzen. In diesem Monat stehen zunächst zwei so amüsante wie rasante Verwechslungskomödien um Königshäuser, Prinzen, Prinzessinnen und einen »Modefürst« auf dem Programm. Im zweiten »Doppelpack« sind frühe Spielfilme über den Untergang der Titanic zu sehen.