Frühjahrsparade

Géza von Bolvárys Frühjahrsparade ist ein heute weitgehend vergessener Film. Seine Handlung bettet die Entstehung des Deutschmeister-Marsches von Wilhelm Jurek in eine romantisch-musikalische Liebesgeschichte im alten Wien ein, Kaiser inklusive. Weitaus bekannter bis heute- dank seiner Hauptdarstellerin Romy Schneider - ist das 1955 unter dem Titel »Die Deutschmeister« entstandene Remake.
»Frühjahrsparade« ist zugleich der letzte Film mit der ungarisch-jüdischen Hauptdarstellerin Franziska Gaal, der nach Zensurauseinandersetzungen schließlich im Februar 1935 im Deutschen Reich uraufgeführt wurde. Produziert wurde er von Joe Pasternak, gedreht in Budapest ohne Rücksicht auf die seit 1933 geltenden antisemitischen Bestimmungen des deutschen Filmmarkts. Der Vergleich mit dem Remake offenbart Anknüpfungs- wie auch deutliche Wandlungsprozesse etwa in Bezug auf die Inszenierung von Weiblichkeit und Militär und deren Rezeption - trotz allenfalls geringfügiger Änderungen des Drehbuchs.
Vor dem Film: Gespräch mit Stefanie Mathilde Frank (»Wiedersehen im Wirtschaftswunder. Remakes von Filmen aus der NS-Zeit in der BRD 1949-1963«)
Moderation: Ursula von Keitz (Filmmuseum Potsdam)

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Die Staatssicherheit der DDR hat in Film und Fernsehen Konjunktur. Nicht erst seit dem Publikumserfolg von »Das Leben der Anderen« (2006) nimmt die Darstellung des ostdeutschen Geheimdienstes in filmischen Erzählungen über die DDR eine zentrale Stellung ein. Welche inhaltlichen Schwerpunkte transportieren die Filme? Wie wirken sich diese auf die Darstellung der DDR-Geschichte aus? Welche Themen bleiben ausgespart? Mit welchen visuellen Mitteln wird die Staatssicherheit in Szene gesetzt? Diese und weitere Fragen werden im Buch »Bilder der Allmacht. Die Staatssicherheit in Film und Fernsehen« detailliert untersucht. Dabei wird der Bogen auch zurück in die Zeit vor 1989/90 gespannt, um die gegenwärtigen Bilder der Staatssicherheit mit den Selbst- und Fremddarstellungen aus der Zeit des Kalten Krieges zu vergleichen.Buchvorstellung mit dem Herausgeber Andreas Kötzing