Die Hölle

Ursprünglich wurde das gleichnamige Skript für den Film von Henri-Georges Clouzot geschrieben. Er begann 1964 zu filmen, mit Romy Schneider und Serge Reggiani in den Hauptrollen. Aufgrund von gesundheitlichen Problemen von Reggiani und Clouzot und anderen Misständen konnte »Die Hölle« nicht vollendet werden. Claude Chabrol adaptierte das Drehbuch und realisierte seine Version dreißig Jahre nach Clouzot mit Emmanuelle Béart und François Cluzet in den Hauptrollen.
Dabei übernahm Chabrol lediglich Clouzots Storyline: die krankhafte Eifersucht des Mannes Paul auf seine attraktive Ehefrau Nelly. Chabrol griff dafür auf die Urfassung seines Vorgängers zurück.
Einführung: Josefine Knuth-Pollok (Filmuniversität Babelsberg)

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Meisterwerke non finito

Was wäre, wenn sich Romy Schneider durch ihre verführerisch-sinnliche Rolle in »Die Hölle« schlagartig vom Sissi-Image gelöst hätte? Oder wenn Henry-Georges Clouzot mit seinen flirrenden Bildern die Nouvelle Vague in den Schatten gestellt hätte? Hätte George Lucas »Star Wars« überhaupt noch gedreht, wenn er Alejandro Jodorowskys »Dune« hätte sehen können?Einige große Wunden der Filmgeschichte würden heute nicht existieren, wenn man doch Erich von Stroheim die entsprechende künstlerische Freiheit, Sergej Eisenstein von Stalins Leine und Orson Welles das nötige Geld gelassen hätte.Flankierend zum UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes (27.10.) würdigen wir den geheimnisvollen, unsichtbaren Kanon der unvollendeten Meisterwerke. Mit Hilfe von Dokumentationen, die eine Rekonstruktion wagen, mit Neuauflagen und rekonstruierten Fragmenten sowie in Gesprächen und Einführungen werfen wir einen Blick auf eine andere Filmgeschichte und deren Autoren. Wir spüren Filmen nach, die es gar nicht gibt.In Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg. Mit Unterstützung des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften - ZeM