Victor/Victoria

In Blake Edwards' gelungener Neuverfilmung des UFA-Films »Viktor und Viktoria« gibt sich die arbeitslose Opernsängerin Victoria Grant als Mann und Frauendarsteller aus, um mit ihrem schwulen Freund Toddy ein Engagement in einem Nachtclub zu bekommen. Victoria wird auf der Bühne »Graf Victor Grazinski« und Toddy dessen Liebhaber. Gleich mit dem ersten Auftritt wird Victoria als Victor zum Liebling von Paris. Auch der zwielichtige Nachtclubbesitzer King Marchand ist fasziniert von diesem Victor, was ihn an seiner sexuellen Orientierung zweifeln lässt. Die Situation wird noch vertrackter, als King Marchands rachsüchtige Ex-Geliebte auftaucht.
»Eine stilsichere, elegante und charmante romantische Farce, die mit geistreichen Dialogen, Slapstick-Einlagen, einer perfekten Choreographie und hervorragenden Schauspielern brilliert.« (Filmdienst)

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Filmgeschichte im Doppelpack

Von heute bis gestern, von den 2010ern zurück bis in die ersten Kino-Dekaden betrachtet die Reihe internationale Filmgeschichte im Doppelpack. Historische Referenzen werden aufgemacht - von inhaltlichen und formalen Analogien und Bezugnahmen über Hommagen, Kontinuitäten, Neuinterpretationen und Remakes zu mehr oder weniger eindeutigen Zitaten. Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg wird die Filmgeschichte durchleuchtet, um deutlich zu machen, wie immens wichtig die Cinephilie und die Auseinandersetzung mit Filmgeschichte nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch und gerade für (angehende) Filmschaffende sind. Mit Jean-Luc-Godards »Die Verachtung« kommt die Rückschau in den 1960ern an. Zusammen mit Godards Hommage an Fritz Lang ist dessen ausgewiesenes Meisterwerk »M - Eine Stadt sucht einen Mörder« zu sehen. Von der französischen Filmzeitschrift »Cahiers du Cinéma«, zu deren Redaktionsteam Godard in den 1950ern gehörte, wurde »M« 2008 in die Liste der 100 besten Filme aller Zeiten aufgenommen.