Harakiri

Die unglückliche Liebesgeschichte zwischen einer Japanerin und einem Europäer in Zeiten des Imperialismus. Angelehnt an Giacomo Puccinis Oper »Madame Butterfly« führt uns Fritz Lang in Harakiri ins alte Japan, wo die schöne O-Take-San vor den Nachstellungen eines Bonzen in die Obhut eines europäischen Offiziers flüchtet. Sie wird seine Konkubine, doch er verlässt sie und kehrt erst nach Jahren an der Seite einer anderen Frau zu O-Take-San zurück. Einmal mehr arbeitet Lang hier im immens populären Genre des exotischen Films, für dessen »Echtheit« die Ausstattung durch das völkerkundliche Museum der Gebrüder Umlauff sowie Hagenbecks Tierpark als Drehort sorgen.
Mit Vorfilm
Live-Musik: CEEYS & Midori Hirano
Einführung: Qinna Shen (Bryn Mawr College, USA)

Dates

Flimmerkonzert Weimar International

Das Weimarer Kino war das Goldene Zeitalter des deutschen Films. Nie wieder war der deutsche Film so international wie in den 1920er Jahren, nie wieder hatte er eine solche Ausstrahlung. Nach Berlin und Babelsberg kamen Filmkünstler*innen aus aller Welt. Die künstlerische Vision und das Können entschieden über Chancen und Karrieren der Filmschaffenden, nicht die Muttersprache oder der Akzent. Denn die Sprache der Augen, die Mimik und Gestik der Schauspieler*innen brauchte in der Zeit des Stummfilms keine Übersetzung. Die Filmreihe von Philipp Stiasny und Frederik Lang im Berliner Zeughauskino und im Filmmuseum Potsdam ergänzt die Spielfilme um kurze Vorfilme: Reise-, Kultur- und Animationsfilme, die das Publikum in ferne Länder führen. Dem damals weit verbreiteten Nationalismus sagen die Filme adieu und umarmen stattdessen die Welt.