Zwölf Uhr mittags

Will Kane, bis vor kurzem Town Marshal, ist gerade getraut worden, als er erfährt, dass sein nach Rache dürstender Todfeind Frank Miller begnadigt wurde und mit dem Mittagszug eintreffen wird.Mitglieder der Miller-Gang warten schon am Bahnhof. Von den Hochzeitsgästen und seiner Frau gedrängt, die Stadt zu verlassen, gibt Kane zunächst nach, kehrt dann jedoch wieder um, denn er will die Stadt nicht wieder in die Hände der Banditen fallen lassen. Bis zur Ankunft des Zuges bleibt ihm noch eine Stunde, in der er feststellen muss, dass sich neben seiner Frau auch alte Freunde von ihm abwenden und er im Alleingang agieren muss.
Neben der dramaturgischen Besonderheit der Einheit von Raum und Zeit, sorgt auch die an sich zweifelnde Haupt- und gebrochene Heldenfigur in dem vielfach ausgezeichneten Western für die sich stetig steigernde Spannung. Der Originaltitel »High Noon« ist quasi zu einem Synonym für den entscheidenden Showdown geworden, auf den sich alles zuspitzt.

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Filmgeschichte im Doppelpack

Von heute bis gestern, von den 2010ern zurück bis in die ersten Kino-Dekaden betrachtet die Reihe internationale Filmgeschichte im Doppelpack. Historische Referenzen werden aufgemacht - von inhaltlichen und formalen Analogien und Bezugnahmen über Hommagen, Kontinuitäten, Neuinterpretationen und Remakes zu mehr oder weniger eindeutigen Zitaten. Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg wird die Filmgeschichte durchleuchtet, um deutlich zu machen, wie immens wichtig die Cinephilie und die Auseinandersetzung mit Filmgeschichte nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch und gerade für (angehende) Filmschaffende sind. Mit Jean-Luc-Godards »Die Verachtung« kommt die Rückschau in den 1960ern an. Zusammen mit Godards Hommage an Fritz Lang ist dessen ausgewiesenes Meisterwerk »M - Eine Stadt sucht einen Mörder« zu sehen. Von der französischen Filmzeitschrift »Cahiers du Cinéma«, zu deren Redaktionsteam Godard in den 1950ern gehörte, wurde »M« 2008 in die Liste der 100 besten Filme aller Zeiten aufgenommen.