Wenn die Eltern Geld verdienen

Frank

Hans Wintgens Filme erkunden existentielle Lebensphasen. Zusammen betrachtet erzählen sie die fiktive Biographie eines in der DDR der 1970er und 1980er Jahre lebenden Menschen: das Kindergartenalter in Wenn die Eltern Geld verdienen (1982), die Jugend in Frank (1990), das Erwachsensein in Schuster (1983) oder den Tod in Gespräche in einer strahlentherapeutischen Klinik (1985). Die Behutsamkeit, mit der sich Hans Wintgen diesen Themen nähert, ist eine programmatische ästhetische Haltung. Ihr Charakteristikum ist Reduktion. Sie lenkt den Zuschauer auf Sprache und Zum-Sprechen-Bringen als den inneren Kern seiner dokumentarischen Filmarbeit. Hans Wintgen, geboren 1949 in Falkenberg bei Berlin, verweigert sich der Zensur und Selbstzensur und wird zu einem Außenseiter des DDR-Films: Seine Arbeiten verschwinden in den Archiven, sein Filmwerk bleibt, wie der Regisseur selbst, unsichtbar. Zu entdecken sind Filme, die im Leben des Einzelnen einen wahrhaften Blick auf das Ganze suchen. (Verbrecher Verlag)
Vor den Filmen: Autorin Anne Barnert im Gespräch mit Ursula von Keitz (Filmmuseum Potsdam)

Dates

Film lesen

Mit der Reihe »Film lesen« werden Gäste ins Kino des Filmmuseums eingeladen, die in jüngst erschienenen Büchern oder Zeitschriften über Filme geschrieben haben: über spannende Menschen und Themen aus Film- und Kinogeschichte, über Neuentdeckungen und neue Zugänge zu verschiedensten Aspekten der Filmkunst. Nach einem kurzen Gespräch mit den Autor*innen folgt ein passendes Filmprogramm.