Nie wieder schlafen

Drei Frauen fahren nach Berlin, um an einer Hochzeitsfeier teilzunehmen. Das große Auto, mit dem sie aus einer westdeutschen Stadt anreisen, lädt zum Plausch über die eigene Gefühlslage ein. Single Rita hat genug von ihrer mechanischen Arbeit als Simultan-Übersetzerin, Hausfrau und Mutter Roberta gibt mit einem Schuss Extravaganz ihre Katastrophenängste und Manien preis, Lilian, die Garçonne zwischen ihnen, folgt den Hochs und Tiefs der beiden gelassen und neugierig, so wie sie später auch Leute auf der Straße befragt und Stimmungsbilder aus der frisch vereinigten Stadt einfängt. Berlin im verregneten August 1991 stellt das ideale Labyrinth dar, in dem sich die drei Frauen verlaufen. (Festival Moving History)

Der lakonische Berlin-Film wurde, als er 1992 in die Kinos kam, zu Unrecht übersehen. Erst bei der letztjährigen Berlinale erfuhr er seine verdiente Würdigung und wurde nun auch digitalisiert. Sehenswert - nicht nur für Potsdamer - ist auch ein quasi-dokumentarischer Ausflug, den der Film einfing: Während der Umbettung Friedrichs des Großen nach Schloss Sanssouci mischen sich die Protagonistinnen unter die Schaulustigen.

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Film ohne Streifen - Digitalisierte Klassiker