Dil Leyla

Als kleines Mädchen erlebte Leyla Imret, wie Panzer in ihr Dorf einfielen. Sie war erst fünf Jahre alt, als ihr Vater, ein einflussreicher PKK-Aktivist, bei einem Gefecht erschossen wurde. Die Mutter schickte sie nach Deutschland. 2013, mit Mitte 20, kehrt Leyla Imret in ihre Heimat Cizre zurück, eine Kurdenhochburg an der türkischen Grenze zu Irak und Syrien. Sie zieht für die kurdenfreundliche, linksgerichtete HDP ins kommunale Parlament ein und wird zur jüngsten Bürgermeisterin des Landes. Der Film begleitet Leyla im Wahlkampf 2015. Es geht um Spielplätze, die gebaut werden sollen, Begrünung, Renovierungen. Doch dann brechen wieder Kämpfe aus, die Stadt wird vom türkischen Militär belagert, Leyla Imret als Terroristin angeklagt. Der Kontakt der Regisseurin Asli Özarslan zu ihrer Protagonistin bricht ab und kann erst Monate später wieder aufgenommen werden. Die Politikerin erzählt von einem Massaker. »Özarslans größte Stärke ist es, der emotional aufgeladenen und politisch lebensgefährlichen Stimmung ruhige Einstellungen, zurückhaltende Texttafeln, vor allem jedoch liebenswerte, traurige, aber nie hysterische Menschen entgegenzusetzen. Ihr Film betreibt Deeskalationspolitik, ohne tendenziös zu sein.« (Der Spiegel)

Termine

28 November 2017 | 17:00

New Realities

Unter dem Titel »New Realities« präsentieren wir Dokumentarfilme, die sich jenseits gängiger, fernsehtauglicher Formate auf Wagnisse einlassen, eigene ästhetische Wege beschreiten und unbekannte Themen erschließen.