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Carl Raddatz in "Jons und Erdme – Die Frau des Anderen"
Carl Raddatz in "Jons und Erdme – Die Frau des Anderen" 

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Foyerausstellungen 2012

Die Ausstellungen auf der Galerie und in einem Teil des unteren Foyers sind vor allem Neuzugängen in den Sammlungen gewidmet. Besucher des Museums sollen auf die Arbeit des Archivs, der Sammlungen aufmerksam gemacht werden. Stellt dieser Teil, der eher im Verborgenen liegt, doch die Basis eines jeden Museums dar.
Brandenburg.

Carl Raddatz zum 100. Geburtstag


16. August – 7. Oktober 2012 (Eröffnung 15.8.2012)

Stand_Raddatz, Carl 2.jpg
Carl Raddatz
Seine spröde, manchmal verbissene, oft auch verletzliche Ausstrahlung waren mehr als eine ungewohnte Farbe auf deutschen Bühnen und Leinwänden, waren mehr als spielerische Selbstverleugnung: ein Charakter, nicht nur in den Rollen, sondern auch dahinter.
Sein Lehrer Willy Birgel erkannte die Qualitäten seines Schützlings: Ein ungeschliffener Diamant, der nicht durch Politur verdorben werden durfte.
Die Lehr- und Wanderjahre waren für Raddatz vergleichsweise kurz: Theaterengagements in Mannheim, Aachen und Darmstadt. In Bremen entdeckten ihn die Talentsucher der Ufa. Und prompt spielte er den jüngeren Bruder seines Lehrers und Freundes Willy Birgel in dem Film „Verklungene Melodie“ (1938). Es folgte Hauptrolle auf Hauptrolle, ob Patriziersohn, Künstler oder einfacher Arbeiter - eine jede unverwechselbar Carl Raddatz: menschlich, direkt, unsentimental.
Heinz Hilpert überredete Raddatz, seine durch Krieg und Film unterbrochene Theaterkarriere fortzusetzen. Am Göttinger Theater wurde die Uraufführung von Carl Zuckmayers Stück „Ulla Winblad“ mit Raddatz in der Rolle des Dichters Carl Michael Bellman zu einem Riesenerfolg. Später folgte er dem Ruf Boleslaw Barlogs nach Berlin, wo er im Schillertheater z.B. die Hauptrolle in „Des Teufels General“ verkörperte. „Der Hauptmann von Köpenick erobert den Broadway“ titelte die New York Times anlässlich eines Amerika-Gastspiels mit Raddatz in diesem weiteren Zuckmayer-Stück. Für den engen Freund Carl Zuckmayer, war Raddatz Zeit seines Lebens der ideale Bühnendarsteller. Aber auch in Becketts „Warten auf Godot“ feierte er in der legendären Berliner Inszenierung des Autors Triumphe.
Seine Rollen im westdeutschen Nachkriegsfilm wählte Carl Raddatz sehr genau aus – wenige und nichts Zweitklassiges, so z.B. „Epilog“ (1950), die Zeiss-Biografie „Made in Germany“ (1957), das Kammerspiel „Jons und Erdme“ (1959) und die Satire „Das Mädchen Rosemarie“(1958). Das eindrucksvolle Porträt eines einfachen Mannes und Nazigegners zeichnete er in der Fallada-Adaption „Jeder stirbt für sich allein“(1975).
Nach der Schließung des westberliner Schillertheaters, zu dessen Ensemble er gehörte, zog sich Carl Raddatz ins Privatleben zurück. Er starb am 19.05.2004 in Berlin. An seinem Wohnhaus erinnert eine in diesem Jahr angebrachte Tafel an ihn, seine Ruhestätte auf dem Friedhof Dahlem ist Ehrengrab der Stadt Berlin.
Carl Raddatz wäre am 13. März 100 Jahre alt geworden. Er feierte seinen 90. Geburtstag im Filmmuseum Potsdam, sein Nachlass zählt zu den Schätzen unserer Sammlungen. Die Auswahl fiel schwer. Vieles muss unerwähnt bleiben, was ihm und seinen Verehrern sicher wichtig gewesen wäre. Wir schlagen nur einige Kapitel eines Künstlerlebens auf, das untrennbar verbunden ist mit den Höhepunkten deutscher Theater- und Filmgeschichte.

Von Märchenschlössern und Schurkenwinkeln -
Die Filmräume der DEFA-Szenenbildner



Teil 1: Die Räume des Bösen (AT) (VW-Projekt)
12. Oktober bis 9. Dezember 2012 (Eröffnung 11.10.2012)

Teil 2: Historisch phantastisch - Schlösser und Burgen in Spielfilmen der DEFA (AT)
14. Dezember 2012 bis 3. März 2013 (Eröffnung 13.12.2012)

Konzept erstellt von dem Projekt
SPIELRÄUME. SZENENBILDER UND -BILDNER IN DER FILMSTADT BABELSBERG
(HU Berlin)
Stand_Szenenbild Schloss.jpg
Szenenbildentwurf Schloss mit Schlosshof; Ausführung: Paul Lehmann zum Film: Die vertauschte Königin (1984; Regie: Dieter Scharfenberg)
Das Szenenbild übernimmt eine herausragende Rolle innerhalb der Filmproduktion. Sein Beitrag steht im Zentrum dieser zweiteiligen Foyerausstellung. Exemplarisch möchte die Ausstellung anhand verschiedener Materialien wie Szenenbildentwürfen, Modellen, Werkfotos, Plakaten, Programmen und nicht zuletzt an den Filmen selbst einen Einblick in die Entstehung kinematographischer Architekturen gewähren.
Der erste Ausstellungsteil widmet sich dem Innenraum als Charakterhülle von Negativfiguren. Vom bösen Wolf bis Hitler – kaum ein Film kommt ohne den obligatorischen Bösewicht aus. Die ihm spezifisch zugeordneten Filmräume sind für den Zuschauer unmissverständlich erkennbar, werden allerdings immer wieder neu konstruiert und gestaltet. In der schöpferischen Arbeit der DEFA-Szenenbildner entfaltet sich über die Jahrzehnte ein breites Spektrum des Bösen.
Schlösser und Burgen stehen im Fokus der zweiten Foyerausstellung zum Szenenbild. In vielen DEFA-Filmen bilden sie die zentralen Handlungsorte und Aktionsräume, und gehörten zum festen Repertoire der DEFA-Szenenbildner. Die jeweiligen Bedürfnisse der Filmemacher unterschieden sich jedoch: Für historische Großprojekte wie die Thälmann- und Liebknecht-Filme musste das Berliner Schloss wieder im Vorkriegszustand erstehen. Für die Adaption des Literaturklassikers „Emilia Galotti“ etwa verlegte das Filmteam das italienische Kleinfürstentum Guastalla nach Potsdam. Auch Märchenprinzen und -prinzessinnen kommen nur selten ohne eine ihnen angemessene Wohnstatt aus: das Märchenschloss. Die Ausstellung zeigt, wie sich die Raumkreationen der Filmszenographen im Spannungsfeld von historisch korrekter Wiederherstellung, Umnutzung und origineller Neuschöpfung bewegen.

Stand 18.4.2012
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