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Pola Negri und Peter Kreuder bei den Musikaufnahmen zum Film "Mazurka" 1935
Pola Negri und Peter Kreuder bei den Musikaufnahmen zum Film "Mazurka" 1935 

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Peter Kreuder

Biographie


Pseudonyme Peter Pan, Adam Solecki
18.08.1905
Baby
Peter Kreuder
Als Sohn eines Kammersängers in Aachen geboren.
 
1908
Im Alter von drei Jahren beginnt Kreuder am „Sternschen Konservatorium“ ein Klavierstudium in Berlin.
1911
Erster Schultag
Erster Schultag
Er spielt unter Leitung von Hermann Abendroth im Kölner Gürzenich das „Kleine A-Dur Konzert“ von Wolfgang Amadeus Mozart.
 
1914 bis 1917
Klavierakademie in Hamburg bei Prof. Hans Herrmann
1919
Musikalischer Leiter und Hauskomponist des Thalia-Theaters Hamburg
1920
Studium bei Feruccio Busoni in Berlin, Meisterklasse an der Akademie der Künste
1924
Abschluss als Komponist, Dirigent und Pianist an der Münchner Akademie der Tonkünste.
1926 bis 1928
Tiller Girls
Peter Kreuder und die Tanzcompany „Tiller-Girls“ in London 1926
Kreuder arbeitet als Stummfilmpianist im Phöbus-Palast in München
 
1929
Umzug nach Berlin. Er wird Arrangeur bei Mischa Spoliansky und Friedrich Hollaender und musikalischer Leiter an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin.
Oktober 1929
Bei Der blaue Engel (R: Erich von Sternberg) ist Kreuder Assistent des Filmkomponisten Friedrich Hollaender. Er begleitet Marlene Dietrich bei ihren Probeaufnahmen, bei denen sie das Lied „Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht“ singt.
1931
Kreuders erste eigenständige Arbeit für den Tonfilm ist die Musik zu Kadetten (R: Georg Jacoby).
1932
Peter Voss, der Millionendieb (R: E. A. Dupont) ist der erste deutsche Musiktonfilm, für den Kreuder die Musik verfasst.
1932
Erstes großes Jazzkonzert mit eigenem Orchester im Münchner Odeon
Juli 1933
Schallplattenaufnahmen mit Marlene Dietrich in Paris. Zwei frühere Versuche Kreuders, die Dietrich mit ihren Liedern auf Schallplatten bekannt zu machen, waren Ende der zwanziger Jahre gescheitert.
1935
Pola Negri Peter  Kreuder
Peter Kreuder und Pola Negri bei den Dreharbeiten zu „Mazurka”
Der Film Mazurka (R: Willi Forst) mit Pola Negri macht Kreuder als Komponisten weltbekannt.
 
1935
Stahltier
Peter Kreuder (li.) bei den Musikaufnahmen zu "Das Stahltier"
Musik für den experimentellen Spielfilm Das Stahltier von Willy Zielke. Der Film wird verboten. Mit Zielke arbeitet Kreuder an dem Propagandafilm Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht (R: Leni Riefenstahl), der Ende des Jahres Premiere hat.
 

Kreuder geht endgültig nach Berlin und schreibt in den folgenden Jahren seine größten Filmevergreens. Er komponiert für Filme von Willi Forst (Mazurka, Allotria, Burgtheater, Kapriolen) und schreibt Lieder für Marika Rökks Operetten- und Revueauftritte (Gasparone, Eine Nacht im Mai, Hallo Janine, Kora Terry).
1937
Kreuder wird Staatsmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoperette München. In Leipzig wird die Operette „Franzi“ uraufgeführt, für die Ernst Marischka das Buch und die Texte verfasste.
1937
Gemeinsam mit Marlene Dietrich, die er seit Ende der zwanziger Jahre kennt, nimmt Kreuder in Paris Lieder für eine Schallplatte auf, die die Musik jüdischer Kollegen wie Friedrich Hollaender und Hugo Hirsch vorstellt.
1939
In dem Spielfilm Hallo Janine übernimmt erstmals Kreuder den Gesangspart des Dieners Jean für den Titel „Zuerst das rechte Bein“.
1939
Im Film Wasser für Canitoga singt Hans Albers das Kreuder-Lied „Good bye, Jonny“, das ein großer Erfolg wird. Nach Kriegsbeginn wird der Text des Liedes in „Leb wohl, Peter“ verändert.
1939
Konzerttournee durch Skandinavien, in deren Verlauf sich Kreuder entschließt, nicht nach Deutschland zurückzukehren und in Schweden zu bleiben.
1940 bis 1942
Exil in Schweden.
13.06.1941
Uraufführung seiner Oper „Lips“ (Der Zerrissene) in der Königlichen Oper in Stockholm
01.09.1941
Dok Flüchtling
An- und Abmeldeformular für den Umzug innerhalb Schwedens 1941
Kreuder wird im neutralen Schweden der Status eines Flüchtlings ab 30. Januar 1940 bestätigt.
 
1942
Verleihung des „Gustav-Wasa-Ordens“ für große Verdienste um die Künste durch den schwedischen König Gustav V. in Stockholm. Kreuder wird für seine Verdienste um den schwedischen Dichter Carl Michael Bellmann und für die Pflege der schwedischen Folklore geehrt.
1942
Bei einer Zwischenlandung auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof während seiner Rückreise von einem Gastspiel in der Schweiz nach Stockholm wird Kreuder verhaftet. Eine harte Bestrafung bleibt aus, aber er wird zum Komponieren von Filmmusiken verpflichtet. Ein Erfolg wie in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre stellt sich aber nicht wieder ein.
1943
Kreuder zieht sich in das vor Bombenangriffen sichere Prag zurück, wohin auch ein großer Teil der deutschen Filmproduktion verlegt worden ist.
Dezember 1943
Tel Gobbels
Telegramm des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda vom 18. Dezember 1943
Das Reichspropagandaministerium verlangt Kreuders sofortige Rückkehr nach Berlin. Er hatte einen Termin für ein „Kraft-durch-Freude“-Gastspiel nicht eingehalten. Seine Strafe: Er wird als Musiker in einer Bar in Prag dienstverpflichtet, wohin er sowieso zurück will.
 
1944
Übersiedling nach Alt-Aussee. Er wird noch einmal zur Arbeit an dem Film Frühlingsmelodie nach Berlin befohlen, kehrt aber nach kurzem Aufenthalt nach Alt-Aussee zurück.
Bf Volksstrum
Einberufung zum Volkssturm am 2. Mai 1945

 
Februar 1947
Washington: Musikjournalisten wählen Peter Kreuder zum drittbesten Jazzkapellmeister der Welt.
1947
Kreuder schreibt die Musik zum ersten österreichischen Nachkriegsfilm Das singende Haus (R: Franz Antel), der Anfang 1949 in die Kinos gelangt.
Mehrwöchige Tournee durch die Schweiz, in deren Verlauf er die im Schweizer Exil lebende Gattin des argentinischen Präsidenten Evita Peron kennen lernt.
Ende 1947
Passierschein Brasilien
Passierschein des brasilianischen Konsulats Zürich
Kreuder wird als musikalischer Leiter der Rundfunkstationen Sao Paulo, Rio de Janeiro und Buenos Aires berufen.
 
1949
Fünfwöchige Tournee durch die USA mit dem Orchester „Symphonica Brasilera“ des Radio National Rio de Janeiro
1950-1953
Buenos Aires 1950
Filmmusik-Aufnahmen in Buenos Aires 1950
In den Jahren seines Aufenthalts in Südamerika komponiert Kreuder für insgesamt 8 Spielfilme die Musik, unter anderem auch für den argentinischen Film El Paraiso (R: Karl Ritter).
 

El Paraiso-wf
Besprechung mit Karl Ritter (re.) für den argentinischen Film „El Paraiso“

 
1952
Erstmals arbeitet Kreuder für den bundesdeutschen Film und schreibt die Musik für Alle kann ich nicht heiraten (R: Hans Wolff).
1954
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Musikaufnahmen zum Film „Die Mücke“ 1954: Peter Kreuder, Regisseur Walter Reisch, dahinter der Musiker Wolfgang Sauer – Foto: FAMA/EUROPA: Lindner
Unter den Filmen, für die Kreuder nach seiner endgültigen Rückkehr nach Deutschland die Musik schreibt, ist Die Mücke (R: Walter Reisch) am erfolgreichsten.
 

Kreuder komponiert in den Folgejahren weiter für den Film, wendet sich aber hauptsächlich der Bühnenmusik zu. Mit seinen Musicals „Madame Scandaleuse“ und „Lady aus Paris“ (1964) unterstützt er das Comeback von Zarah Leander.
1955
Schön war die Zeit
Buchumschlag der Erinnerungen "Schön war die Zeit"
Unter dem Titel „Schön war die Zeit“ erscheinen seine Lebenserinnerungen.
 
1956/57
Josephine Baker Peter  Kreuder
Peter Kreuder gemeinsam mit Josephine Baker 1957 auf der Tournee „Die Regenbogenkinder“
Gemeinsam mit Josephine Baker Konzerttournee „Die Regenbogenkinder“ durch Europa, mit der gegen nationalen Wahn und Rassendiskriminierung aufgerufen wird.
 
1958
Uraufführung des Musicals „Madame Scandaleuse“ mit Zarah Leander im Raimund-Theater München
November 1958
Kreuder verklagt den Komponisten der DDR-Nationalhymne Hanns Eisler, dessen Melodie unzweifelhaft auf seinen Schlager „Good bye, Jonny“ aus dem Film Wasser für Canitoga zurückgehe. Kreuder unterliegt und kann seine Forderung nach 250.000 DM Tantiemen nicht durchsetzen.
1960
Uraufführung des Musicals „Bel ami“ mit Johannes Heesters in Wien. Das Werk hat im Westen wenig Erfolg, wird aber in der DDR auf etlichen Bühnen nachgespielt und es gibt Aufführungen in Ungarn und in Bulgarien.
1963
Kreuders 1. Symphonie C-Dur (Die Brasilianische) (Kreuz des Südens) hat in Leipzig Uraufführung.
1964
Lady aus Paris 1964
Premiere des Musicals „Lady aus Paris“ mit Zarah Leander 1964, ganz links Peter Kreuder
Uraufführung des Musicals „Lady aus Paris“ mit Zarah Leander in Wien
 
1968/1969
Konzerttourneen durch Nord- und Südamerika, durch Japan und Australien
24.06.1970
Schwabinger Kunstpreis
Verleihung des Schwabinger Kunstpreises 1970: Sepp Eibel (Musik), Peter Kreuder (Musik), Fritz Falter (Veranstalter), Eugen Skasa-Weiss (Literatur), Hanna Schygulla (Darstellende Kunst), Ernst Hürlimann (Graphik) und Bürgermeister Hans Steinkohl – Foto: DPA
Peter Kreuder erhält den Schwabinger Kunstpreis der Stadt München.
 
1971
Es erscheint der zweite Teil seiner Memoiren unter dem Titel „Nur Puppen haben keine Tränen“.
1972
Kreuder beendet sein Werk „Lola Montez“. Eine Möglichkeit zur Aufführung erhält er zu Lebzeiten nicht, erst 2003 wird in München das Musical inszeniert.
24.09.1973
Professorentitel
Verleihung des Professorentitels an Peter Kreuder durch den österreichischen Bundeskanzler Fred Sinnowatz 1973 – Foto: Fritz Kern
Verleihung des Professorentitels an Peter Kreuder durch den österreichischen Bundeskanzler Fred Sinnowatz
 
1980
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Verleihung des Bayerischen Verdienstordens an Peter Kreuder durch Franz Josef Strauß 1980 – Foto: Firsching
Der Freitaat Bayern verleiht seinen Verdienstorden an Peter Kreuder.
 
28.06.1981
Als Peter Kreuder in Salzburg stirbt, hinterlässt er ein umfangreiches musikalisches Erbe: Musik zu 188 Filmen, 11 Musicals, eine Oper, fünf Operetten und sechs Symphonische Werke. Peter Kreuder gab 4.318 Konzerte in 39 Ländern. Seine Musik wurde auf insgesamt 2.314 Schallplatten und CDs veröffentlicht.
1982
Postum wird Kreuder für „Good by, Jonny“ und „Sag' beim Abschied leise Servus“ die „Goldene Europa“ verliehen.
07.08.2003
Uraufführung des Musicals „Lola Montez“ in München.


Filmographie Peter Kreuder unter www.filmmuseum-potsdam.de/de/480-2451.htm
Bilder und Dokumente unter www.filmmuseum-potsdam.de/de/480-2452.htm
Inhaltsverzeichnis des Peter Kreuder-Nachlasses unter www.filmmuseum-potsdam.de/de/480-2490.htm

Zusammenstellung Peter Warnecke
© 2010 Filmmuseum Potsdam | Realisiert durch die ARTEMiSiUM GmbH & Co. KG

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