
Bildunterschrift: Karl Gass, 1987 - Foto: G. Linke
KARL GASS
- 2. Februar 1917
- Geboren in Mannheim
- 1925
- Umzug nach Köln
- 1936
- Abitur in Köln, danach kaufmännischer Volontär bei einer Wohn- und Siedlungsgesellschaft. Werkstudent der Betriebs- und Volkswirtschaft in Köln.
- 1940
- Deutscher Meister im Rudersport (Achter)
Einberufung zur Wehrmacht - 1945
- Britische Kriegsgefangenschaft
- Juni 1946
- Gass arbeitet gemeinsam mit Karl-Georg Egel unter der Leitung von Karl-Eduard von Schnitzler als Wirtschaftsredakteur beim NWDR, Sender Köln.
- 28. Februar 1948
- Auf Grund von Schwierigkeiten wegen seiner Kommentare beim NWDR in Köln übersiedelt Gass in den demokratischen Sektor Berlins und wird Leiter der Wirtschaftsredaktion, Kommentator und Reporter beim Berliner Rundfunk.
- Er ist Initiator und Leiter der Sendung „Wir schalten uns ein“, die direkt aus Betrieben berichtet.Bildunterschrift: Aufnahme für die Rundfunksendung "Wir schalten uns ein" - Foto: tbd
- 1949 bis 1954
- Vizepräsident der Sektion Rudern der DDR
- 1950
- Regisseur Andrew Thorndike holt Gass, um den Text für seinen Dokumentarfilm
Von Hamburg nach Stralsund zu verfassen. Er wird freier Mitarbeiter beim DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme und arbeitet als Textautor für die Wochenschau
„Der Augenzeuge“.Seine erste Co-Regie hat er in dem Thorndike-Film
Bildunterschrift: Der Weg nach oben
Der Weg nach oben. - 1. Januar 1951
- Gass wird im DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme als Szenarist, Autor und Regisseur fest angestellt.
- 1952
- Er arbeitet als Drehbuch-Autor für den Dokumentaristen Joop Huisken, erstmals bei 1952 - Das entscheidende Jahr, dann im darauf folgenden Jahr bei Turbine I und Nach 900 Tagen.Bildunterschrift: Joop Huisken (li) bei Dreharbeiten zu "Turbine I"
- 1953
- Gass legt mit Im Paradies der Ruderer seinen ersten Film vor, bei dem er für Drehbuch, Texte und Regie verantwortlich zeichnet.
- 1954 bis 1960
- Künstlerischer Leiter des DEFA-Studios für Populärwissenschaftliche Filme, Autor und Regisseur
- 1955
- Mitbegründer der Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche und Mitglied des Ehrenpräsidiums bis 1966
Bildunterschrift: Karl Gass, Alberto Cavalcanti und Roman Karmen auf der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1961 - Foto: R. Podszuweit - 1955 und 1956
- Jury-Mitglied bei den Internationalen Filmfestspielen Karlovy Vary
- 1957
- Gass berichtet in einer Folge von fünf Filmen über das Leben in Griechenland. Er führt bei diesen Filmen – seinen ersten Farbfilmen – Regie und verfasst für die Mehrzahl auch die Drehbücher (Hellas ohne Götter, Insel der Rosen, Bilder aus Athen und Rhodos, Zwischen Himmel und Erde und An der Via Egnatia).
- 1959
- Zwei Filme, für die er die Kommentare schreibt und spricht, berichten über den Betrieb des ersten Atomreaktors in der DDR in Rossendorf (Reportage aus Rossendorf und Versuch Nr. 27).
In seinem Film Kosmos – Erinnerungen an Alexander von Humboldt kombiniert er für die Darstellung des Lebens des Gelehrten und Forschungsreisenden Trick- und Realaufnahmen, Archiv- und Neumaterial.
Bildunterschrift: Karl Gass bei Dreharbeiten zu "Kosmos - Erinnerungen an Alexander von Humboldt" - Juli 1960
- Regisseur im DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, in dem er bis 1990 arbeitet.
- 1960 bis 1970
- Gass ist mehrere Jahre Leiter der Klasse für Dokumentarfilme, später als Gastdozent an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg tätig. Zu seinen Schülern, die auch als Assistenten in seiner Arbeitsgruppe arbeiten, gehören Heinz Müller, Winfried Junge, Konrad Weiß und Gitta Nickel.
- 1961
- Gründung der „Künstlerischen Arbeitsgruppe Gass“ (KAG Gass), später umbenannt in Gruppe „Effekt“. Er leitet die Gruppe insgesamt 12 Jahre.
- 1961
- Nach einer Idee von Gass beginnt der Dokumentarfilm-Regisseur Winfried Junge mit dem Film „Wenn ich erst zur Schule geh′...“ die Langzeitdokumentation über die Kinder von Golzow.
- 1964
- Gass dreht auf der Großbaustelle Schwedt den Dokumentarfilm Feierabend, mit dem er – wie auch in seinem folgenden Film Asse (1966) – ein realistisches Bild der Arbeitswelt in der DDR zeichnet. Der Film zeigt die Lebensbedingungen der Bau- und Montagearbeiter im Barackenlager Schwedt und wird zum Vorbild für die jüngere Generation von Dokumentarfilmern in der DDR.Bildunterschrift: Feierabend
- 1965
- Der Film Marhab – Willkommen! , für den Gass das Drehbuch verfasste und bei dem er Regie führte, kommt in die Kinos der DDR. Er berichtet ausführlich über die Reise des Partei- und Staatschefs der DDR, Walter Ulbricht, in die Vereinigte Arabische Republik.Bildunterschrift: Marhab - Willkommen!
- 1965
- Mitglied der AlD (Association International des Documentaristes), von 1968 bis zur Auflösung 1972 Vizepräsident.
- 1964 bis 1973
- Gass wird als Moderator der Fernsehquizsendung „Sind Sie sicher?“ einem Millionenpublikum in der DDR bekannt. Insgesamt werden 52 Folgen der Sendung in Adlershof produziert.
Bildunterschrift: Im Fernsehstudio bei "Sind Sie sicher?" - 1970
- Gass übernimmt die Oberleitung bei dem Film Der Oktober kam ... , an dem die Dokumentaristen Gitta Nickel, Jürgen Böttcher, Volker Koepp, Peter Rocha, Peter Ulbrich und Alexander Ziebell mitwirken. Der Film wird aus Anlass des 20. Jahrestages der DDR gedreht.Bildunterschrift: Der Oktober kam...
- 1972
- Im ungarischen Fernsehkrimi B 21 spielt Gass eine Hauptrolle.
- 1973 bis 1988
- Im Verband der Film- und Fernsehschaffenden der DDR nimmt Gass verschiedene Funktionen wahr: Er ist Mitglied des Vorstands, von 1972 bis 1978 Vorsitzender der Sektion Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik und von 1978 bis 1988 Vorsitzender des Bezirkszentrums Potsdam des VFF.
Bildunterschrift: Karl Gass und Annelie Thorndike, 1985 - Foto: M. Schulze-Fieguth - 1978 und 1979
- Präsident des Nationalen Filmfestivals für Dokumentar- und Kurzfilme Neubrandenburg.
- 1982
- Nach Claus G. und seine 100 Mädel über Arbeiterinnen in einem Werk der Mikroelektronik wendet sich Gass von der filmischen Auseinandersetzung mit der DDR-Gegenwart vollständig ab und widmet sich ausschließlich Geschehnissen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Bildunterschrift: Karl Gass bei Dreharbeiten zu "Claus G. und seine 100 Mädel" - Foto: K.-H. Brömsel - 1985
- Der abendfüllende Dokumentarfilm Das Jahr 1945 über die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges und die erste Zeit des Friedens erreicht in der DDR über drei Millionen Kinozuschauer.
- 1990
- Gass’ letzter Film ist Nationalität: deutsch, in dem er das Leben eines Dorfschullehrers vorstellt, der in drei gesellschaftlichen Systemen als Lehrer tätig war. Das Material zu diesem Film gibt er 1992 unter dem gleichen Titel als Buch heraus („Nationalität: deutsch. Die Rindtorfer Schulchronik“).
Bildunterschrift: Karl Gass, 1988 - Foto: G. Linke - 90er Jahre
- Gass beschäftigt sich als Autor mit der brandenburgisch-preußischen Geschichte und veröffentlicht im Jahre 2000 die Bücher „Der Militärtempel der Hohenzollern. Aus der Geschichte unserer lieben Garnisonkirche zu Potsdam“ und „Zielt gut, Brüder! Das kurze Leben des Maximilian Dortu“.
- 29.01.2009
- Nur wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag stirbt Karl Gass in Kleinmachnow bei Berlin.
Zusammenstellung Peter Warnecke
Filmographie
Gedenkveranstaltung am 21. Februar 2009
Zusammenstellung: Peter Warnecke




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