Filme und Veranstaltungen 2005 und 2006
Stummfilmabend
Der kleine Muck
RE: Wilhelm Prager, DA: Willy Allen, Konrad Dreher, Rolf Ritter, Alice Torning, D 1920, 65′
An der Welte-Kinoorgel Helmut Schulte.
Der kleine Muck muss nach dem Tod seines Vaters allein in der großen, weiten Welt zurecht kommen. Auf seiner Wanderung gelangt er auf wundersame Weise in den Besitz eines Zauberstöckchens und magischer Pantoffeln. Doch der Sultan bringt ihn um all seine Schätze. Der kleine Muck findet jedoch einen Weg, den gierigen Sultan zu überlisten. Der kleine Muck, gedreht in den Kulissen von Ernst Lubitschs „Sumurun” (1920), war der erste abendfüllende Märchenfilm der Ufa-Kulturabteilung und wurde ein großer Publikumserfolg. Der Film, voller phantastischer Tricks, kam als „Familienfilm” in das Abendprogramm der Kinos. Vor allem Jugendliche nutzten die Chance, die damals für sie strikt verbotenen Abendvorstellungen zu besuchen.
Die Geschichte vom kleinen Muck
RE: Wolfgang Staudte, DDR 1953, 110′
Der alte Muck, gehänselt von den Kindern der Stadt, gewinnt durch die Erzählung seiner abenteuerlichen Suche nach dem Kaufmann, der das Glück verkauft, die Herzen der Jungen und Mädchen. Ein Kinderfilmklassiker.
Das singende, klingende Bäumchen
RE: Francesco Stefani, DDR 1957, 73′
Die schöne, aber hochmütige und selbstsüchtige Prinzessin wird durch den sie liebenden Prinzen zu einem guten Wesen bekehrt. Die phantastische Wandlung vollzieht sich im Reich des bösen Gnoms, wo sie lernen muss, wie wichtig Hilfe und Freundschaft ist.
Das Geschenk des schwarzen Zauberers
RE: Boris Ryzarew, UdSSR 1978, 65′
Wassilissa muss das Wasser des Lebens suchen, damit ihr Geliebter wieder sehen kann.
Die Seekönigin
RE: Václav Vorlícek, D/CZ 1997, 92′
Ein Prinz verliebt sich in ein verwunschenes Mädchen. Als er auf Befehl seines Vaters die Seekönigin, eine böse Zauberin, heiraten soll, macht er sich auf, das Mädchen zu retten. Nach Motiven aus Tschaikowskis Ballett „Schwanensee”.
MADAME FLIMMERLUST zu Gast im Filmmuseum Potsdam – Kino zum Mitmachen!
Anlässlich unserer Märchenausstellung gibt es für unsere kleinen Zuschauer Dia-Rollfilme zu sehen und zu hören. Sie werden mit der Laterna magica, einem Vorläufer unseres heutigen Kinos, auf die Leinwand projiziert. Das Licht der Laterna magica schafft eine besondere Stimmung im Raum, vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit und entführt in eine Welt der Wunder und der Phantasie. Bild für Bild entwickeln sich, begleitet von der Vorleserin Patricia Vester, spannende Geschichten, die geräuschvoll begleitet werden können.
Ruslan und Ludmila
Ein Märchen nach Alexander Puschkin, ab 7 Jahre
Kalif Storch
Orientalisches Märchen von Wilhelm Hauff, ab 4 Jahre
Schüsse am Silberglassee u. Kampf um die Biberburg
Indianer- und Wildwestgeschichten, ab 7 Jahre
Das tapfere Schneiderlein u. Der Fischer und seine Frau
Nach den Märchen der Gebrüder Grimm, ab 4 Jahre
Die traurige Nixe
RE: Wladimir Bytschkow, BG/UdSSR 1976, 81′
Von Bord eines Schiffes schaut der Prinz träumend aufs Meer und dann in die staunenden Augen einer kleinen Seejungfrau, die mit ihren Gespielinnen singend das Schiff grüßt. Die Matrosen fluchen, denn Nixen bringen Unheil. Und schon zerschellt das Schiff an den Klippen. Die kleine Seejungfrau rettet den Prinzen und bettet ihn auf den Felsenstrand, wo die vorbeireitende Prinzessin ihn findet. Die Nixe hofft nun sehr auf ein Wiedersehen. Erwidert der Prinz ihre Liebe nicht, kann sie nur gerettet werden, wenn sich einer für sie opfert. Film nach dem Märchen „Die kleine Seejungfrau” von Hans Christian Andersen.
Die Regentrude
RE: Ursula Schmenger, DA: Cox Habbema, Brigitte Heinrich, Ingolf Gorges, DDR 1976, 65′
So heiß war der Sommer über 100 Jahre nicht. Als auch die Feldquelle versiegt, bekommen die Dorfbewohner Angst. Mutter Stine ahnt, dass die Regentrude eingeschlafen ist, weil sie von den Menschen vergessen wurde. Ihr Sohn Andres macht sich mit seiner Geliebten auf, um die Regentrude zu wecken und den Feuermann zu besiegen. Poetischer Märchenfilm nach der gleichnamigen Märchennovelle von Theodor Storm, der Liebe und Klugheit feiert.
Gullivers Reisen
RE: Max Fleischer, USA 1939, Trickfilm, 81′
Der gutmütige englische Seemann Gulliver landet als Schiffbrüchiger auf einer Insel, wo die winzigen Bewohner von Lilliput ihn aufgeregt mustern. Nach langer Beratung wird Gulliver gefesselt. Er versucht die Kleinen von seiner Gutmütigkeit – groß sein bedeutet nicht gleich böse zu sein! – zu überzeugen. Schließlich gelingt ihm die Versöhnung des Königs von Lilliput mit dem Herrscher des Nachbarreichs. Adaption der Geschichte von Jonathan Swift für die kleinen Zuschauer.
Tierbräutigame im Märchenfilm
Es war einmal La Belle et la Bête
RE: Jean Cocteau, DA: Josette Day, Jean Marais, F 1945/46, 90′
Am 21.9.2005 um 19.30 Uhr führt die Filmwissenschaftlerin Fabienne Liptay mit einem kurzen Vortrag über das Thema „Tierbräutigame” in den Film „Es war einmal” („La Belle et la Bête”) ein. Die berühmte Märchen-Adaption von Jean Cocteau aus dem Jahr 1946 wird gleich im Anschluss gezeigt. Ein Bild des schönen Tierbräutigams (Jean Marais) aus dem Film schmückt das Cover des Buches von Fabienne Liptay: „WunderWelten – Märchen im Film” erschien 2004 im gardez! Verlag und wird am Abend des Vortrags im Foyer des Filmmuseums Potsdam zum Verkauf angeboten.
Dr. Fabienne Liptay, geb. 1974. Studium der Filmwissenschaft, Theaterwissenschaft und Anglistik in Mainz. 1999 - 2001 freie redaktionelle Mitarbeit bei 3sat Kulturzeit. 2002 Promotion zum Märchenfilm mit der Studie „WunderWelten. Märchen im Film” (Remscheid 2004). Seither wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Filmwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Koordinatorin des Universitätsfernsehens Campus-TV. Veröffentlichungen: zus. mit Yvonne Wolf (Hrsg.): „Was stimmt denn jetzt? Unzuverlässiges Erzählen in Literatur und Film” (München 2005); Herausgeberin einer interaktiven Lern-DVD zur Mainzer KinderUni: „KinderUni-DVD – Den Wissenschaften auf der Spur”; zus. mit Susanne Marschall und Andreas Solbach (Hrsg.): „Heimat. Suchbild und Suchbewegung” (Remscheid, erscheint demnächst); ferner Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen zu bildwissenschaftlichen und narratologischen Fragestellungen im Film; film- und kunstwissenschaftliche Motivstudien.
Beiträge im Rahmen der 15. Berliner Märchentage
Andersen auf Dia-Rollfilm
Hans Christian Andersen war nicht nur ein großer Märchenerzähler und Romanschriftsteller, sondern er fertigte auch akribisch Scherenschnitte an, wobei er die magische Wirkung von Licht und Schatten nutzte. Auch die Laterna magica, ein Vorläufer unseres heutigen Kinos, lässt Bilder aus Licht und Schatten entstehen. Anlässlich des Hans-Christian-Andersen-Jahres 2005 zeigt das Filmmuseum Potsdam zwei von Andersens bekanntesten Märchen auf Dia-Rollfilmen. Während Bild für Bild von der Vorleserin Patricia Vester mit Leben erfüllt wird, entwickelt sich eine spannende Geschichte, die unsere kleinen Zuschauern geräuschvoll begleiten können.
Das hässliche Entlein
Eine wunderschönes Märchen, das zeigt: Nichts und niemand ist wirklich hässlich. Ab 3 Jahre
Die Prinzessin auf der Erbse
Kannst du fühlen wie eine Prinzessin? Bist du vielleicht eine? Bring eine Erbse und dein Lieblingskissen mit und lass uns gemeinsam das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse anschauen. Ab 4 Jahre
Die Nachtigall Solowej
RE: Nadeshda Koschewerowa, UdSSR 1980, 87′
„Ein gütiger Zauberer richtet ungewollt Schaden an, als er den Müllergesellen Ewan zum Thronfolger des Königreichs bestimmt. Ewan verliert in der künstlichen Welt des Hofes seinen Lebensmut und nicht zuletzt seine Braut Maria. Der Zauberer ist ein weiteres Mal gefragt, um die Liebenden wieder zusammenzuführen. Nach Motiven aus Märchen von Hans Christian Andersen karikiert der Film spöttisch die bornierte Welt der Höflinge, um ihr die Werte wahrer Freundschaft, Treue und Liebe gegenüberzustellen.” (Lexikon des Internationalen Films) Ab 6 Jahre
Märchen aus dem Teekessel: Die Märchenerzählerin Monica Gruber
... liest im Thronsaal der Ausstellung „Märchenland Babelsberg”, ab 8 Jahre
Carmen-Maja Antoni und Jennipher Antoni (Schauspielerin am HOT) lesen
„Die Schneekönigin” von Hans Christian Andersen.
Anschließend:
Die Schneekönigin Lumikuningatar
RE: Päivi Hartzell, DA: Satu Silvo, Outi Vainionkulma, Sebastian Kaatrasalo, FIN 1986, 83′
„Die Schneekönigin”-Adaption der finnischen Regisseurin Päivi Hartzell spielt teils in einer unbestimmten Märchen-Vorzeit, teils bedient sie sich zeitgenössischer (bis futuristischer) Versatzstücke: Während das Schwertkämpfer-Kostüm von Kay an archaische Krieger erinnert, wartet die Schneekönigin mit Modepunk-Accessoires auf. So gelingt dem Film eine spannende Neuinterpretation des Andersen-Märchens, die ihren thematischen Schwerpunkt auf den Reifeprozess von Kay und Gerda legt.
Zum 220. Geburtstag der Gebrüder Grimm:
Schneeweißchen und Rosenrot
DDR 1978, RE: Siegfried Hartmann
Die Schwestern Schneeweißchen und Rosenrot sind unzertrennlich. Durch ihre Liebe befreien sie zwei Königssöhne, die von einem bösen Berggeist in einen Bären und einen Falken verwandelt wurden. Drehort des DEFA-Märchens, der hauptsächlich im Wald spielt, war eines der Täler bei Trautenstein im Harz. Die wunderschönen Naturaufnahmen und eine frische musikalische Untermalung machen dieses Filmmärchen zu einem besonderen Erlebnis.
Der Zauberer von Oz The Wizard of Oz
USA 1939, RE: Victor Fleming
Die berühmte Geschichte, die wir als „Elli im Wunderland” in der Bearbeitung von Alexander Wolkow als Kinder verschlungen haben, in einem Hollywood-Klassiker: Das Mädchen Dorothy wird mit ihrem Häuschen von einem Sturm in das Wunderland Oz getragen, von dessen Herrscher man sich erzählt, dass er die sehnlichsten Wünsche zu erfüllen vermag. Auf dem abenteuerlichen Weg zu ihm findet Dorothy Freunde, die sie begleiten: den Vogelscheuchen-Mann, der sich Verstand, den Zinnenmann, der sich ein Herz und den ängstlichen Löwen, der sich Mut wünscht. Doch der gefahrvolle Weg selbst ist das Ziel – angekommen erkennen sie, dass ihre Träume aus eigener Kraft wahr werden.
Saxana – Das Mädchen auf dem Besenstiel
CSSR 1971, RE: Václav Vorlicek
Die Hexenschülerin Saxana reißt auf die Erde aus, weil sie das Lernen im Hexenland satt hat. Sie landet bei dem Sohn eines Zoodirektors und richtet mit ihren Hexereien unter Menschen und Tieren viel Wirrwarr an. Am Ende will sie nicht mehr ins Hexenland zurück.
Prinz und Abendstern
CSSR 1978, RE: Václav Vorlicek
Ein Prinz verliebt sich in den Abendstern, gespielt von Libuse Safrankova, die wir alle aus Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, dem bekanntesten Märchenfilm vom Spezialisten Vorlicek kennen. Für die schöne Libuse verlässt der Prinz das väterliche Schloss und seine drei Schwestern, die in die drei Jünglinge Sonne, Mond und Wind verliebt sind. Viele spannende Abenteuer mit Wegelagerern, Zauberern und den Kampf gegen einen Wassergeist muss der Prinz bestehen, ehe er ans Ziel kommt.
Das kleine Gespenst
R: Curt Linda, D 1992, Zeichentrick, 86’
Eines Tages wacht das kleine Gespenst zu früh auf und erlebt die Welt zum ersten Mal bei Tageslicht. Eine aufregende Geschichte nach Otfried Preußler.
Die goldene Jurte
DDR/Mongolei 1961, R: Gottfried Kolditz, Rabschaa Dordschpalam, 76′
Der jüngste Sohn des Hirten Pagwa macht sich auf den Weg zum weisen Arat, um ihn zu fragen, wie das Tal von einer Hungersnot befreit werden kann. Unterwegs bewahrt er die Bauern eines Dorfes vor dem Verdursten, heilt ein blindes Mädchen und rettet die Tochter des Wasserkhans, wofür er von diesem drei wertvolle Geschenke erhält.

Bildunterschrift: Szenenfoto aus „Der kleine Muck” (1953)



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