DEFA-Stiftung/Eberhard Daßdorf
DEFA-Stiftung/Eberhard Daßdorf

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Zwei Mütter

Erhellend für jedes filmische Gesamtwerk sind die Wurzeln und Einflüsse. Frank Beyer studierte an der FAMU, der Prager Filmhochschule, beginnend 1952 - dem Jahr, in dem der Slánsky-Prozess stattfand, der Zeit der stalinistischen Säuberungen. Nachdem Beyer mit seinen deutschen Kommilitonen Ralf Kirsten und Konrad Petzold die studentische Übung »Die Irren sind unter uns«realisierte, holte ihn zum Ende des dritten Studienjahres - Beyer wusste inzwischen nicht mehr, »was er in Prag noch studieren sollte« - Kurt Maetzig als Assistenten nach Babelsberg, so dass Beyer sein viertes Studienjahr extern absolvieren konnte. Mit seinem Spielfilmdebüt Zwei Mütter legte Frank Beyer 1957 sein Staatsexamen an der FAMU ab und seine Bemühungen um eine Anstellung bei der DEFA begannen. Der leise, aber eindringliche Film erzählt von einer Französin und einer Deutschen, die nach dem Kriegsende um ein Kind streiten, das als Neugeborenes in den Wirren einer Bombennacht verwechselt wurde.


Im Rahmen des kleinsten Ausstellungsformats »Das besondere Objekt« präsentiert das Filmmuseum in seinem Foyer Fotos mit Vlastimíl Brodský, dem Hauptdarsteller aus »Die Irren sind unter uns«und später » Jakob der Lügner« (1974), dem einzigen DEFA-Film, der für den Oscar nominiert wurde.

Zum 10. Todestag von Frank Beyer