Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

» Kino

Wunschkonzert

Unter dem Titel "Lebenszeichen" beginnt am 24.11. die inzwischen vierte Filmreihe in Kooperation mit dem Studiengang Europäische Medienwissenschaft der Universität und Fachhochschule Potsdam. Mit Film und Radio begann im 20. Jahrhundert das Zeitalter der modernen Massenmedien. Beide Medien veränderten die (Selbst-)Wahrnehmung der Gesellschaft unumkehrbar. In einem Gang durch die Filmgeschichte werden an sechs Abenden Filme präsentiert, in denen das Radio eine zentrale Rolle spielt, sei es als Technologie oder als soziale Institution. Die Einbeziehung des Radios in den Film offenbart charakteristische Eigenschaften beider Medien und veranschaulicht die ihnen in der jeweiligen Zeit hinterlegten ideologischen Konzepte.
Im Vordergrund des Films Wunschkonzert (R: Eduard von Borsody, D 1940), der die Botschaften der NS-Propaganda in Form zerstreuend-eskapistischer Unterhaltung vermittelt, steht die Liebesgeschichte zwischen der jungen, attraktiven Inge Wagner und dem schneidigen Fliegeroffizier Herbert Koch. Herbert wird in geheimer Mission mit der Legion Condor nach Spanien beordert. Erst nach Ausbruch des Krieges stellt die Radiosendung "Wunschkonzert für die Wehrmacht" die Verbindung zwischen beiden wieder her. Der "harmlos-volkstümliche" Film enthält in gefälliger Form so ungefähr alles, was dem Regime wert und teuer war, mit Ausnahme des Antisemitismus" (Geschichte des Films im Dritten Reich). Der Vorfilm Der Störenfried (R: Carl-Heinz Wolff, D 1938) nimmt durch die Deutsche Reichspost ermittelte Störquellen, zumeist defekte elektrische Geräte in Privathaushalten, und deren Auswirkung auf den Rundfunkempfang ins Visier.

LEBENSZEICHEN - Das Radio im Film