Workshop

Sound. Motion. Vision. - Workshop mit eigenen Choreografien, Musik und Kamera
Projektwoche 10. - 14.7.2017
Willkommens- und deutschen Schüler*innen der Leonardo Da Vinci Gesamtschule und der F.W. Steuben Gesamtschule
zur Ausstellung "ALLES DREHT SICH ... UND BEWEGT SICH. Der Tanz und das Kino" 14.7.17 - 15.04.18 im Filmmuseum Potsdam
in Kooperation mit dem Filmverband Brandenburg und gefördert durch "MOVIES IN MOTION"

Wie fängt die Kamera Tanzende ein? Und welche Rolle spielt dabei Musik? Filmausschnitte aus bekannten Tanzfilmklassikern, kuriosen Filmraritäten mit Hüftschwung und YouTube-Perlen
geben einen Eindruck davon, wie vielfältig das Zusammenspiel von Akteuren, Kamera und Musik sein kann. Kleine Teams (3-5 Pers.) drehen ihre Tanz-Clips: wild gestikulierend, elfen- oder maschinenhaft, schwer stampfend oder wie Tiere? Im Mittelpunkt dieses Workshops steht das Spielen mit Bewegungen, mit Bildausschnitten, eigentümlichen Perspektiven und Rhythmen. Entstehen sollen eigene Choreografien zu kurzen Musikstücken und jeweils eine überraschende Minute Film. Musik wird auch Grundlage für animierte Choreografien sein - "Tanzende Punkte" entstehen mittels Trickboxx durch Legetrick. Tanzclips und Trickanimationen werden mit Musikstücken unterlegt - vielleicht sogar mit eigenen... Und dann YouTube, Facebook, Instagram? Machen wir uns die sozialen Medien dienstbar oder beherrschen sie uns?
Die Projektwoche wird unterstützt durch den Filmverband Brandenburg und das Programm "Movies in Motion" des Bundesverbandes Jugend und Film als Teil des Bündnisses für Bildung "Kultur macht stark" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Diese Projektwoche dient als Pilot: Das Gesamtpaket oder einzelne Elemente daraus werden anschließend anderen Gruppen angeboten - extern oder im Filmmuseum.

Die Projektwoche wird im Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM), im sog. "Schaufenster" der FH Potsdam, Friedrich Ebert Str. 4, 14467 Potsdam stattfinden. Das ZeM stellt seine Räumlichkeiten für die gesamte Woche kostenfrei zur Verfügung.


Die Partner
Leonardo Da Vinci Gesamtschule Potsdam http://davinci-gesamtschule.de/
F.W.Steuben-Gesamtschule Potsdam http://www.steuben-gesamtschule.de/
Martin Leeder - Komponist www.prokult.de
Matthias Kremer - Mediengestalter für Bild und Ton
Sophie Röder - Schauspielerin
Filmmuseum Potsdam www.filmmuseum-potsdam.de
Filmverband Brandenburg http://www.filmverband-brandenburg.de/
Bundesverband Jugend und Film / Programm "Movies in Motion" http://moviesinmotion.bjf.info/
Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften ZeM http://www.zem-brandenburg.de/

SOUND.
Ausgangspunkte der eigenen Choreografien werden Musikstücke und Klangkollagen sein,
die durch ihre rhythmische Struktur zum Tanzen anregen, ohne bestimmte Musik- bzw. Tanzstile wie HipHop, Swing oder Pop zu bedienen. Statt mediale Vorbilder und deren Bewegungskonventionen zu kopieren, sollen hier eigene freie Bewegungen spielerisch ausgetestet werden.
die überall auf der Welt eher radiounüblich wären.
die unterschiedliche Assoziationen hervorrufen: sphärische Digitalklänge, Maschinengeräusche, Applaus, Instrumentalsoli...
die in ausreichender Auswahl vorhanden sein sollten, denn Musik ist Geschmackssache.
die auf Tablet-Computern mit kleinen Aktivboxen abrufbar sein werden, sodass sich die Teams frei bewegen können.
die kein Urheberrechtsproblem aufwerfen werden, sobald entstandene Clips im Netz landen. Anders wäre dies bei bekannten Songs, hinter denen kommerzielle Verwerter und deren Rechtsvertreter stehen.

MOTION.
Die verwendeten Sounds und Musikstücke regen freie, eigene Choreografien an. Unterstützend laden ein Requisiten dazu ein Tanzarten mit besonderer Kameraaffinität kennen zu lernen. Sie sollen inspirieren und ggf. vorhandenen Hemmschwellen entgegenwirken. Eine professionelle Schauspielerin wird durch Bewegungsspiele die Körperwahrnehmung und die Aufmerksamkeit der TN schulen und zu ausdrucksstarken Bewegungen anregen.

VISION.
Kamera + Schnitt: Jedes Team wird mit zwei schlichten Digitalkameras arbeiten: eine mit Stativ und eine bewegliche. An Tablet-PCs werden die entstandenen Takes und die für die Choreografien verwendeten Sounds zu einer überraschenden Minute Film zusammengefügt. Kameras und Tablets sind bereits im Filmmuseum vorhanden. Die TN erhalten eine intensive Einführung in Grundlagen der Kameraarbeit (Einstellungsgrößen, Perspektiven, Kamerabewegungen, Bildkomposition ect.) und in die Arbeit mit dem Schnittprogramm.

Ziele
Integration: Tanz und Musik verbinden, wo Sprache an Grenzen kommt. Und der aktive Gebrauch von Medientechnik kann dazu beitragen Verständigungsprozesse anzustoßen und souveräner als vorher zu gestalten sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung zu reflektieren. Das Projekt eignet sich insbesondere dazu, dass sich heterogene Gruppen aufeinander "einschwingen" können, über sich selbst lachen und gleichzeitig an Respekt den Mitwirkenden und an Selbstvertrauen den eigenen Fähigkeiten gegenüber gewinnen können.

Medienkompetenz:
Im Verlauf der Projektwoche erfahren die TN, wie vielschichtig audiovisuelle Inhalte sind, die sie üblicherweise lediglich konsumieren. Sie erleben sich selbst als Performer, als "Stars", bewegen sich spielerisch, begegnen sich selbst und anderen auf physisch intensive Weise. Und entdecken dabei, wie sie dabei durch den Einsatz von Kamera und Schnitt inszeniert werden. Das Ergebnis Musik bringt sie dabei nicht nur in Bewegung, sondern beeinflusst als Element des Filmclips dessen emotionale Wirkung entscheidend. Kameraarbeit, Filmschnitt und Mischung sind Basis aller audiovisuellen Medieninhalte. Mit dem in diesem Projekt gewonnen Know How können die TN einerseits der medialen Bilderflut kritischer und kompetenter begegnen, und andererseits selbst zu reflektierten medialen Akteuren werden. Was passiert mit den Ergebnissen, mit den Filmclips? Eine Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken des "postens" oder "youtubens" und mit möglichen Reaktionen auf "Posts", mit ihrem Eigenleben im Netz wird Bestandteil der Workshops sein.

Kulturelle Bildung: Film / Musik / Tanz / Museum / aktive Teilhabe:
Im Zusammenhang mit der Ausstellung "ALLES DREHT SICH... UND BEWEGT SICH. Der Tanz und das Kino" bekommen die Schüler*innen während der Projektwoche Einblicke in gesellschaftlich-kulturelle Felder, die im Alltag kaum eine Rolle spielen. Sie lernen das Medium Film als wichtiges kulturelles Erbe kennen und reflektieren das WIE seiner emotionalen Wirkung. Dies in eigenen kleinen Filmen umzusetzen verschafft mediale Souveränität - auch und gerade im Umgang mit sozialen Medien. Sie begegnen einem wichtigen Museum Potsdams als einer Institution, die sich öffnet und zur Teilhabe einlädt. Das Filmmuseum Potsdam wird den besten Clips auf seiner Homepage und mit einer Veranstaltung eine Bühne bieten. Die Pilotphase wird zeigen: eignet sich dieses Format vielleicht sogar dazu einen Filmwettbewerb auszurufen?
Die Zusammenarbeit mit einem professionellen Musiker und Komponisten öffnet auch die Welt der Musik als mögliches eigenes Handlungsfeld. Tanz: Freude an Bewegung und ungezwungener, spielerischer Begegnung ist Ausdruck von Identität. Wer bin ich? Insbesondere die Willkommensschüler*innen, aber auch ihre Mitschüler*innen haben hier die Möglichkeit neue Wege zur Beantwortung dieser komplexen Frage zu finden.

Die Projektwoche ist als Pilot angelegt. Die Evaluation aller Abläufe, Methoden und Resultate wird eine zentrale Rolle spielen. Hier soll in erster Linie ausgetestet werden, wie die TN mit den angebotenen Inhalten und Herangehensweisen umgehen, wie die Technik optimal eingesetzt werden kann und vor allem, wie viel Spielraum das Workshop-Format bietet um es im Anschluss anderen Gruppen mit anderen Voraussetzungen anbieten zu können. Alle Projektpartner - die künstlerischen und die pädagogischen - werden in die Auswertung einbezogen sein. Alle Beteiligten - inklusive der Workshop-Teilnehmer*innen - werden sich zu Beginn über Ziele und Erwartungen verständigen. Zum Ende der beiden Projektwochen werden Feedbacks eingesammelt, die gezielt nach den Stärken und Schwächen des Workshop-Formates fragen werden, um daraus entsprechende Anpassungen und Optimierungen abzuleiten, die späteren Projekt-TN zugutekommen werden. Vorausgesetzt wird, dass dieses Format bzw. Elemente daraus auch für andere Zielgruppen geeignet ist - eine Ausweitung wäre unbedingt wünschenswert (z.B. für Erwachsenengruppen, Senioren, Menschen mit Behinderung, ...) Kooperationen mit anderen Trägern und Institutionen sind sehr willkommen. Für das kommende Schuljahr (2017/18) haben bereits weitere Schulen Interesse signalisiert (Weidenhof-Grundschule, Voltaire-Gesamtschule, Filmgymnasium Babelsberg, Da Vinci Campus Nauen).

Das Projekt soll dazu dienen Kooperationen zwischen sozialen und Bildungseinrichtungen sowie Kulturschaffenden zu initiieren und zu verstetigen. Intendiert ist auch, dass nicht nur die gesamte Projektwoche, sondern einzelne Elemente daraus als Projekttage angeboten werden können. (z.B. Serpentinentanz + Film, "Tanzende Punkte" + Musikworkshop). Da das Setting bereits vorhanden und erprobt sein wird, werden je nach Schwerpunkt lediglich künstlerische Honorarkosten anfallen, die durch überschaubare TN-Beiträge und/oder von den Trägern bestritten werden können.