Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Weiße Wäsche

Begleitend zur Ausstellung wird ein Film gezeigt, der den Schleswig-Holsteiner Günther Lüders in vertrauter Umgebung und ganz in seinem Element präsentiert: "Weiße Wäsche". Die Außenaufnahmen entstanden in Glückstadt, unweit seiner Heimat Lübeck.
Der unauffällige, schlichte Film aus Kriegszeiten ist ein Beispiel für das "Abducken" großartiger Darsteller vor der Propagandaproduktion der staatlichen Filmstudios. "Weiße Wäsche" ist volkstümliche Unterhaltung, ohne volkstümelnd zu sein. Ein Musiker heiratet in eine Wäscherei ein, will solide werden und richtet mit seinen absurden Erfindungen eine Menge Unheil an. Nach der großen Ehekrise einigt sich das Paar: Er macht wieder Musik und sie kümmert sich um die Wäscherei. Neben dem ehemaligen Kabarettisten Günther Lüders spielen mit Harald Paulsen und Erika Helmke zwei Darsteller, die zur Originalbesetzung von Brechts "Dreigroschenoper" gehörten. Mit immenser Spielfreude gestalten sie die skurrilen Typen dieses Schwanks und machen den Film zu einer vergessenen Perle, in der sich noch der Abglanz einer von den Nazis verfemten Theatertradition erhalten hat.
Als Vorfilm wird "Das Fenster im zweiten Stock" mit Günther Lüders gezeigt. Regisseur ist kein Geringerer als Phil Jutzi, Regisseur des linken Klassikers "Mutter Krausens Fahrt ins Glück", der die Nazizeit mit der Inszenierung von Kurz- und Lehrfilmen überstand.

\"Ich war nie ein Star\" Günther Lüders - Schauspieler, Regisseur, Rezitator (05/08)