Vortrag: "Königin der Herzen und Märtyrerin. Preußens Königin Luise im Kino"

Königin Luise avancierte aufgrund der ihr entgegengebrachten Verehrung zur wohl meistverfilmten Frauengestalt der deutschen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Filme griffen die tradierten Elemente des Mythos um die Königin auf. Von der dreiteiligen Produktion "Der Film von der Königin Luise" (R: Franz Porten, D 1913) aus wilhelminischer Zeit bis zur Nachkriegsverfilmung "Königin Luise" von 1957 ähnelten sich die Kinofilme darin, dass sie auf diese Mythenelemente zurückgriffen. Allerdings veränderten sich die Akzentsetzungen in der Darstellung.
Gestützt auf Bildmaterial und Filmausschnitte wird der Filmhistoriker Wolfgang Koller die wichtigsten Stationen des ‚Leinwandmythos Luise’ vom Kaiserreich bis in die 1950er-Jahre Revue passieren lassen. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Abschnitten, die Luises Aufenthalt in Ostpreußen und die politische Dimension des Erinnerns thematisieren.
Ein filmisches Raritätenprogramm rundet die Matineeveranstaltung ab. Der Film Die elf Schillschen Offiziere (Trailer - R: Rudolf Meinert, D: Grete Reinwald, Rudolf Meinert, Gustav A. Semler, D 1926, 3‘) gilt als verschollen. Ein Trailer ist das einzig erhaltene Material. Besonders bedauerlich ist, dass von Hans Behrendts Prinz Louis Ferdinand. Der Held von 1806 (Fragment - R: Hans Behrendt, D: Christa Tordy, Hans Stüwe, Jenny Jugo, D 1927, 23‘) nur eine Rolle die Zeiten überdauert hat. Dieses 20-minütige Fragment legt nahe, dass es zu einem Werk von außergewöhnlicher filmischer Qualität und Schönheit gehörte. 1927/28 brillierte die hinreißende Mady Christians in der Titelrolle des aufwändigen Zweiteilers Königin Luise (R: Karl Grune, D: Mady Christians, Mathias Wieman, Anita Dorris, D 1927, 40’). Eine 1930 erstellte, einteilige Kurzfassung ist komplett überliefert und enthält viele Szenen aus dem zweiteiligen Original, das heute nicht mehr existiert.

Termine

Zur Ausstellung "Luise. Königin der Herzen" 04/10