Thomas Müntzer - Ein Film deutscher Geschichte

DEFA-Stiftung/M. Klawikowski

Regisseur Martin Hellbergs aufwändig gestalteter Historienfilm stellt die Lebensgeschichte des protestantischen Geistlichen und Bauernführers Thomas Müntzer (1459-1525) dar und präsentiert ein dramatisches Bild von Reformationsgeschehen und Bauernkrieg in Mitteldeutschland.
Der Lutherschüler Müntzer ging im Sommer 1521 nach Böhmen und predigte in Saaz und Prag. In der böhmischen Hauptstadt schrieb Müntzer sein von Mystizismus und Endzeiterwartung durchdrungenes Prager Manifest. Seine radikalen Predigten führten jedoch bald zu seiner Ausweisung.
Wie wurden im DDR-Kino der 1950er Jahre die historischen Ereignisse den geschichtspolitischen Ideen der Zeit angepasst? Welche Rolle spielten Müntzers einflussreiche Vorgänger Jan Hus und Martin Luther? Diesen Fragen geht ein einführendes Gespräch nach.
Vor dem Film: Gespräch mit Bernd Krebs (Beauftragter für das Reformationsjubiläum 2017) und Tanja Krombach (Deutsches Kulturforum östliches Europa)

Termine

Potsdamer Gespräche: Historische Zäsuren im Film

Die Reformation, Revolutionen wie die Russische Revolution 1917, Kriege wie die beiden Weltkriege oder der Umbruch 1989/90 bilden Einschnitte in der Geschichte, die zu umfassenden Veränderungen führten. Wo aber setzen wir die Zäsuren genau an, wie werden sie in der Geschichte rezipiert und in Filmen in Szene gesetzt? Einmal im Monat diskutieren im Filmmuseum Expertinnen und Experten.