Sandmann-Ausstellungen im Filmmuseum

Dürften Kinder wählen, hätten sie ihn längst zum Präsidenten gekürt, zum sanften Vermittler zwischen Wünschen und Notwendigkeiten: den Fernseh-Sandmann. Es gibt nur noch den einen, der sich in unvergleichlichem Siegeszug aus seiner Heimat Ostdeutschland aufgemacht hat, den Westen des Landes und Teile der Welt für sich zu gewinnen. Das Filmmuseum Potsdam hat diese Lieblingsfigur von Kindergenerationen seit Jahrzehnten begleitet, Höhen und Tiefen seiner Karriere miterlebt, seiner Geschichte jedes Mal aufs Neue gedacht - mit sehenswertem Erfolg. Hier eine kleine Rückschau auf das Kapitel Sandmann im Filmmuseum:

Bis 30.12.2011
Sandmann auf Reisen II | Zur Geschichte | Literatur und Sandmann-Schöpfer
Familienausstellung zum 50. Geburtstag des Sandmanns.

1999

Sandmann-Geschichten: Gute Nacht in Ost und West

Der Stammbaum der deutschen Fernseh-Sandmann-Familien wird aufgearbeitet. Mit dabei auch viele Freunde aus den Abendgrüßen und Gute-Nacht-Geschichten.

1993

Sandmann auf Reisen I

Die Wanderausstellung begeistert - zuerst in Potsdam (1993) und bis 1996 in ganz Deutschland - 1.2 Mio. Besucher.
Es erscheint ein Katalog mit ausführlicher Filmografie.

1992

Sandmännchen parkt seine Fahrzeuge

Das Filmmuseum wird für viele Jahre zum Parkhaus für die Sandmann-Fahrzeuge und zeigt sie bei der Übernahme.

1988

Pittiplatsch und seine Freunde

Die jüngsten Freunde des Sandmanns werden geehrt.

1987

Die Fahrzeuge des Sandmännchens

Das Puppentrickstudio des DFF präsentiert Fahrzeuge, Dekorationen und Puppen.



31. März - 29. August 1999

Sandmann-Geschichten: Gute Nacht in Ost und West


Postkarte zur Ausstellung
Sandmann: Erster Ostdeutscher
Die "Verjüngung" des Sandmannes


Sandmann West
Sandmann: Abendgruß
Sandmann: Orientalischer Markt


Das Sandmännchen kennt jeder. Es überlebte die DDR und gehört neben Tagesschau und Abendschau zu den Dauerbrennern des deutschen Fernsehens. Seit wann gibt es den Sandmann eigentlich? Wer hat ihn erfunden? Welche Geschichten hat er erzählt? Gibt es noch andere Sandmänner?
Diese und viele andere Fragen beantwortete die vierte Sandmann-Ausstellung des Filmmuseums, die sich damit erneut einem Urgestein der Fernsehgeschichte widmete.
Die folgenreiche Idee, Kinder abends mit einer Fernsehfigur ins Bett zu schicken, entstand im Osten wie im Westen Deutschlands Ende der 1950er Jahre. Das Filmmuseum nahm diese Geburtstage zum Anlass, auf die gesamtdeutsche Sandmann-Geschichte zurückzublicken.
Die eigentliche Fernseharbeit lag indessen längst allein beim Ost-Sandmann, der 1992 beim ORB eine neue Heimat gefunden hatte. Ihm war gelungen, was sonst eher selten glückte: die Ost-West-Fusion.
Mit dem allerersten Sandmännchen des Senders Freies Berlin - es ging am 1. Dezember 1959 auf Sendung - präsentierte die Ausstellung den unmittelbaren Rivalen des Ost-Sandmannes, der es gerade einmal neun Tage früher auf den Bildschirm geschafft hatte. Bekannter hingegen wurde ein anderer West-Konkurrent: das Sandmännchen auf der Wolke - es gehört seit 1996 zur Sammlung des Filmmuseums. Im Gegensatz zum einzigen Ostsandmann hatte es im Westfernsehen ca. zehn verschiedene Sandmännchen gegeben - sie alle schickte das Museum nun in einer Jubiläumsausstellung gemeinsam durchs Land.

Kuratoren: Heidrun Wilkening (Köln), Volker Petzold (Berlin), Grafik und Plakat: grappa blotto (Berlin)
mehr zur Ausstellung
Szenenbildentwürfe und Entwürfe für zahlreiche Sandmann-Figuren, bekannte und längst vergessene, wurden für die Ausstellung zusammengetragen. Es gab ein Wiedersehen mit dem kleinen Nachtgespenst, mit Cowboy Jim und den Wawuschels, mit Maler Piepmars, Dick Zuviel, Käpt'n Smoky, den Globeriks, dem kleinen Seeräuber auf der West-Seite und mit Frau Puppendoktor Pille, mit Pittiplatsch, Fuchs und Elster, mit Plumps und vielen anderen auf der Seite des Ost-Sandmanns. Die Wandlungen der Sandmann-Sendung im Laufe der Jahrzehnte, ihr künstlerischer Anspruch, ihre Botschaften, der Einfallsreichtum ihrer Schöpfer - von all dem konnte der Ausstellungsbesucher durch originale Exponate und umfangreiches Foto- und Filmmaterial einen sinnlichen Eindruck erhalten. Für erwachsene Besucher trugen die Ausstellungsmacher zusätzlich viele bisher unbekannte Informationen zusammen, die den Blick für dieses Phänomen der Fernsehgeschichte öffneten.

Unterstützt wurde die Ausstellung von den ARD-Fernsehanstalten MDR, NDR, ORB und SFB.
"Sandmann-Geschichten. Gute Nacht in Ost und West" war eine Wanderausstellung und bis 2002 jeweils drei Monate in verschiedenen deutschen Städten zu sehen: Erfurt, Dresden, Cottbus, Hagen, Hannover, Chemnitz, Brandenburg, Halle/Saale und Nürtingen.

24. Juli - 19. September 1993

Sandmann auf Reisen I


Blick in die Ausstellung

Sandmann auf Reisen 1
Sandmann auf Reisen I
Sandmann auf Reisen 1


Sandmann auf Reisen 1
Vier Sandmänner


In den über dreißig Jahren seiner Existenz war der Sandmann des Ostfernsehens zu einer Kultfigur geworden. Als Bote zwischen Märchenland und Wirklichkeit war er mit den spannendsten Fortbewegungsmitteln allabendlich zu den Kindern gereist, um ihnen den Traumsand für die Gute Nacht zu bringen. Die dritte Sandmann-Ausstellung im Hause war zugleich die erste, die das Filmmuseum in Eigenregie entwickelt hatte. Volker Petzold, beim DFF für die Abwicklung des Sandmann-Erbes verantwortlich, wurde als Ausstellungskurator zum Spezialisten für Sandmann-Geschichte. Die Schau, in deren Zentrum der Sandmann-Fuhrpark stand, widmete sich dem Reisemotiv der abendlichen Kindersendung. Das erste Kapitel erzählte von den seltsamen und außergewöhnlichen Reisen des Sandmanns unter Wasser, im Weltraum, nach Japan und beinahe an jedes Ziel der Erde. Die übrigen Ausstellungskapitel dokumentierten Sandmanns Reisen durch die Zeit - von den 1960er bis in die 1980er Jahre. Die originalen Sandmann-Fahrzeuge, Requisiten und Puppen waren Anziehungspunkt der Schau. Die erwachsenen Ausstellungsbesucher konnten sich ausführlich über die Entstehungsgeschichte des Sandmanns informieren. Im Katalog "Sandmann auf Reisen", den das Filmmuseum zur Ausstellung herausgab, machten verschiedene Autoren ihr umfangreiches Recherchematerial erstmalig öffentlich. Die Schau entstand in Kooperation mit ORB und MDR. "Sandmann auf Reisen" tourte bis 1996 durch ganz Deutschland und hatte 1,2 Millionen Besucher.

Kuratoren: Volker Petzold (Berlin), Bärbel Dalichow (FMP)
Gestaltung: Gerhard Willmanowski (Berlin), Harald Serowski (Berlin), Katalog und Plakat: Gerhard Willmanowski



8. November 1992

Sandmännchen parkt seine Fahrzeuge


Drei Jahrzehnte lang war "Unser Sandmännchen" - behütet vom Fernsehen der DDR - produziert und gesendet worden, doch mit dem Ende der DDR 1989 war seine Existenz gefährdet. Zwar wurden neue Konzepte für die Sendung entwickelt, doch ehe sie umgesetzt werden konnten, war das Ende des Deutschen Fernsehfunks besiegelt: Am 31. Dezember 1991 wurde der Sender abgeschaltet. Als Anfang 1992 der neu gegründete Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) auf Sendung gingen, hatten die Proteste von Kindern und Eltern den sang- und klanglosen Untergang des populären Traumbringers verhindern können - der Sandmann blieb.
Im Lauf der Jahre war sein berühmter Fuhrpark auf stattlichen Umfang angewachsen und im Zuge der deutsch-deutschen Wiedervereinigung in die Sammlung des "Deutschen Rundfunkmuseums e.V. Berlin" übergegangen. Das Potsdamer Filmmuseum bot an, die Fahrzeuge zu parken, zu pflegen und zu verleihen. Ihre Ankunft in Potsdam feierte es mit einer Präsentation, die nur einen Tag lang zu sehen war - quasi der Auftakt zur dritten Sandmann-Schau im Filmmuseum. Der Besucheransturm war wiederum gewaltig, der drohende Verlust hatte Kinder und Eltern zu treuen Verbündeten des Sandmanns gemacht.



2. Juli - 30. September 1988

Pittiplatsch und seine Freunde


Pittiplatsch und seine Freunde

Pittiplatsch und seine Freunde

Viele der Geschichten, die als "Abendgrüße" der Sandmannsendungen zum Tagesausklang von Kindern in die Wohnzimmer flimmerten, luden zu einem Besuch im Märchenland ein oder erzählten von den Bewohnern des Märchenwaldes.

Die Abenteuer der Sandmann-Freunde Pittiplatsch und Schnatterinchen, Fuchs und Elster standen jahrzehntelang ganz oben in der Gunst des jüngsten Publikums.

Im Lauf der Zeit wuchs der Freundeskreis des Sandmanns und immer neue Gefährten kamen hinzu.

So standen in der zweiten Sandmann-Ausstellung, die Filmmuseum der DDR und DDR-Fernsehen gemeinsam präsentierten, die Freunde des Sandmanns im Mittelpunkt - vor allem Puppen aus den 1980er Jahren, wie die aus den "Froschgeschichten".

Kurator: Deutscher Fernsehfunk (DFF)




1. Juni - 20. September 1987

Die Fahrzeuge des Sandmännchens


Die Fahrzeuge des Sandmännchens

"Womit kommt er denn heute?" - diese Frage gehörte zur Sendung wie Abendgruß und Traumsand. Im Mittelpunkt der ersten Sandmann-Ausstellung im Filmmuseum der DDR standen die Sets aus den Rahmenhandlungen, in denen der Sandmann zu den Eskimos, zu Kindern im Spreewald oder nach Japan reiste. Zu den Sets gehörten natürlich die legendären Sandmann-Fahrzeuge, die Generationen von Kindern innig liebten. Bereits diese allererste Sandmann-Ausstellung im Filmmuseum musste aufgrund ihres großen Erfolges mehrfach verlängert werden.

Kurator: Harald Serowski/Trickfilmstudio des Deutschen Fernsehfunks (DFF)