Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Queen Kelly

1928 übertrug die Stummfilmdiva Gloria Swanson Erich von Stroheim die Regie für einen Film, den sie selbst produzierte und in dem sie die Hauptrolle übernahm: "Queen Kelly". Die Geschichte stammte von Stroheim: Prinz Wolfram verliebt sich heftig in die Klosterschülerin Kelly. Er entführt sie auf das Schloss, wo sie mit Wolframs Braut, der Königin, zusammentrifft. Die peitscht Kelly brutal aus dem Palast. Dem Telegramm einer Tante folgend, bricht Kelly nach Deutsch-Ostafrika auf. Hier wird sie mit einem lüsternen Krüppel verheiratet und erbt von der Tante ein Bordell. Wolfram, von der Königin in Festungshaft genommen, meldet sich freiwillig zu den Truppen in die Kolonie, um Kelly zu finden ...
Wäre "Queen Kelly" wie geplant fertiggestellt worden, hätte der Film eine Länge von über fünf Stunden gehabt. Doch der Produzentin missfiel zunehmend, dass ihr Regisseur Geld zu verschwenden schien, und vor allem, wofür - die bereits fertigen Bordellszenen würden niemals durch die Zensur kommen und waren nach Meinung Swansons für den Papierkorb produziert. Kurzerhand stoppte sie den Film und widmete sich anderen Aufgaben. Von dreißig geplanten Filmrollen waren lediglich zehn gedreht worden, doch diese rund einhundert Filmminuten sind eine filmhistorische Kostbarkeit. Wir präsentieren die restaurierte Filmversion von 1985. Mit Standfotos, Zwischentiteln und sämtlichem verfügbaren Filmmaterial ist sie die vollständigste Version, die jemals zusammengestellt wurde, und folgt dem originalen Manuskript Erich von Stroheims.

Zur Ausstellung «Dieses Scheusal Stroheim!»