Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Momo

"Zeit ist Leben, und das Leben wohnt im Herzen", lautet das Motto, mit dem die Heldin Momo das Erstarren der Welt verhindert. Mit der Schildkröte Kassiopeia kämpft das Mädchen gegen die grauen Herren, die die Menschen dazu bringen, Zeit zu sparen.
In einer imaginären Welt herrscht eine gespenstische Gesellschaft »grauer Herren«, die die Menschen dazu verführen, Zeit zu sparen. Doch während sie Zeit für später einsparen, vergessen sie, im Heute zu leben - je mehr die Menschen sparen, desto kürzer werden ihre Tage und Wochen. Die Macht der grauen Herren wächst mit jeder Minute. Da beschließt der weise Meister Hora, der »Verwalter der Zeit«, zu handeln. Er braucht dafür die Hilfe eines Menschenkindes. Seine Wahl fällt auf Momo ...
1971 waren Michael Ende und seine Frau Ingeborg Hoffmann nach Italien gezogen. Dieser Umzug kam einer Emigration gleich: Im Zuge der 1968er Bewegung mit ihrem eminenten politischen Gestaltungswillen sah sich der Autor vom Vorwurf der «Weltflucht» zunehmend erdrückt: Wie könne er, so seine Gegner, angesichts von Kaltem Krieg und weltweiter Aufrüstung den Aufbruch in ein Reich der Träume predigen? Doch für Ende gab es keinen Zweifel darüber, dass die Probleme der Welt nur gelöst werden können, wenn die Menschen selbst sich ändern, wenn sie Utopien entwickeln, die dem wachsenden Einfluss «grauer Herren» Paroli bieten - und Phantasie war ihm ein legitimes Mittel dafür.

Michael Ende. Magische Welten