Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Mauerworkshop

WARUM WURDE DIE MAUER GEBAUT?


Medienpädagogische Angebote zur Ausstellung:
Glück für alle!
Wirklichkeit in DEFA-Filmen der fünfziger Jahr (Ausstellung und Filme bis 07.03.10)
In Zusammenarbeit mit der DEFA-Stiftung, Progress-Filmverleih, Deutschem Rundfunkarchiv, Bundesarchiv und Bundespresseamt

Das Filmmuseum Potsdam lenkt mit dieser Ausstellung den Blick auf die Gründung zweier Deutscher Staaten im Jahr 1949, die damit besiegelte Teilung Deutschlands und den Beginn des Kalten Krieges.
Die Ausstellung präsentiert ein multimediales Bilderbuch mit historischen Dokumenten. In sechs thematischen Kapiteln werden Film-, Alltags- und Zeitgeschichte zu einem lebendigen Kaleidoskop der fünfziger Jahre in der DDR zusammengestellt.

FÜHRUNGEN / GESPRÄCHE
Während einer dialogischen Führung durch die Ausstellung können die einzelnen Themenbereiche:
Alltag 1949 - 1955;
Spionage Sabotage;
Arbeit Freizeit;
Kollektivierung LPG;
Kinder Jugend;
Alltag 1956 - 1961
näher betrachtet werden: Auch die Art der Darstellung der historischen Zusammenhänge, die Auswahl und Aussagekraft der Dokumente könnte im Zentrum stehen (Stichwort: Geschichtskulturen). Selbstverständlich nehmen wir dabei auch relevante Aspekte der Filmgeschichte in den Blick. Welcher Schwerpunkt gesetzt wird, können Lehrer und Schüler vorab mitbestimmen.

FILME
Folgende Filme können in Kombination mit einem Ausstellungsbesuch im Kino des Filmmuseums gezeigt werden:

Spionage Sabotage
Zugverkehr unregelmässig
DDR 1951, Laufzeit: 76 Min
Regisseur: Erich Freund
Darsteller: Peter Lehmbrock, Inge Keller, Horst Drinda, Hanns Groth, Claus Holm, Brigitte Krause

Der Kraftfahrer Jochen hat dem Polizisten Erich einmal das Leben gerettet, seitdem sind sie Freunde. Darum kann Erich nicht glauben, dass Jochen auf die schiefe Bahn geraten ist. Als Aufsichtsbeamter bei der S-Bahn hatte er einen neuen Job gefunden, doch der war ihm nicht aufregend genug. Er fiel der Westberliner Agentin Ellen, die seine Kenntnisse braucht, in die Hände und beteiligt sich nun an Sabotageakten. Plötzlich hat er viel Geld, und sogar Erichs Freundin Inge läuft zu ihm über. Als sie herausbekommt, woher das Geld stammt, ist sie entsetzt. Ein neuer Anschlag kann durch sie und Erich vereitelt werden. Jochen kommt dabei ums Leben.

Arbeit Freizeit
Modell Bianka
DDR 1951, Laufzeit: 83 Min
Regisseur: Richard Groschopp
Darsteller: Edith Hancke, Fritz Wagner, Gerda Falk, Karl Hellmer, Werner Peters

Der Streit um ein Kleidermodell trübt die Urlaubsstimmung von Jochen und Gerd. Dabei könnte es so nett sein, denn die beiden unrechtmäßigen 'Trägerinnen' des Modells, Ursel und Hilde, gefallen ihnen. Sie gehören zum Konkurrenz-Unternehmen 'Berolina', während die jungen Männer, von denen die Modelle stammen, vom 'Saxonia'-Werk sind. Wieder zu Hause, wird ihnen die Unsinnigkeit ihres Streits bewusst. Beide beschließen daraufhin, sich auf der Leipziger Messe mit den Frauen zu versöhnen...

Spionage Sabotage
Alarm im Zirkus
DDR 1954, Laufzeit: 83 Min
Regisseur: Gerhard Klein
Darsteller: Erwin Geschonneck, Uwe-Jens Pape, Ulrich Thein

Was gäben sie für ein paar Boxhandschuhe! Klaus und Max sparen jeden Pfennig, um sich den Traum vom Helden im Ring und einem besseren Leben verwirklichen zu können. Doch so sehr sie es auch versuchen, nie reicht das Geld, und die Handschuhe bleiben für sie unerreichbar hinter der Ladenscheibe. So lassen sie sich eines Tages für einen krummen Deal vom Wirt und Gauner Klott anheuern: Des Nachts sollen Pferde aus dem Ostberliner Zirkus Barley gestohlen werden. Sind Klaus und Max die Boxhandschuhe tatsächlich so viel wert?

Ernst Thälmann: Sohn Führer seiner Klasse (2 DVDs)
DDR 1954 und 1955, Laufzeit: 251 Min
Regisseur: Kurt Maetzig
Darsteller: Günther Simon, Hans-Peter Minetti, Erika Dunkelmann, Raimund Schelcher, Karla Runkehl, Fritz Diez, Werner Peters, Fred Delmare

Der historisch-biografische Film beginnt im November 1918 an der Westfront des Ersten Weltkrieges.
Deutsche Soldaten in den Schützengräben hören vom revolutionären Aufstand der Marine in Kiel. Der junge Ernst Thälmann (Günther Simon), der gegen seinen Willen in die Armee eingezogen worden war, möchte bei diesen Kämpfen an der Seite der Kameraden in seiner Heimatstadt Hamburg stehen. Als die Revolution durch den Verrat rechter Sozialdemokraten und die Zersplitterung der Arbeiter in Gefahr gerät, versucht er dennoch unermüdlich, die Genossen zu einen. Darauf konzentriert er seine Aufmerksamkeit, steigt in der Kommunistischen Partei auf. Danach organisiert und führt er den Hamburger Aufstand 1923.
Der zweite Teil des Thälmann-Films umfasst den Zeitraum von 1930 bis zur Ermordung des deutschen Kommunistenführers 1944. Er führt vor, wie sich Thälmann sich für die Einheit der Arbeiter gegen die Gefahr des Faschismus einsetzte, zeigt seine Verhaftung nach der Machtergreifung Hitlers (Fritz Diez) und die elf Jahre Kerkerhaft. Ein Befreiungsversuch der Genossen scheitert, einem korrumpierenden Angebot von Göring gibt Thälmann eine Abfuhr.

Kinder Jugend
Vergesst mir meine Traudel nicht
DDR 1956, Laufzeit: 82 Min
Regisseur: Kurt Maetzig
Darsteller: Günther Simon, Günther Haack, Eva Maria Hagen

Lehrer Wolfgang Auer und Volkspolizist Hannes Wunderlich sind Freunde und Zimmernachbarn bei Wirtin Palotta in Berlin. Eines Tages taucht Traudel dort auf. Wolfgang hatte sie kurz zuvor mit dem Motorrad auf der Landstrasse aufgelesen und sie dann wieder sitzen lassen - mit seiner Adresse. Das Mädchen, ebenso raffiniert wie naiv, verlogen wie treuherzig, bringt die beiden Männer von einer peinlichen Situation in die andere. Und verleitet Hannes sogar zu rechtswidrigen Amtshandlungen. Er stellt ihr einen provisorischen Ausweis aus, mit von ihr erfundenen Daten. Er tut dies allerdings nicht nur, weil er verliebt ist, sondern weil er ihre tragische Vergangenheit ahnt. Ein Brief ihrer Mutter ist ihm in die Hände gefallen; er stammt aus dem KZ Ravensbrück und endet mit den Worten 'Vergesst mir meine Traudel nicht'. - Die skeptische Wirtin Palotta, von Anfang an empört über diese weibliche Einquartierung, hat unterdessen Detektiv gespielt und die Herkunft des aus einem Heim ausgerückten Mädchens herausgefunden.

Kinder Jugend
Berlin - Ecke Schönhauser
DDR 1957, Laufzeit: 79 Min
Regisseur: Gerhard Klein
Darsteller: Maximilian Larsen, Ilse Pagé, Helga Göring, Harry Engel, Ernst-Georg Schwill, Erika Dunkelmann, Ekkehard Schall, Anselm Glücksmann

Unter dem U-Bahnbogen auf der Schönhauser Allee treffen sich täglich die Sechzehn- und Siebzehnjährigen, denen der Platz im Elternhaus zu eng wird. Mutproben sind an der Tagesordnung, und für eine Westmark, wirft man schon mal eine Laterne ein. Der Bauarbeiter Dieter (Ekkehard Schall) sucht auf der Straße die Freiheit, Kohle (Ernst-Georg Schwill) flüchtet vor seinem ständig betrunkenen Stiefvater, Karl-Heinz (Harry Engel) ist schon auf der kriminellen Bahn, und Angela (Ilse Páge) muß zu Hause Platz machen, wenn die Mutter den Freund empfängt. Karl-Heinz versucht Kohle in seine dunklen Geschäfte zu ziehen, und nach einem vermeindllichen Totschlag flüchten die beiden nach Westberlin, wo Kohle im Auffanglager tragisch ums Leben kommt. Dieter entflieht der zweifelhaften 'Fürsorge' des Lagers und kehrt nach Hause zurück. Er will für seine Schuld einstehen, um danach ein neues Leben beginnen zu können - und er will zu Angela, die ein Kind von ihm erwartet.

Alltag 1949 - 1955
Schlösser und Katen Teil 1 2
DDR 1957, Laufzeit: 195 Min
Regisseur: Kurt Maetzig
Darsteller: Ekkehard Schall, Erika Dunkelmann, Erwin Geschonneck, Karla Runkehl, Raimund Schelcher

Der Zweiteilige DEFA-Film, nach einem Drehbuch des Schriftstellers KuBa (Kurt Bartel), beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Nachkriegsentwicklung der DDR auf dem Lande. Beginnend mit der so bedeutsamen Bodenreform aus dem Jahre 1945, 'Junkerhand in Bauernhand', inszenierte Regisseur Kurt Maetzig eine menschlich packende Geschichte, die neben ihren herausragenden Darstellern auch als eindrucksvolles Zeitdokument überzeugt.
Während Teil 1, 'Der krumme Anton', die ersten Nachkriegsjahre thematisiert, behandelt Teil 2, 'Annegrets Heimkehr', die frühen 1950er Jahre. Holzendorf, irgendwo in Mecklenburg, Juni 1945: Die gräfliche Familie flüchtet vor der Roten Armee gen Westen. Zurück bleiben nur ihre einstigen Knechte, Mägde und Landarbeiter. Der 'krumme Anton' kommt in dieser neuen, noch unbekannten Situation auf eine Idee: Vor 17 Jahren heiratete er Marthe. Diese erwartete aber bereits ein Kind, Annegret, vom damals noch jungen Grafen, der sich, eben 'mal so zum Spaß', mit ihr eingelassen hatte. Glücklicherweise besitzt Anton, der sein Leben lang getreten und verspottet wurde, den Erbschein, der nicht nur den Fakt der Kindszeugung bestätigt, sondern auch Annegret im Falle ihrer Hochzeit eine üppige Mitgift bescheinigt. Er hofft nun auf ein bisschen Glück für seine Tochter. Doch stattdessen wird Annegret Opfer eines groß angelegten Intrigenspiels und verlässt schließlich das Dorf... Erst Jahre später kehrt sie mit einem Diplom als Zootechnikerin und einem Sohn auf dem Arm heim. Der Kampf im Dorf jedoch ist nicht zu Ende - weder der politische noch der persönliche...

Alltag 1949 - 1955 und Arbeit Freizeit
Sonnensucher
DDR 1958, Premiere: 1972, Laufzeit: 111 Min
Regisseur: Konrad Wolf
Darsteller: Erwin Geschonneck, Günther Simon, Ulrike Germer

Der Uranbergbau führt in der DDR der Nachkriegszeit Menschen unterschiedlichster Art zusammen. So auch zwei Frauen, die bei einer Razzia in Berlin aufgegriffen werden. Die eine, Lutz, lernte schon früh das Leben von seiner härtesten Seite kennen und die andere, Emmi, prostituierte sich nach dem Krieg um zu überleben. Lutz verliebt sich in den Kumpel Günter, stellt aber bald fest, dass er nicht der Richtige ist. Unterdessen interessieren sich aber bereits zwei weitere Männer für sie: der Obersteiger Franz Beier und der sowjetische Ingenieur Sergej. Letzterer misstraut Beier, der zwar mit seiner faschistischen Vergangenheit gebrochen hat, sich aber nicht zu diesem Abschnitt seines Lebens bekennt. Schließlich heiratet Lutz Beier, muss aber schnell akzeptieren, dass sie in Wahrheit Sergej liebt...
'[…] Die Handlung ist Historie […] Nichts wird beschönigt, gerade das aber gibt dem Film seinen großen Wert als künstlerisches Abbild eines geschichtlichen Prozesses.' Gerd Focke in 'Freiheit' Halle vom 07.09.1972

Spionage Sabotage
Ware für Katalonien
DDR 1959, Laufzeit: 95 Min
Regisseur: Richard Groschopp
Darsteller: Heinz Dieter Knaup, Eva Maria Hagen, Hartmut Reck

Die alte Frau, die in der Berliner S-Bahn festgenommen wird, hatte ein Fernglas nach Westberlin schmuggeln wollen. Der Tote in der Laubenkolonie hatte mit optischen Geräten geschoben. Schon länger fahndet das Dezernat für Optikschiebungen nach einer Westberliner Schmugglerbande. Die Spuren beider Fälle führen die Beamten nun in die 'Kant-Klause', Treffpunkt einer Gang, die wertvolle Geräte aus der DDR über Westberlin nach Spanien schmuggelt. Das Ausmaß der Verflechtung wird Unterleutnant Schellenberg erst nach und nach bewusst, während er in Drahtzieher Teschendorf, auch genannt »der Spanier«, auf einen Widersacher trifft, der auch vor Mord nicht zurückschreckt.
Nach einem wahren Fall, in dessen Zentrum der Playboy und Kopf der deutschen Mallorca- Szene, Hasso Schützendorf, stand.

Alltag 1949 - 1955; Spionage Sabotage; Arbeit Freizeit; Kollektivierung LPG; Kinder Jugend; Alltag 1956 - 1961
Der Augenzeuge - Die 50er Jahre
DDR, Laufzeit: 349 Min

‚Sie sehen selbst, Sie hören selbst, urteilen Sie selbst!'
Diese DVD-Reihe vermittelt einen Einblick in das damalige Zeitgeschehen, legt die Chronik einer Woche als hautnahe Reportage dar und zeigt - oftmals in Schlagzeilen - bedeutsame politische und wirtschaftliche Ereignisse, Sport- und Jugendveranstaltungen, Kultur und Unterhaltung, kurzweilige Begegnungen mit Personen des öffentlichen Lebens sowie Entdeckungen und Begebenheiten, die eine Nation bewegten.
In einer Auswahl einzelner Augenzeugen der Jahre 1950 bis 1959 sehen Sie u.a.: Leipziger Frühjahrsmesse, Fremdenlegionäre in Vietnam, Bau der Sosa-Talsperre, Endspiel Fussballmeisterschaft DDR, 3. Weltfestspiele der Jugend Studenten, Nat. Aufbau-Programm Berlin, Adenauer und die Insel Knechtsand, Essener Blutsonntag, Fernschreiber aus Chemnitz, Mansfeld-Kombinat, Verbrechen an Rosenbergs, TBC Impfstoff aus Jena, Fallingbostel: Nazi-Treffen, Int. Avus-Rennen, Viermächtekonferenz in Berlin, k.o. für ten Hoff, 'Thälmann-Film'- Premiere, Otto Grotewohl wird 60, Pressekonferenz mit ehem. Feldmarschall Paulus, BGS, Ost-West-Feier, 10. Jahrestag der Zerstörung Berlins, Karneval an der Spree, Albert Einstein verstorben, zum 85. Geburtstag Lenins, Der 500. Augenzeuge, KPD-Verbot, Bertholt Brecht verstorben, 16. Olymp. Spiele, Manöver: 15 Soldaten sterben, Rennboot-EM, Sputnik II mit Laika, Frz. Angriff auf Tunesien, Flakeinheit der NVA, Kampf dem Atomtod, de Gaulle in Frankreich, Mode-'Linie 58', Chruschtschow bei Leipziger Messe, Alpine Dt. Ski-Meisterschaft, Grotewohl an Adenauer, Prof. Hagemann über Einheit, oberstes Gericht der DDR verurteilt 4 dt. und amerik. Agenten, 10. Jahrestag der DDR

GESPRÄCHE MIT ZEITZEUGEN
Vertiefend, bekräftigend, ernüchternd und vielleicht auch relativierend können Begegnungen mit Zeitzeugen sein, die wir auf Wunsch und nach Absprache zu einem Gespräch einladen können. Wie nahmen Zeitgenossen die während des Ausstellungsrundganges besprochenen Phänomene wahr? Welche Rolle spielten die gezeigten Filme? Welche Erinnerungen aus den 50er Jahren gehören für sie zu den prägenden?

Dauer und Preis:
Nur Führung: ca. 1,5 Stunde; 3,- Euro
Führung + Film: ca. 3 Stunden; 5,- Euro
Führung + Film + Zeitzeugengespräch: ca. 3,5 bis 4 Stunden; 6,- Euro
Termin: nach Absprache

Anmeldungen unter:
T (0331) 2718112 und ticket@filmmuseum-potsdam.de