Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
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Marilyn Monroe - Fotografien von Bert Stern

24. November 2000 - 18. Januar 2001

Die Fotos von Bert Stern wurden als "The Last Sitting" weltberühmt, noch heute vermitteln sie viel von der Leuchtkraft der Diva Marilyn Monroe - und ebensoviel von dem gnadenlosen Geschäft, dem sie sich verschrieben hatte. Die letzten Bilder von der Monroe waren kurz vor ihrem frühen Tod entstanden. Der Fotograf hatte sich von dieser Session das "ganz große Schwarzweißbild für die Ewigkeit" gewünscht und er hat es bekommen - womöglich sogar mehr als eines. Auf ihrer Tournee durch Deutschland waren die Fotos nun auch im Osten Deutschlands zu sehen.
Kuratoren: Reichelt Brockmann (Mannheim)
Plakat: Kerstin Barkmann (FMP)
Ausstellungsfotos folgen.
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Anfang 1962 träumte der junge, erfolgreiche Mode- und Werbefotograf Bert Stern einen ehrgeizigen Traum. Nachdem ihm schier Unmögliches gelungen war - er hatte Liz Taylor bei den Dreharbeiten zu "Cleopatra" in Rom fotografiert - wollte er nun noch höher hinaus. Die Monroe sollte es sein. Einen Auftrag von der Vogue hatte er bereits in der Tasche. Rückblickend ließ er keinen Zweifel daran, was ihn vor allem interessierte: "Mein Ziel war Marilyn pur, ohne Kleider." Ihm war klar, dass keine Aussicht bestand, Aktfotos in der Vogue unterzubringen. So verfiel er auf Accessoires: transparente Schals, Schmuck, Pelze ... Stern war überrascht, dass Marilyn ohne weiteres zusagte und zum ersten Treffen mit nur fünfstündiger Verspätung erschien. Er war am Ziel seiner Wünsche. Mit etlichen Flaschen Dom Perignon brachte er den Star dazu, kooperativ zu sein. In drei Sitzungen entstanden Bilder professioneller Sinnlichkeit, aber auch Porträts von berührender Nähe.

Sterns Interesse, hinter die Fassade der Diva zu schauen, war gering; doch die Frau vor ihm befand sich in einer existentiellen Krise. Von der Twentieth Century Fox war sie soeben aus laufendem Vertrag entlassen worden; sie war alkohol- und barbituratabhängig, depressiv und in glücklose Affären verstrickt. Um ihre Karriere zu retten, forcierte sie Fototermine in den großen amerikanischen Zeitschriften wie Life, Cosmopolitan und eben Vogue. Sie hoffte, mit dieser Publicity die Fox zur Rücknahme der Kündigung zu bewegen und ihren begonnenen Film, "Something's Got to Give", beenden zu können. Sie war wieder dort angekommen, wo sie einst angefangen hat - bei Aktfotos, die sie populär machten. Offenbar vergeblich hatte sie jahrelang darum gekämpft, als seriöse Schauspielerin geachtet und anerkannt zu werden ...

Bert Stern schickte der Schauspielerin die Originaldias und Kontaktbögen zur Ansicht. Etwa die Hälfte davon war mit Nagellack oder Filzstift durchgestrichen oder mit Nadeln zerkratzt, als er sie von ihr zurück erhielt. 14 Tage später starb die Monroe; die Vogue veröffentlichte eine Reihe der Fotos wie geplant, den ursprünglichen Text musste sie durch einen Nachruf ersetzen.

Eine Filmreihe begleitete die Schau.