Luther im Film

13.04.2017

Veranstaltungsdatum
13.04.2017 - 19:00

Anlässlich des Reformationsjubiläums sowie des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2017 und der Jahreskampagne "Stadt trifft Kirche" der Landeshauptstadt Potsdam präsentiert das Filmmuseum Potsdam ab April Filme zum Thema.

Do., 13.4.2017, 19 Uhr
Der gehorsame Rebell
R: Curt Oertel, BRD 1952, Dok., 81'
Finanziert von der New Yorker Lutheran Productions Inc., begannen im Herbst 1951 die Dreharbeiten an den Stätten von Luthers Wirken in beiden Teilen Deutschlands. Auch die ostdeutsche DEFA unterstützte das Filmvorhaben - ein seltener Vorgang. »Der gehorsame Rebell« ist der erste Film über Martin Luther, der nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Regie führte Curt Oertel, ein Wegbereiter für biografische Dokumentarfilme. Er ließ vor allem die Bilder wirken und sparte mit dem Kommentar. Heraus kam ein für die damalige Zeit ungewöhnlicher Dokumentarfilm.

Do., 20.4.2017, 18 Uhr
Luther in der DDR - Kurzfilme
Dreimal Martin Luther aus dem Blickwinkel der sozialistischen Gesellschaft: Wer war der Reformator, welche gesellschaftlichen Hintergründen prägten ihn, wo lagen progressive Elemente, wo Grenzen seines Denkens? Diese Fragen stellt der dokumentarische, anlässlich des 450. Reformationsjubiläums entstandene Kurzfilm Credo: Martin Luther - Wittenberg 1517 (R: Rudolf Müller, DDR 1967, 17'). Martin Luther (R: Joachim Hadaschik, DDR 1982, 32') zieht Verbindungen zwischen Luther damals und seiner Bedeutung heute, beleuchtet Herkunft und Stationen seines Lebens, fragt nach der Luther-Pflege in der DDR und schildert Aktivitäten in ostdeutschen Kirchengemeinden. Mit der Mischung von Trick- und verfremdeten Realfilmelementen nähert sich Copyright by Luther (R: Lew Hohmann, DDR 1983, 17') Luther in spielerisch-ironischer Form. Würdigt ihn als Bibelübersetzer und den Buchdruck als aufstrebendes Massenmedium zur Verbreitung neuartiger Ideen.

Mi., 17.5.2017, 18 Uhr
Jan Hus
R: Otakar Vávra, D: Zdeněk Stěpánek, Karel Höger, Vlasta Matulová, CSSR 1953, 115'
Ein Jahrhundert vor Martin Luther predigte Jan Hus in Prag nicht auf Latein, sondern in der Sprache des Volkes, auf Tschechisch. Er verurteilte den Reichtum der Kirche, stellte Wahrheit und Gewissen über weltliche Herrschaft. Am 6. Juli 1415 wurde Hus auf dem Kirchenkonzil in Konstanz als Ketzer verbrannt. Seinem Tode folgte der Beginn der Hussiten- und Religionskriege in Europa.

Der 1954 uraufgeführte Film Jan Hus von Otakar Vávra ist der erste Teil einer »Trilogie über die hussitische Revolution« und betont die revolutionäre und »nationale« Seite der Bewegung. Anders wäre der Film unter dem kommunistischen Regime nicht zu realisieren gewesen. Durch seine hervorragenden Schauspieler sowie seine authentisch wirkenden Dialoge und Ausstattungen bleibt er ein Meisterwerk des tschechischen Kinos.
Einführung: »Das tschechische Hus- und Hussitenbild vor und nach 1989« von Dr. Jan Randák (Historiker, Prag)
In Kooperation mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), der Universität Potsdam, den Kulturfesten in Brandenburg und anderen Partnern.

Fr., 26.5.2017, 19 Uhr
Stummfilm mit Livemusik:
Luther
R: Hans Kyser, D: Eugen Klöpfer, Theodor Loos, Elsa Wagner, D 1927/28, 113'
Das Leben des Kirchenreformers aus der Perspektive von 1927. Aus Spenden finanziert und mit großem Staraufgebot umgesetzt, entstand der Stummfilm unter dem Einfluss eines deutschnational geprägten Protestantismus. Der Film endet mit dem Bildersturm als revolutionärem Inferno, das den Betrachter an die Ereignisse von 1918 erinnert haben mochte. Nach seiner Uraufführung kam es zu zensorischen Eingriffen aufgrund »... derart aggressiver, von rein geschichtlicher Darstellung weit abweichender Darstellung antikatholische Tendenz«. Zum Luther-Jubiläumsjahr hat das Bundesarchiv-Filmarchiv den Film aufwendig restauriert.
An der Welte-Kinoorgel: Stephan Graf von Bothmer
Einführung: Pfarrer Dr. Bernd Krebs (Beauftragter für das Reformationsjubiläum und den Deutschen Evangelischen Kirchentag Berlin - Wittenberg)

Mi., 14.6.2017, 18 Uhr
Michael Kohlhaas - Der Rebell
R: Volker Schlöndorff, D: David Warner, Anna Karina, Thomas Holtzmann, BRD 1969, 100'
Volker Schlöndorffs freie Verfilmung der Novelle von Heinrich von Kleist, die auf den unbeugsamen Kaufmann Hans Kohlhase und seinen Aufstand gegen den sächsischen Junker Zaschwitz zurückgeht.

Einführung: Dr. Barbara Gribnitz "Kleist, Kohlhaas und Schlöndorff - eine gescheiterte Literaturverfilmung?" (Kleist-Museum, Frankfurt/Oder)
In Kooperation mit dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), der Universität Potsdam, den Kulturfesten in Brandenburg und anderen Partnern.

Weitere Termine folgen in der zweiten Jahreshälfte 2017.