Libanesische Filmtage

Januar 2007

Was wissen wir über den Libanon -
abgesehen von Kriegsbildern aus Nachrichtensendungen?
Der Libanon: die Schweiz von Arabien,
siebentausend Jahre Heimat verschiedenster Hochkulturen,
17 offiziell anerkannte Religionsgemeinschaften,
mit einer im Nahen Osten einmaligen Filmkultur ...

Myrna Maakaron , libanesische Filmemacherin,
die 2004 den Berlin Today Award der Berlinale gewann, stellte libanesische Filmemacher und ihr Land mit Dokumentar- und Spielfilmen vor.

"Die Menschen wollen nicht mehr leben. Wir Libanesen haben genug, wir können Krieg nicht mehr ertragen", sagte im Juli 2006 ein in Deutschland eingebürgerter Libanese. Es folgten 34 Tage israelische Bombenangriffe auf den Libanon als Antwort auf die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die libanesische Hisbollah, genannt "Sommerkrieg".
Friedensappelle und wohlmeinende Kulturprojekte nützen wenig. TROTZDEM: Wir wollen den militärischen und politischen Nachrichten Botschaften von Künstlern zur Seite stellen - Menschengeschichten aus einem geplagten, wunderschönen, reichen, armen Land.
Die junge Regisseurin Myrna Maakaron ist Libanesin und lebt in Berlin. Ihr Film "BerlinBeirut" wurde 2004 mit dem allerersten Berlin Today Award der Berlinale und danach mit vielen weiteren Preisen ausgezeichnet. Sie stellte ihr Land vor: mit Filmemachern und Filmen, in Einführungen und in einem Podiumsgespräch.

Dunia
R: Jocelyne Saab, D: Fathy Abdel Wahab, Sawsan Badr, Khaled El Sawi, LB/Ägypten 2005, OmU, 112’
Die libanesische Regisseurin Jocelyne Saab, inszenierte zahlreiche Dokumentarfilme und Videoclips mit Stars aus der arabischen Musikszene. "Dunia" ist ihr dritter Spielfilm. Die ägyptische Zensur wollte ihn verbieten, aber nach internationalen Protesten gab Präsident Hosni Mubarak persönlich den Film frei: Eine junge Künstlerin sucht ihren Weg zwischen traditionellen Bindungen und geistiger und sexueller Selbstfindung. Ein bildstarker, orientalischer Film, der in den freiheitlichen, künstlerischen Überlieferungen des Sufismus wurzelt.

Jalla! Jalla!
R: Josef Fares, D: Fares Fares, Torkel Petersson, Tuva Novotny, S 2000, OmU, 88’
Regisseur Josef Fares ("Zozo"), damals 24-jährig und Filmstudent in Stockholm, erzählt
frisch und ungestüm: Roro aus dem Libanon lebt mit seiner Großfamilie in Schweden. Sein Job: Er befreit Grünanlagen von Hundekot. Seine Liebe: ein schwedisches Mädchen. Seine Eltern: haben natürlich eine passendere Frau gefunden. Also: falsches Heiratsversprechen, Doppelspiel, Missverständnisse, Verfolgungsjagd, Verhaftung ...

Eröffnung und Empfang
mit Berlinale-Intendant Dieter Kosslick, Volker Schlöndorff, Nahostexperte Jürgen Hogrefe und Myrna Maakaron.
Vorfilm:
I Remember Lebanon
R: Zeina Aboul Hosn, LB 2006, Dok.,engl. OF, 6’
BerlinBeirut
R: Myrna Maakaron, LB/D 2003, Dok., engl. OF, 23’
Beirut hat 6 Buchstaben. Berlin hat auch 6 Buchstaben. Mit Myrnas Augen sehen wir, wie sehr die beiden Städte einander gleichen - wir erschrecken, wir lächeln.

Zozo
R: Josef Fares, D: Imad Creidi, Antoinette Turk, Elias Gergi, S/GB/DK 2005, OmE, 103’
Melancholisch-zärtlicher Film über den Träumer Zozo, in dessen Jungenleben die harte Realität einbricht, die auch ihn aus dem Libanon fort treiben wird.

KURZE SPIELFILME
See You Later
R: Fouad Alaywan, D: Julia Kassar, Nickolas Daniel, Auby Hout, Ali Katibi, LB/CH 2006, OmE, 25’
Liebevoll-komischer Blick auf den Alltag einer libanesischen Immigranten-Familie in der Schweiz: Ein Paar und seine zwei erwachsenen Söhne, ihre Traditionen, ihre Konflikte und ihre Liebe zueinander. Eines Tages spielt ihnen das Schicksal einen Streich ...
The Chair Al Kursi
R: Cynthia Choucair, D: Dany Chamoun, Georges Rached, LB 2002, OmE, 22’
Die Brüder Nader, 12, und Samer, 8, zerbrechen versehentlich einen traditionsbeladenen Stuhl. Aus Angst vor mütterlicher Strafe werfen sie ihn in die Mülltonne, wollen ihn dann doch retten, aber der Stuhl ist nicht mehr da ...
Merci Natex
R: Elie Khalifé, Alexandre Monnier, D: Rafic Ali Ahmad, Liliane Younes, Maurice Maalouf, LB 1998, OmE, 13’
Eine großartige Parabel auf den Einbruch der Moderne: Der Farmer Farès lebt mit Familie in einem abgelegenen Gebirgsdorf. Bei einem Spiel gewinnt er einen Preis, der das Leben in dem ehemals friedlich-archaischen Dorf für immer verändert ...
Van Express
R: Elie Khalifé, D: Iyad El Bacha, Tarek Tamim, Diala Kachmar, LB 2004, OmE, 21’
Iyad und Tarek sind arm aber einfallsreich. So machen sie aus ihrem alten VW-Bus ein fahrendes Bordell. Humorvoll schildert der Film, wie die Freunde ihrer schwierigen Lage trotzen ...

Vorfilm:
I Remember Lebanon
R: Zeina Aboul Hosn, LB 2006, Dok.,engl. OF, 6’
West Beirut Ya awlad
R: Ziad Doueiri, D: Rami Doueiri, Mohamad Chamas, Rola Al Amin, F/N/LB/B 1998, OmE, 105’
Tarek und Omar sollen zur Schule gehen, zu Hause vernünftig sein, ganz normal - aber draußen hat ein Krieg angefangen, der viel spannender ist, als der Alltag.

In the Battlefields Ma’arik hubb
R: Danielle Arbid, D: Marianne Feghali, Rawia Elchab, Laudi Arbid, B/F/D/ LB, OmE, 90’
Teenager sind genervt von Familiendramen, suchen Liebe und eigene Wege - wie Lina. Und der Krieg? Der scheint einfach immer da zu sein, wie andere missliche Umstände.

STUDENTENFILME Alle Filme OmE. Gesamtlänge mit Pause 180’
Badkon Shi …t?
R: Badih Massaad D: Abdallah Manhal, Rana Salem, Guy Chatouni, LB 2005, OmE, 17’30’’
Ein Roadmovie über junge Leute, die in einem Auto herumgondeln - wohin und wozu ist den Fahrenden völlig schleierhaft. Suche nach neuem Stoff, einen Tramper auflesen, sich auf seine Kosten amüsieren .... Modernes Leben. Ein Film der aus sämtlichen Ecken der modernen Welt stammen könnte.
Proud to Say His Name Fouad Badr
R: Serena Abi Aad, LB 2005, Dok., OmE, 28’
Ein authentischer Selbstversuch: Eine Filmstudentin will herausfinden, ob es richtig ist, die Todesstrafe abzulehnen. Sie befragt Familienangehörige und Freunde. Sie tritt in Kontakt zu einem Todeskandidaten, mit dem sie Briefe wechselt, ihn besucht, sich fast verliebt ... Zuschauer werden zu Zeugen eines Vorgangs, von dem sich die Filmemacherin anfangs selbst keine Vorstellung machen konnte. Ein Fall für den Psychotherapeuten oder ein moderner Dostojewski?
The Crossing Al Maabar
R: Marc Karam, D: Patrick Hayek, Mounir Mohammad, LB 2000, OmE, 17’
Über den unergründlichen Sinn des Tötens - ein Ballerspiel, samt Folter und Auslöschung wird zur Realität: Im Libanon. Vorgestern, gestern, heute … Für beinahe jeden jungen Mann im Nahen Osten kann aus Gewaltphantasien eine Wirklichkeit werden, die sich ganz anders anfühlt und die kaum auszuhalten ist.
All for the Country Koullouna lil Watan
R: Fadi Kassem, D: Ammar Chalak, Rami Nihawi, Hassan Lavasani, LB 2002, OmE, 28’49’’
Eine Parabel, deren Ende man selbst erleben muss: Zwei Männer helfen einem Selbstmordattentäter, werden verhaftet - die israelischen Bewacher verhalten sich wie Faschisten, die Gefangenen wie Märtyrer. Der eine stirbt, dem anderen gelingt die Flucht. Und dann ...
Pause
Home Sweet Home Beit Byout
R: Youcef-Joe Bou Eid, LB 2006, Dok., OmE, 30’
Poetische Bilder einer Vertreibung? Der Filmemacher erzählt lakonisch und zart vom Krieg und seinen Folgen für eine Familie, die er vor sich hertreibt. Poesie als künstlerische Wahrheit - die Bitterkeit kommt aus unserem Wissen. Der Film zeigt, was im Libanon wie an vielen Orten der Welt heute geschieht und lässt das Wehgeschrei einschlägiger Verbände in Deutschland 60 Jahre nach dem Krieg seltsam klingen.
Wayn yo
R: Andre Chammas, D: the village people, classmates, LB 1998, OmE, 13’
Meine Leute aus Zahlé. Der Filmemacher stellt die Menschen aus seinem abgelegenen Bergdorf vor: Klatschbasen, Heuchler, Respektpersonen, Schöne und Hässliche. Eine Farce? Eine Komödie? Ein Spottgesang? Er liebt, übertreibt und respektiert die Eigenarten der Nachbarn, lacht über sie und ist froh, dass er wegkommt ...
My Father’s House
R: Leila Kanaan, D: May Sahhab, Daad Rizk, Zalfa Haddad, Hala Salloum, LB 2003, OmE, 25’
Eine surrealistische Antwort af "Wayn yo!" - mit schönen Grüßen von Dali, Kusturica und Lauzon. Die Filmemacherin zeigt Heimatland und Elternhaus als orientalisch-fellineskes Irrenhaus, in dem Besessenheiten, Lebensfülle, Kriegs- und Untergangsängste sich ein babylonisches Stelldichein geben.

July Trip
R: Waël Noureddine, LB 2006, Dok., OmU, 35’;
Der junge Filmemacher fährt zum Sommerurlaub in die Heimat, selbstverständlich die Kamera am Mann. Ein krasseres Urlaubsvideo ist kaum denkbar: die Bilder kippen aus der Achse, schroffe Geräusche tönen, es verschlägt ihm die Sprache, statt Ferientrip Kriegsbericht.
Beyrouth, ma ville
R: Jocelyne Saab, LB 1982, Dok., OmU, 52’
Juli 1982. Die israelische Armee dringt nach Beirut vor. Tage zuvor sieht Jocelyne Saab ihr Haus in Flammen stehen. 150 Jahre Geschichte lösen sich in Rauch auf. Ein surrealistisches, sehr persönliches Porträt einer belagerten Stadt. Es fördert Schönheiten zutage und enthüllt Geheimnisse und Lügen, auch die einer Generation, zu der die Regisseurin selbst gehört.

Vortrag und Podiumsdiskussion
Libanonexpertin Marie-Claude Souaid-Hesse : Geschichte und Gegenwart des Landes
Auf dem Podium: die Regisseure Myrna Maakaron, Paul Mattar, Wael Noureddine und Jocelyne Saab im Gespräch

Kurzfilme aus dem Sommerkrieg 2006
insgesamt 18’
The Balcony
R: Monika Borgmann, Anne de Mo, LB 2006, Dok., OmE, 9’ 12’’
From Beirut … to Those Who Love Us Min Bairout La Yalli Bihibbouna
R: Collective Work of Beirut DC, LB 2006, Dok., OmU, 4’
Before / After Kabl Wa Baad
R: Elie Yazbek, LB 2006, Dok., OmE, 5’

If, One Day, the People
R: Borhane Alaoui, Sylvio Sharif Tabet, LB 1993, Dok., OmE, 27’
Junge Libanesen, die zum ersten Mal im Leben eine Friedenszeit erfahren, sprechen sehr ernsthaft über Krieg und Rache, Verantwortung und Lebensgefühl, Herkunft und Zukunft.

Souha: Surviving Hell
R: Randa Chahal Sabbag, LB 2001, Dok., OmE, 56’
Souha, als Terroristin zehn Jahre in einem berüchtigten israelischen Gefängnis, kehrt 2000 an den Ort ihrer Leiden zurück und erinnert sich.

Kurzfilme aus dem Sommerkrieg 2006
insgesamt 18’
The Balcony
R: Monika Borgmann, Anne de Mo, LB 2006, Dok., OmE, 9’ 12’’
From Beirut … to Those Who Love Us Min Bairout La Yalli Bihibbouna
R: Collective Work of Beirut DC, LB 2006, Dok., OmU, 4’
Before / After Kabl Wa Baad
R: Elie Yazbek, LB 2006, Dok., OmE, 5’

Suspended Dreams Ahlam Muallaka
R: Jean Chamoun, Mai Masri, LB/GB 1992, Dok., OmE, 50’
Eindrucksvolle Bilder von vier sehr verschiedenen Menschen, die auf offene Weise mit ihren Kriegserfahrungen umgehen, aus denen sie ganz unterschiedliche Schlüsse ziehen.

Through Mothers’ Eyes Min Ouioun el Oumahat
R: Philippe Aractingi, LB 1992, Dok., OmE, 52’
Mütter von Gefallenen und Vermissten sprechen über ihre Erinnerungen. Der Film zeigt, wie ähnlich Frauen aller Religionen fühlen und denken, und schreckt nicht davor zurück, uns zu schockieren ...
... Wenn ich diesen Film sehe, denke ich: Krieg ist grausam, absurd und nutzlos. (M.M.)

Vorfilm:
I Remember Lebanon
R: Zeina Aboul Hosn, LB 2006, Dok.,engl. OF, 6’
The Tornado El-Aasar
R: Samir Habchi, D: Ara Manoukian, Philippe Akiki, Chawki Matta, LB 1992, OmE, 90’
Ein libanesischer Student kommt aus Moskau nach Beirut in die Ferien, und gegen seinen Willen zieht es ihn mitten in den Tornado des Bürgerkrieges.

Out of Life Kharij al-hayat
R: Maroun Bagdadi, D: Hippolyte Girardot, Rafic Ali Ahmad, Nidal Al-Askhar, Hassan Farhat, F/LB 1991, OmE, 97’
Ein französischer Kriegsfotograf wird vom Beobachter zum Opfer und erleidet selbst, was er bislang nur dokumentierte. Menschenwürde - ist das mehr als ein leeres Wort?

LIBANESISCHE NÄCHTE IM FILMCAFÉ
täglich Live-Musik
In Kooperation mit:
Kulturministerium des Libanon, Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft e.V.
Unterstützt von:
Hassan Abdallah (Habibi Frost)
EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Gefördert von:
Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung,
HFF »Konrad Wolf«, Goethe-Institut Beirut
Präsentiert durch:
Potsdamer Neueste Nachrichten, zitty, radiomultikulti

Gäste

Myrna Maakaron
Myrna Maakaron
Myrna Maakaron wird 1974 in Beirut geboren. Als sie ein Jahr alt ist, beginnt der Krieg und dauert 15 lange Jahre. Weil Myrnas Großvater einer der ersten libanesischen Filmverleiher ist, beginnt ihre Liebe zum Film schon in der Kindheit. Mit 15 steht sie zum ersten Mal auf der Bühne. Seitdem spielt sie in Theaterstücken und Filmen - wie "Once Upon a Time Beirut" (R: Jocelyne Saab, LB/F/D 1994), "Civilised People" (R: Randa Chahal Sabbag, LB/F 1998) und "Gate to Heaven"(R: Veit Helmer, D 2003). Von 1992 bis 1997 studiert Myrna Maakaron Filmregie an der Académie Libanaise des Beaux-Arts (ALBA), 2000 geht sie zum Theaterstudium an der Sorbonne Nouvelle nach Paris. Seit 2002 lebt sie in Deutschland.
Myrna Maakaron macht seit 1990 Filme als Regisseurin. Zu ihren wichtigsten Filmen zählen "Une Rencontre" (1995), "Conte d’adulte" (1997) und "Confusion" (1998). Für "BerlinBeirut" (2003) erhielt sie neben zahlreichen anderen Preisen den Berlin Today Award 2004 und beim Leipziger Dokfilmfest 2004 den Discovery Channel Filmpreis für den besten deutschen Dokumentarfilm. Zur Zeit arbeitet Myrna Maakaron an ihrem ersten Langfilm "The World Is Pink".

Jocelyne Saab
Jocelyne Saab
Geboren 1948 in Beirut, Libanon. Sie studiert Wirtschaftswissenschaften in Paris, arbeitet danach als Journalistin und Kriegsreporterin und dreht seit den frühen 1970er Jahren über 20 Dokumentarfilme in Ländern und Regionen wie dem Libanon, Ägypten, Iran, Kurdistan, der Sahara und Vietnam. 1981 wirkt sie als Regieassistentin bei Volker Schlöndorffs "Die Fälschung" mit. Ihr erster, in West-Beirut angesiedelter, Spielfilm "Une vie suspendue" entsteht 1985. Anfang der 1990er Jahre initiiert und leitet sie ein Projekt zum Wiederaufbau des libanesischen Filmarchivs in Beirut. 2005 dreht sie 26 Videoclips mit Stars aus der arabischen Musikszene. "Dunia"(2005) ist ihr dritter Spielfilm.
Spielfilme
Une vie suspendue (1984)
Il etait une fois ... Beyrouth (1994)
Dunia (2006)
Dokumentarfilme (Auswahl)
Le Liban dans la tourmente (1975)
Beyrouth jamais plus (1976)
Les Enfants de la guerre (1976)
Lettre de Beyrouth (1978)
Le Bateau de l'exil (1982)
Beyrouth, ma ville (1983)
La Dame de Saigon (1997)

Waël Noureddine
Waël Noureddine
Geboren 1978 im Libanon. Nach einem BA in Literaturwissenschaft und Philosophie, studiert er Journalismus in Beirut und von 2002 bis 2004 Film an der Sorbonne in Paris. 2005 nimmt er am Kongress "Cinéma / Politique" in Paris teil - u.a. mit Jean-Luc Godard, F. J. Ossang, Philippe Grandrieux.
Spielfilme
"L’homme à la caméra" (2000, experimenteller Kurzfilm)
"Chez nous à Beyrouth" (2002, Dokumentarfilm)
"From Beirut, With Love" (2005, Dokumentarfilm)
"July Trip" (2006, Dokumentarfilm)

Paul Mattar
Paul Mattar
Geboren 1946 in Heliopolis, Ägypten, studiert in Beirut Wirtschaftswissenschaft, danach in Paris Schauspiel, spielt im Libanon, der Schweiz und in Frankreich Theater. Er inszeniert und verfasst zahlreiche Stücke, komponiert und interpretiert Bühnenmusik. Für Film und Fernsehen arbeitet er als Schauspieler, Regisseur und Komponist. Er ist Journalist, Verlagsdirektor und künstlerischer Leiter eines Theaters in Beirut und seit 2003 Direktor der Audiovisuellen Abteilung der Universität Saint Joseph.

Volker Schlöndorff - Foto: M. Uhlenhut
Volker Schlöndorff
Geboren 1939 in Wiesbaden. 1956 kommt er als Schüler nach Frankreich und bleibt statt zwei Monate zehn Jahre. Er studiert politische Wissenschaften und Film in Paris, ab 1960 arbeitet er an Filmen französischer Regisseure mit - u.a. bei Malle, Melville und Resnais. 1965/66 dreht er in Österreich seinen mehrfach preisgekrönten Film "Der junge Törless". Sein internationaler Durchbruch ist "Die Blechtrommel" (1978), ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes und mit einem Oscar für den besten ausländischen Film. Bei "Die Fälschung" (1981) über einen deutschen Journalisten im kriegszerrütteten Beirut ist Jocelyne Saab ("Beyrouth, ma ville", "Dunia") seine Regie-Assistentin.
Spielfilme (Auswahl)
"Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975)
"Deutschland im Herbst" (1977)
"Homo Faber" (1990)
"Die Stille nach dem Schuss" (2000)
"Der neunte Tag" (2004)
"Streik" (2007)

Jürgen Hogrefe
Jürgen Hogrefe
Jürgen Hogrefe Jahrgang 1949, geb. in Bergen/Celle, studiert Publizistik und wird Journalist. 18 Jahre lang ist er Redakteur beim SPIEGEL: Von 1993 bis 1998 berichtet er von Jerusalem aus über den Nahen Osten, bis Anfang 2003 ist er Korrespondent für deutsche Außenpolitik im Hauptstadtbüro. Er ist Buchautor und -herausgeber, u.a. "Gerhard Schröder - Ein Porträt". Seit 2003 leitet er als Generalbevollmächtigter der EnBW Energie Baden-Württemberg AG den Bereich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Berlin.

Marie-Claude Souaid-Hesse
Marie-Claude Souaid-Hesse
Geboren 1954 in Beirut, Libanon. Als Soziologin und Anthropologin forscht sie an der Universität Lyon II und der Universität Saint Joseph in Beirut sowie der Humboldt Universität Berlin. Seit 1992 berät sie mit weltweiten Verbindungen, vor allem in die arabische Welt, Politik-, Wirtschafts- und Medien-Kooperationen. Seit 1999 lebt und arbeitet sie in Deutschland. 2004 organisierte sie federführend die Konferenz "Tage der Arabischen Welt" für den Deutschen Bundestag.

PRESSE
Bilder aus dem Land der Zedern
Die Eröffnung der ersten Libanesischen Filmtage im Filmmuseum
Märkische Allgemeine Zeitung, Lothar Krone, 20.1.2007
(...) Am Donnerstagabend im Filmmuseum allerdings erfüllte sich ein Wunsch vieler Libanesen, denn es gibt sie nun endlich. Die "Libanesischen Filmtage" in Potsdam. (...) Überhaupt: Wer geglaubt hatte, das Filmmuseum würde angesichts des sintflutartig peitschenden Orkanregens die ganze Veranstaltung ins Wasser fallen lassen oder die Besucher kämen nicht, war überrascht. Ganz im Gegenteil: Jeder, der sich durch die Seenlandschaft in der Innenstadt gewagt hatte, wurde im Foyer des Filmmuseums begeistert als Held empfangen, und derer gab es viele. (...) Kulturministerium und Botschaft der Libanesischen Republik dankten nicht nur der Veranstalterin, sondern verwiesen auf den Ideenstifter dieser Filmtage, der als Pächter des Cafés im Filmmuseum seine libanesischen Landsleute nach Potsdam lotste. (...) Locker und flexibel wie gewohnt füllte Berlinale-Intendant Dieter Kosslick seinen Part und überbrückte redegewandt die Zeit bis zum Eintreffen der letzten Versprengten. Volker Schlöndorff nutzte seinen Auftritt zur Freude der aus dem ehemaligen Französischen Mandatsgebiet Libanon stammenden Anwesenden, um ganz nebenbei sein blendendes Französisch zu demonstrieren. Höhepunkt dieses gelungenen Auftakts aber war der knapp halbstündige Dokumentarstreifen von Myrna Maakaron "BerlinBeirut" von 2003. Ihre filmische Montage der beiden Metropolen überzeugte durch Originalität, Humor, Warmherzigkeit und leisen Hintersinn. Toi, toi, toi PotsdamBeirut!