L’Esquive

Zwei Jahre bevor die Pariser Banlieus durch die Unruhen im Herbst 2005 in die Schlagzeilen gerieten, drehte Regisseur Kechiche vor dem Hintergrund ihrer tristen Mietskaseren seinen (zweiten) Spielfilm mit "teilnehmender" Kamera. Konsequent aus der Sicht der Jugendlichen gefilmt, gibt er uns Einblick in das harte Vorstadt-Leben, stellt aber trotz seines realistischen Stils die Armut dort nicht aus. Der Akzent liegt auf der Liebesgeschichte: Der introvertierte Krimo verschafft sich die Hauptrolle in einer Schultheater-Inszenierung, um an der Seite von Lydia, seiner ersten großen Liebe, spielen zu können. Für die Rolle vollkommen ungeeignet, bringt er nicht nur die Proben, sondern schließlich auch das soziale Gefüge der Cliquen durcheinander. Indem Theaterstück und Liebesgeschichte sich zunehmend überschneiden, gelingt Kechiche mit seinen hervorragenden Laiendarstellern ein spannendes filmisches Experiment.

Termine

Rück-Blicke auf das vergangene Kinojahr im Januar 2006