Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Kurzfilmreihe

Werbe- und Aufklärungsfilme der 1920er bis 1940er Jahre zeichnen ein Bild der rauen Großstadt und von Menschen, die Hygiene und Erholung erst noch lernen müssen. Technische und soziale Errungenschaften ermöglichen sauberes Wasser, frische Luft und Krankheitsvorsorge für mehr als nur die Oberschicht. Nach 1933 werden solche Lebensreformen zur NS-Propaganda entwertet. Nun sollen Deutsche ihre Gesundheit schützen, um im Krieg die volle Arbeitskraft zu erhalten.
Wie bleibe ich gesund? 1. Teil: Hygiene des häuslichen Lebens 1922
"Richtige" und "falsche" familiäre Abläufe, um gesund zu bleiben, von der Morgentoilette bis zum Abendbrot.
Mehr Milch 1924
Obwohl die Stadt Berlin ständig wächst und die Nahrungsnot immer größer wird, schläft der Magistrat sorglos. Die Großmeierei Bolle ist der Retter in der Not. "Klingel-Bolle" heißt der Mann, der Berlin mit Milch versorgen kann.
Der Aufstieg 1926
Abstrakter, handcolorierter Werbefilm für die Düsseldorfer Ausstellung GESOLEI (Gesundheit, Soziale Fürsorge, Leibesübungen) 1926.
Lustige Hygiene Folge 7 1930
Kombinationstrickfilm. Unter der Hand eines Zeichners entsteht die Cartoon-Figur Leberecht Klug, die zum richtigen Waschen mit Persil erziehen will, damit alle Bakterien in der (Kranken)Wäsche abgetötet werden.
Atmen ist Leben 1929
Die Atmung des Menschen, der Tiere und der Pflanzen; Plädoyer für gesundes Leben, für Wandern und Skifahren als Alternative zur stickigen Großstadt.
Im Schatten der Weltstadt 1930
Kontrastmontage des wohlhabenden, gesunden Berliner Westens mit den Lebensbedingungen in der Hinterhofbebauung des Berliner Ostens.
Quellen-Wunder 1935
Abstrakte Farbspiele symbolisieren sprudelndes Quellwasser des Herzbades Nauheim, die einen erschöpften Körper heilen. Animierter Werbefilm in Gasparcolor.
Warmbad überall? 1939
Werbefilm für Junkers-Heißwasserthermen von Bosch.
Geheimnis um Schönheit und Jugend 1941
Weibliche Angestellte aus Berlin besuchen nach der Arbeit eine finnische Sauna - und treiben danach Gymnastik im Freien.
Gesundheit ist kein Zufall 1940
Mit NS-Propaganda und biologistischen Auffassungen durchsetzter Aufklärungsfilm zur Zahnpflege: "... und darum müssen auch unsere Zähne gesund sein, wenn wir im Überlebenskampf bestehen und unsere volle Arbeitskraft erhalten wollen."

Der Hygienefilm zwischen Lebensreform und Nationalsozialismus