Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Kurzfilmprogramm: Wiederaufbau, Siedlungspolitik und Architektur

Derzeit arbeiten an mehreren Standorten Filmwissenschaftler/-innen daran, eine umfassende Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland von 1945 bis heute zu schreiben. Das Teilprojekt in Babelsberg leitet Ursula von Keitz, die Direktorin unseres Hauses. Im Museumskino vorgestellte Kurzfilmprogramme zu verschiedenen thematischen Aspekten ermöglichen einen Einblick in die Forschungsarbeit.

Die Auswahl versammelt kurze Dokumentar- und Spielfilme von 1946 bis 1963. So zeigt Aus eigener Kraft (D 1948) des Holländers und frühen DEFA-Mitarbeiters Joop Huisken Arbeiter und Arbeiterinnen, die ihre im Krieg zerstörten Werkhallen wieder herrichten. Wo ein Wille ist... (R: Alexander Treleani, BRD 1950) ist das Porträt einer im Aufbau befindlichen Flüchtlingssiedlung, das als kurzweiliger touristischer Rundgang mit Schauspieler Horst Tappert inszeniert ist. Baue - mit Verstand! (R: Leonhard Fürst, BRD 1959) stellt den Bau von Großsiedlungen dem Errichten von Eigenheimen in Vorstädten gegenüber, die entsprechend einer durchgesetzten Geschlechterpolitik als neues Wohn- und Lebensideal propagiert werden. Die Reportage Seine 43. (R: Jürgen Eike), eine Produktion der Babelsberger Filmhochschule, beobachtet das Einfahren der neuen Langen Brücke im Jahr 1961 in Potsdam als faszinierenden Montage- und besonnen angeleiteten Teamprozess.
Einführung: Ursula von Keitz
(Filmmuseum Potsdam)

Die Filme:
Halle baut auf
R: Fred Braun, D 1946, Dok., 5'

Aus eigener Kraft
R: Joop Huisken, D 1948, Dok. 14'

Wo ein Wille ist...
R: Alexander Treleani, BRD 1950, Kurzspielfilm 8'

Unsere Stadt
R: H. O. Schulze, BRD 1955, Kurzspielfilm, 13'

Baue - mit Verstand!
R: Leonhard Fürst, PR: IFA, BRD 1959, Dok. 13'

Seine 43.
R: Jürgen Eike, PR: Deutsche Hochschule für Filmkunst, Babelsberg, DDR 1963, 14'


Empfohlen wird der Besuch des anschließend um 18.30 Uhr im ZeM - Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften (Friedrich-Ebert-Str. 4, wenige Schritte vom Filmmuseum entfernt) stattfindenden Vortrags von Prof. Dr. Markus Krajewski: »Bauformen des Gewissens - Die Architektur der 50er Jahre«.

In Kooperation mit ZeM - Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften


DOKUMENTARFILME NACH 1945