Trickmodell aus dem Film "Titanic - In Nacht und Eis"
Trickmodell aus dem Film "Titanic - In Nacht und Eis"

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Kollision im Kino

Vor hundert Jahren, in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912, ereignete sich mit dem Untergang der »Titanic« eine Katastrophe, an der sich die filmische Fantasie bis heute immer wieder aufs Neue entzündet. Kaum jemand weiß heute noch, dass schon innerhalb weniger Wochen nach Bekanntwerden des tragischen Unglücks in Deutschland mit Titanic - In Nacht und Eis (1912) eine der ersten filmischen Dramatisierungen dieser »Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts« entstand. Unter Einsatz spektakulärer Spezialeffekte und einer für seine Zeit äußerst ungewöhnlichen Verbindung von dokumentarischem Gestus und avancierter Erzähltechnik inszenierte der aus Rumänien stammende Regisseur Mime Misu (1888-1953) den erst vor einigen Jahren wiederentdeckten Film in Hamburg und Cuxhaven, vor allem aber an Drehorten in Berlin-Mitte und am Krüpelsee in Brandenburg.

Gestützt auf den kürzlich vom Filmmuseum Potsdam übernommenen Nachlass Misus wurden anlässlich der Wiederaufführung seines Films erstmals Dokumente zur Biografie und Gegenstände aus dem Privatbesitz des seinerzeit als Wunderkind gerühmten Regisseurs präsentiert. Den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung bildeten Szenenfotos aus Titanic - In Nacht und Eis sowie Filmplakate, Werbematerial und Programmhefte, die seine anderen, heute verschollene Filme lebhaft in Erinnerung rufen.

Cover
Michael Wedel
KOLLISION IM KINO
Mime Misu und der Untergang der »Titanic«

München: edition text + kritik 2012
156 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-86916-179-2
Preis: 24,80 Euro