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Kinder des Olymp

Das Leben als Theater und das Theater als Lebensbühne: Die Geschichte um eine Frau und vier Männer spielt im Komödianten-Milieu des 19. Jahrhunderts. Die 1945 abgeschlossenen Dreharbeiten zu Kinder des Olymp begannen 1943 zur Zeit des Vichy-Regimes unter äußerst widrigen Bedingungen: Gestapo-Spione suchten das Set auf, um Mitglieder der Résistance oder Juden zu verhaften. Nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten zog sich der italienische Co-Produzent zurück. Pathé sprang ein, doch ein Sturm fegte 1944 die gigantischen Kulissen in Nizza weg. Improvisation war gefragt. »In diesem Film, der so prunkvoll wirkt, waren viele Kostüme aus Papier und das Leder unserer Schuhsohlen war aus Holz. Deshalb mussten fast alle Dialoge nachsynchronisiert werden, denn es war so, als ob Holzpferdchen durchs Studio galoppierten.« (Pierre Brasseur) Entstanden ist ein Meisterwerk, das als herausragendes Beispiel des poetischen Realismus gilt - und als eines der schönsten Werke französischer Filmkunst, vor allem gelobt für die reichen Dialoge und die große Schauspielkunst.


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