Junger Werther, neuer Werther... Weimarer Klassik im Film

Wieso ausgerechnet Weimar? (DEFA-Stiftung/H. Pachalekl)

Das Kulturkonzept der DDR zielte u.a. auf die Ausbildung eines sozialistischen Nationalbewusstseins. Seit ihrer Gründung wurde die Weimarer Klassik instrumentalisiert, um nationale Identität zu stiften. Bürgerlichen Humanismus und antifaschistischen Impetus galt es zu verknüpfen. Später weitete sich der Erbe-Begriff. Ein individualisierter, auf die Gegenwart bezogener Umgang mit den literarischen Überlieferungen der Weimarer Klassik wurde möglich.Die Reihe versammelt schwerpunktmäßig Dokumentar- und Spielfilme aus den 1970er und 1980er Jahren, die neue Sichten vornehmen. Sie mäandern zwischen dem kanonisierten Klassikbild und der Begeisterung für Gegenklassiker, zwischen affirmativer Auftragsproduktion und Erwartungsentzug durch widerständige Sujetwahl.Gewidmet ist die Reihe dem am 31. August 2017 in Potsdam verstorbenen 90-jährigen Regisseur und Schriftsteller Egon Günther, der mit seiner Innovationskraft nicht nur das Genre der Literaturverfilmungen erneuert hat. Die Filmauswahl würdigt zudem die künstlerischen Leistungen der Drehbuchautorin Helga Schütz und des Kameramanns Peter Brand, die 2017 runde Geburtstage feiern.
Mit freundlicher Unterstützung der DEFA-Stiftung


Die neuen Leiden des jungen W.

R: Eberhard Itzenplitz
D: Klaus Hoffmann, Léonie Thelen, Hans-Werner Bussinger
BRD 1976, 112′

Die Leiden des jungen Werthers

R: Egon Günther
D: Hans-Jürgen Wolf, Katharina Thalbach, Hilmar Baumann
DDR 1975, 106′
Vor dem Film: Helga Schütz im Gespräch mit Knut Elstermann
Mit Umtrunk im Foyer


Addio, piccola mia

R: Lothar Warnecke
D: Hilmar Eichhorn, Ute Lubosch, Christine Schorn
DDR 1978, 123′

Lotte in Weimar

R: Egon Günther
D: Lilli Palmer, Martin Hellberg, Rolf Ludwig, Jutta Hoffmann
DDR 1974, 125′
Einführung: Anett Werner-Burgmann (HU Berlin)

Weimar, du Wunderbare

R: Egon Günther
BRD 1978, Dok., 43′
Zu Gast: Peter Brand
Einführung: Dorett Molitor (Filmmuseum Potsdam)

Lenz. Ich aber werde dunkel sein

R: Egon Günther
D: Jörg Schüttauf, Christian Kuchenbuch, Anja Kling
D 1992, 90′
Zu Gast: Jörg Schüttauf (angefragt)

Vortrag: Klassik als Kulisse und Schaufenster des Sozialismus

von Dr. Jens Riederer (Stadtarchiv Weimar)
Eintritt: 3,- Euro

DDR-Fernsehfilme über Weimar

Wieso ausgerechnet Weimar? Dichterfürsten und Regenten am Weimarer Hof, R: Armin Georgi
DDR 1987, Dok., 29′
Unterwegs nach Weimar - Reisenotizen in Sachen Goethe und Schiller, R: Fritz Gebhardt
DDR 1984, Dok., 43′
Goethewerkstatt (Ausschnitt), R: Margot Thyret
DDR 1982, Dok., 16′
Einführung: Dr. Ralf Forster (Filmmuseum Potsdam)

Die Wahlverwandtschaften

R: Siegfried Kühn
D: Beata Tyszkiewicz, Hilmar Thate, Magda Vasáryová, Horst Schulze
DDR 1974, 102′