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Jahrgang 45

Vom Auseinanderleben und wieder Zusammenfinden eines jungen Paares im sommerlichen Prenzlauer Berg erzählt der an Originalschauplätzen gedrehte Film. Seine Bilder orientierten sich an der Ästhetik europäischer Neuer Wellen und sind in ihrer Leichtigkeit einzigartig für die DEFA. Jahrgang 45 wurde gar nicht erst zur staatlichen Abnahme vorgeschlagen, stattdessen ungezeigt eingelagert.
Einführung: Felix Pauschinger, Robin Müller (Studierende der Filmuniversität Babelsberg)

16 Uhr: Vortrag Ralf Schenk (DEFA-Stiftung) »Die DEFA und die Welt. Beispiele internationaler Einflüsse«


Zur Ausstellung:
Das 11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Jahr 1965 hatte schwerwiegende Konsequenzen für das Kultur- und Filmschaffen in der DDR. Mit dem Verbot von insgesamt zwölf Filmen war das DEFA-Spielfilmstudio am schwersten betroffen, aber auch in Literatur, Dramatik und Bildender Kunst setzten erhebliche Restriktionen ein.
Einige Regisseure hatten später keine Möglichkeit mehr, Spielfilme zu drehen oder ihre Projekte wurden besonders scharf überwacht. Die Spielfilmproduktion ging in den folgenden Jahren stark zurück, künstlerische Aufbrüche wurden unterbunden, es herrschten Einschüchterung und Diffamierung.
Die Ausstellung, die von Bachelor-Studierenden der Filmuniversität Babelsberg erarbeitet wurde, beruht auf Recherchen in den Sammlungen des
Filmmuseums und weiterer Archive. Begleitend zur Ausstellung zeigt das Kino alle erhaltenen Spielfilme in zumeist neu restaurierten Fassungen.


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