In Silence
In Silence

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In Silence

In kaum ein anderes KZ wurden so viele Künstler/-innen und Intellektuelle verschleppt wie nach Theresienstadt. In dem Lagerghetto, das den Nationalsozialisten als »Vorzeigelager« diente, wurde ein reges kulturelles Leben vorgetäuscht. Der Spielfilm spürt den Schicksalen von vier nach Theresienstadt deportierten jüdischen Künstler/-innen nach. Ausgangspunkt ist die Tschechoslowakei Anfang der 1930er Jahre. Noch sind die Städte erfüllt mit Musik und jungen, ausgelassenen Leuten. Die Kamera folgt den Musiker/-innen Edith Kraus, Karol Ebert und Arthur Chitz sowie der jugendlichen Tänzerin Alice Flachová durch Kaffeehäuser, Ballettschulen und Konzertsäle. Doch ihre Lage verschärft sich zusehends. Die Pianistin muss ihren geliebten Hund im Tierheim abgeben. Die junge Tänzerin wird Zeugin der Festnahme ihrer jüdischen Ballettlehrerin. Schließlich beginnen die Deportationen und in Theresienstadt der tägliche Kampf ums Überleben.
Der Film bewegt sich mühelos zwischen Bildgewalt und Stille und lässt keinen Platz für Melodramatik oder peinliche Klischees. Der völlige Verzicht auf Dialog sowie der episodenartige Schnitt verstärken die Intensität des beeindruckenden Films.


21. Jüdisches Filmfestival Berlin Potsdam