Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Olga, eine Krankenschwester aus der Ukraine, lässt Kind und Mutter zurück, um ihr Glück im Westen zu suchen und landet als Putzfrau in der Geriatrie in Österreich. Paul, ein arbeitsloser Wachmann aus Österreich, nimmt mit seinem widerlichen Stiefvater einen Auftrag an, in den Ländern des Ostens Automaten aufzustellen. Bis in die Ukraine geht es. Die Gegenbewegung dieser Geschichten vom Weggehen verknüpft der Film in der Parallelmontage. Eng an die Wirklichkeit gebunden, konfrontiert er den Zuschauer mit Elend und Ausbeutung im Osten wie im Westen Europas, die Seidl in kompromissloser Härte zeigt. Nicht mehr Ländergrenzen, sondern soziale Grenzen werden hier immer schwerer überbrückbar. Gleichzeitig sehen wir in den Protagonisten Menschen, die sich nicht vollständig von den Verhältnissen bestimmen lassen und um ihre Würde kämpfen. Seidls bislang "warmherzigster" Film.

Kein Hochzeitsfotograf - Werkschau Ulrich Seidl