Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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"Humor und Erziehung" DEFA-Stacheltiere (1953-56)

Ein Kraftakt, der in der nationalen Filmgeschichte Bestand hat, ist Richard Groschopps Konzeption der Kurzfilm-Satirereihe "Das Stacheltier". Von 1953 bis 1958 steuert er mindestens 55 Folgen als Regisseur oder Drehbuchautor bei. 1953 zeichnet er für alle 19 "Stacheltiere" verantwortlich.
"Mit Lachen die Wahrheit sagen, angreifen und anprangern, was an Torheiten, Schwächen, Lastern und kritikwürdigen Zuständen so alles bei uns auftaucht, demonstriert an allerlei unerfreulichen Zeitgenossen wie Bummelanten, Faulpelzen, Bürokraten, schlechten Mitarbeitern, Egoisten und Karrieristen. Ins satirische Visier zu nehmen sind aber auch aus dem Westen überschwappende Hetze, hämische und gehässige Verleumder und alle Schädlinge unseres Staates." (Stacheltier-Konzeption 1953)
In den kleinen humoristischen "Alltagshilfen" beweist Groschopp seine Fähigkeit zur Schauspielerführung und pointierten Erzählung.

"Schule der HOeflichkeit" (1953), "Erkennungszeichen: Weiße Aster" (1953), "Der König in Thule" (1953), "Das GROSSE Abenteuer" (1953, Doppelstacheltier), "Wenn die Frau verreist..." (1954), "Der Treppenwitz" (1955) u.a.
Als längere Filmparabel zeigen wir "Die Glocke von Coruptica" (1956), "eine Satire auf den authentischen Fall von Lottobetrug Westberliner Senatoren."
(Richard Groschopp 1987)

Richard Groschopp - der Filmhandwerker (10/06)