Havarie

Die Koordinaten 37°28.6'N und 0°3.8'E markieren einen Punkt im Mittelmeer - 38 Seemeilen vor der Hafenstadt Cartagena in Spanien oder 100 Seemeilen von der algerischen Hafenstadt Oran entfernt - je nach Perspektive der Erzählung. Von diesem Punkt im Meer aus betrachtet, besteht die ganze Welt aus Wasser, Himmel und einem grenzenlosen Horizont. Ein »Meer der Möglichkeiten«, aufgeladen mit Hoffnungen, Ängsten und Träumen von Reisenden. Am 14. September 2012 um 14.56 Uhr meldet das Kreuzfahrtschiff »Adventure of the Seas« der spanischen Seenotrettung auf diesen Koordinaten die Sichtung eines manövrierunfähigen Schlauchbootes mit 13 Flüchtlingen an Bord. Aufnahmen dieser Sichtung bilden die Grundlage für Philip Scheffners eigenwilliges Filmexperiment.
Die Recherche zu Havarie war wiederum Ausgangspunkt und Inspiration für den gleichnamigen Roman von Merle Kröger, ausgezeichnet mit dem Radio-Bremen-Krimipreis 2015 und dem Deutschen Krimipreis 2016 (2. Platz). Kröger: »Die Realität ist viel dramatischer, gewalttätiger, unfassbarer als die Fiktion. Ich habe mich entschieden, das reale Ereignis des Aufeinandertreffens der Schiffe zum Anlass zu nehmen, um die Zeit anzuhalten, quasi ein 3-D-Modell dieser Situation zu erstellen, das ich von allen Seiten betrachten kann. In diesem modellhaften Raum kann ich nun in die Rolle jedes Protagonisten schlüpfen und versuchen, ihn oder sie aus ihrer Biografie heraus denken und handeln zu lassen.«
In Anwesenheit des Regisseurs Philip Scheffner und der Autorin Merle Kröger

Termine

Filmvorführung zum Arbeitsgespräch: Havarie

Das Arbeitsgespräch mit Merle Kröger und Philip Scheffner über das Buch und den Film Havarie findet im Anschluss an die Filmvorführung um 20 Uhr im Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaft (ZeM) statt.
In Zusammenarbeit mit der Europäischen Medienwissenschaft (EMW) und dem Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaft (ZeM)