Glückskinder

Gil Taylor von der Tageszeitung Morning Post lernt im Gericht die Stadtstreicherin Ann Garden kennen. Indem er die junge Frau als seine Verlobte ausgibt und sie auf der Stelle heiratet, kann er sie vor einer Verurteilung bewahren. Es folgt ein keusches Eheleben. Als Ann für die verschwundene Nichte eines Ölmagnaten gehalten wird, kann sie schließlich dafür sorgen, dass nicht nur dessen verworrene Familienverhältnisse geregelt werden, sondern auch ihre eigenen. Eine Parallele zu »Es geschah in einer Nacht« klingt nicht nur mit den getrennten Betten an - bei Frank Capra durch eine Decke, bei Paul Martin durch eine Kakteenwand. Die spritzigen Dialoge von Curt Goetz reichen locker an die der US-amerikanischen Screwball-Komödie heran.

Termine

28 Oktober 2017 | 18:00

Zurück in die Zukunft - Filmgeschichte im Doppelpack

Von heute bis gestern, von den 2010ern zurück bis in die ersten Kino-Dekaden betrachtet die Reihe internationale Filmgeschichte im Doppelpack. Historische Referenzen werden aufgemacht - von inhaltlichen und formalen Analogien und Bezugnahmen über Hommagen, Kontinuitäten, Neuinterpretationen und Remakes zu mehr oder weniger eindeutigen Zitaten. Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg wird Filmgeschichte durchleuchtet, um deutlich zu machen, wie immens wichtig die Cinephilie und die Auseinandersetzung mit Filmgeschichte nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch und gerade für (angehende) Filmschaffende sind. In der Rückwärtschronologie der Reihe kommen wir in diesem Monat in den 1930er Jahren an. Auf dem Programm stehen »Glückskinder« (1936) und Frank Capras »Es geschah in einer Nacht« (1934), dem US-amerikanischen Vorbild für den Ufa-Film von Paul Martin, dessen Todestag sich 2017 zum 50. Mal jährt. Das Filmmuseum ist in der glücklichen Situation, seinen Nachlass aufbewahren zu können.